"Natürlich sind wir sehr enttäuscht. Schließlich hatten wir uns, noch bevor wir nach Marseille kamen, für diese WM einiges vorgenommen. Dennoch wird uns dieses Turnier als eine wertvolle Erfahrung in Erinnerung bleiben. Und wir werden daraus lernen und uns gestärkt zurückmelden!"
Nach der deutlichen 0:4-Niederlage gegen Russland zeigten sich die Unzähmbaren Löwen um ihren Mannschaftskapitän Bertrand Abissonono zutiefst enttäuscht und ließen ihren Gefühlen freien Lauf. "Wir hatten mit allem gerechnet, nur nicht mit dem Schlimmsten", gestand Kameruns Stürmer Aime Yombi im Exklusiv-Interview mit FIFA.com.
Zwei Niederlagen mit lediglich vier eigenen Treffern und 14 Gegentoren lautet die bisherige Vorrundenbilanz der Westafrikaner in Gruppe C von Marseille 2008. Eine Enttäuschung, die nun möglichst bald vergessen werden soll, um die positiven Lehren aus diesem WM-Turnier zu ziehen. "Wir sind hierher gekommen, um zu lernen", so Torhüter Jean Kengne. "Bei uns in Kamerun gibt es keine Beach-Soccer-Meisterschaft. Wir kommen alle aus dem traditionellen Fussball. Allein deshalb dauerte es schon eine Weile, bis wir uns an die spezifischen Eigenarten des Spiels auf Sand und seine Regeln gewöhnen konnten. Künftig müssen wir uns einfach noch besser auf ein solches Turnier vorbereiten."
"Wir haben unsere Lektion gelernt. Jetzt gilt es, die richtigen Schlussfolgerungen daraus zu ziehen und darauf aufzubauen. Was uns hier vor allem gefehlt hat, war die erforderliche Abgeklärtheit", so Abissonono weiter. "Ich selbst bin wütend auf mich, weil ich so viele Chancen hatte und davon nur ganz wenige verwerten konnte", ärgert sich Yombi. "Unsere Gegner haben uns demonstriert, was ein hohes Leistungsniveau ausmacht. Das fängt bereits bei der Chancenverwertung an."
Doch so bitter diese Erkenntnis einerseits auch sein mag, andererseits wird das Ganze von den Unzähmbaren Löwen auch wieder etwas relativiert. "Als Torhüter bin ich wirklich gern zum Beach Soccer gewechselt. Im Sand zwischen den Pfosten zu stehen ist weitaus schwieriger als beim traditionellen Fussball. Da wird man viel mehr gefordert, mitunter sogar mehrmals binnen einer einzigen Minute", urteilt Kengne.
In einem Punkt indes sind sich die Akteure des afrikanischen Teams völlig einig: Ihr uneingeschränktes Lob richtet sich an die Zuschauer im Prado-Stadion, die sie bislang allen Widrigkeiten zum Trotz stets angefeuert und somit zumindest moralisch unterstützt haben. Dafür möchten sie sich unbedingt bedanken und sich am Dienstag in der abschließenden Partie gegen Argentinien mit einer würdigen Vorstellung aus Marseille verabschieden.
"Wir wollen die Heimreise nicht ohne einen Punktgewinn antreten. Das ist für uns eine Frage der Ehre. Also werden wir noch einmal alles geben, um dieses Horrorszenario zu vermeiden", so die kämpferische Ansage des kamerunischen Kapitäns. Das sieht auch sein Torhüter so, der ihm sofort beipflichtete und erklärte: "Wir wollen uns erhobenen Hauptes aus dem Turnier verabschieden, denn schließlich sind wir hier, um unser Land und unser Volk zu vertreten. Wir können und wollen nicht mit der traurigen Gewissheit in die Heimat zurückkehren, dass wir unseren Landsleuten im Verlauf dieser WM nur Frust und Enttäuschung beschert haben. Uns bleibt also gar keine Wahl, als im letzten Gruppenspiel förmlich über uns hinauszuwachsen!"


