Frankreich musste zittern, zog am Ende aber doch ins Viertelfinale ein. Die Schützlinge von Eric Cantona verdrängten Uruguay mit einem 4:3-Sieg am letzten Spieltag noch von der Spitzenposition und beendeten eine ereignisreiche Gruppenphase mit dem ersten Platz in der Gruppe A. Nach den schwachen Auftritten gegen Senegal und Iran hatte kaum noch jemand damit gerechnet, dass die Franzosen in die K.o.-Runde einziehen würden.
"Unsere Gruppe war mit Abstand die stärkste", urteilte Cantona. "Gegen Senegal waren wir spielbestimmend, haben aber letztlich verloren. In der zweiten Begegnung haben wir die Iraner leider wieder ins Spiel kommen lassen. Gegen Uruguay aber wussten wir, dass wir alles geben mussten, und ich freue mich, dass meine Jungs das umgesetzt haben", so der ehemalige King von Manchester United.
Letzte Chance einer Generation
Die Leistungssteigerung der Franzosen im letzten Gruppenspiel gegen Uruguay kam für viele eher überraschend. Nach zwei Niederlagen gegen die Südamerikaner bei den letzten beiden Ausgaben der FIFA Beach-Soccer-WM hatten die Franzosen endlich die mentale Blockade überwunden und sich in den letzten Minuten gegen einen kompakten und spielstarken Gegner durchgesetzt.
"Das ist ein Sieg der gesamten Mannschaft, vor allem, weil es für viele die letzte WM ist", so Didier Samoun, der neben einem Doppelpack auch eine entscheidende Vorlage beisteuerte. "Wir waren immer von unseren Fähigkeiten überzeugt. Bis zu diesem Zeitpunkt fehlte uns aber dieses gewisse Etwas, um ein Spiel noch zu drehen. Ich hoffe, dass wir es jetzt endlich gefunden haben."
"Spielen manchmal zu sehr mit dem Feuer"
Um bei diesem Turnier weiterhin erfolgreich zu sein, muss Frankreich allerdings die fehlende Konstanz in den Griff bekommen. "Wir versuchen, schön zu spielen, und gleichzeitig bei hohen Bällen gut auszusehen. Das lässt sich aber nicht immer umsetzen. Manchmal spielen wir zu sehr mit dem Feuer, was die brenzligen Szenen erklärt", so Samoun.
Im Viertelfinale trifft der Weltmeister von 2005 auf Italien - eine Begegnung, der man am Prado-Strand voller Vorfreude entgegenfiebert. Es ist gleichermaßen eine Premiere in der Geschichte des Wettbewerbs. Wie im traditionellen Rasenfussball sind Begegnungen zwischen diesen beiden Mannschaften immer etwas ganz Besonderes. Zum einen sind da die Freundschaften der Spieler abseits des Platzes, zum anderen die sportliche Rivalität, die diesen Duellen besondere Emotionen verleihen.
WM-Titel als großes Ziel
"Um das Turnier zu gewinnen, müssen wir jeden Gegner schlagen. Der Sieg im Endspiel ist unser großes Ziel", so Samoun. Die Aussagen seines Trainers gehen in die gleiche Richtung: "Wir wollen den Titel holen, um dem Publikum in Marseille dafür zu danken, dass es uns die ganze Zeit so toll unterstützt hat. Wir haben uns im Turnierverlauf langsam gesteigert. Ich weiß, dass noch Luft nach oben ist und wir Großes schaffen können. Das nächste Spiel wird aber kein Selbstläufer. Italien spielt ähnlich wie Uruguay."
Die Squadra Azzurra, die wohl das stärkste Turnier in ihrer Geschichte spielt, geht zumindest voller Zuversicht in das Viertelfinale. Für Diego Maradona Junior "ist es unwichtig, welche Mannschaften sich uns in den Weg stellen. Am Ende werden wir diese Trophäe in den Himmel recken!" Die nächste Hürde wartet am Donnerstag, dem 24. Juli, um 19:15 Uhr.


