Auch wenn sich zahlreiche Beobachter vor allem an den Fallrückziehern und knallharten Freistößen des portugiesischen Superstars Madjer begeistern, die Insider der Beach-Soccer-Szene wissen darüber hinaus auch die enorm wichtige Rolle von Alan im Team von Trainer Zé Miguel zu schätzen. Mit sechs Treffern und vier Torvorlagen in der Vorrunde stellte der 33-jährige Portugiese in Marseille 2008 nicht nur seine individuelle Klasse unter Beweis, sondern leistete überdies einen entscheidenden Beitrag zum bisherigen Erfolg seiner Mannschaft.

"Mein persönlicher Anteil ist dabei weniger wichtig, am Ende zählt nur das Team", so Alan in aller Bescheidenheit im Gespräch mit FIFA.com. "Wir hatten uns für dieses Jahr vorgenommen, hier ein gutes Turnier zu spielen und auch den Zuschauern etwas zu bieten. Und wir wissen auch, dass wir unsere Spiele nur auf diese Art und Weise gewinnen und so bis zum Schluss im Turnier bleiben können."

Denn das Ziel der Portugiesen ist ganz klar der Sieg im Finale und damit der Titelgewinn. Dank der drei Siege in der Gruppenphase über El Salvador (8:2), die Salomon-Inseln (13:4) und Italien (5:4 n. N.) ist die Selecção schon jetzt die Mannschaft, die bisher die mit Abstand meisten Treffer (nämlich 26) erzielte. Brasilien hingegen hat es bislang erst auf 18 Tore gebracht. Angesichts solcher Zahlen liegt die Vermutung nahe, dass die Portugiesen derzeit ihr bislang stärkstes WM-Turnier erleben.

Wer verliert, der gerät schnell in Vergessenheit.
Alan

"Ich war immer der Meinung, dass die besten Teams am Ende auch die Titel gewinnen", so Alan weiter. "Bei der Auflage von 2005 hatten wir eine sehr gute Mannschaft am Start. Wir haben attraktive Spiele gezeigt und sogar die Brasilianer geschlagen. Im Finale haben wir dann aber gegen Frankreich verloren. Danach kam niemand mehr auf die Idee, unsere spielerische Klasse während des gesamten Turniers entsprechend zu würdigen. Wer verliert, der gerät schnell in Vergessenheit. Spätestens am Abend des 27. Juli werde ich Ihnen sagen können, ob wir in Marseille 2008 mit der besten Mannschaft vertreten waren, die wir je im Beach Soccer hatten [lacht]."

Bevor es jedoch so weit ist, muss sein Team erst einmal die Viertelfinalpartie gegen Uruguay gewinnen, was alles andere als leicht sein wird. Bei der FIFA Beach-Soccer-Weltmeisterschaft 2006 in Rio de Janeiro hatte sich Portugal vor allem dank eines Doppelpacks von Alan nur knapp mit 5:4 durchsetzen können.

"Wir werden auch gegen Uruguay an unserer attraktiven Spielweise festhalten. Die Südamerikaner haben bei diesem Turnier bewiesen, dass sie auch in der Offensive viel besser geworden sind. Man sollte sich also nichts vormachen, denn in diesem Viertelfinale wird es für beide Seiten eng zugehen. Demnach ist nicht damit zu rechnen, dass der Sieger dieser Partie mit zwei oder gar drei Toren Unterschied gewinnen wird. Es wird sicher ein heißer Kampf. Für uns wird es darauf ankommen, die Ruhe zu bewahren und uns den einen oder anderen Trick einfallen zu lassen, um den Gegner mürbe zu spielen. Ich wäre schon mit einem halben Tor und einem knappen Zu-Null- Sieg zufrieden [lacht]."