Erneut war die Kluft zwischen den etablierten Mächten im Beach Soccer und den Außenseitern nicht zu überwinden, und Asien wird durch ein bekanntes Trio bei der FIFA Beach-Soccer-Weltmeisterschaft in Marseille 2008 vertreten sein.

Zum zweiten Mal in Folge qualifizierten sich die gleichen Länder für die Endrunde, die erstmals in Frankreich stattfindet. Gastgeber Vereinigte Arabische Emirate konnte den Titel beim asiatischen Qualifikationsturnier nach einem spannenden 4:3-Finalerfolg gegen Japan erfolgreich verteidigen. Iran kam im Spiel um Platz drei zu einem ungefährdeten 4:1-Sieg gegen die VR China und sicherte sich ebenfalls zum zweiten Mal in Folge die Teilnahme an der Endrunde.

Die VAE waren bereits im vergangenen Jahr Gastgeber und Gewinner der noch jungen Asien-Meisterschaft, und auch in diesem Jahr in Dubai untermauerten sie eindrucksvoll ihre Vormachtstellung. In der Gruppenphase hatten sie leichtes Spiel, räumten im Auftaktmatch Usbekistan mit 6:2 aus dem Weg und gewannen deutlich gegen die VR China (5:0). Unterstützt durch die treuen Fans gelang im Halbfinale gegen Iran ein 3:1, womit bereits das Ticket nach Marseille 2008 gelöst wurde.

Im Finale schließlich kam es zu einem Déja-Vu: gegen Japan bestritten die vom Brasilianer Mendes betreuten Westasiaten auch 2007 das Endspiel, und auch damals lautete das Ergebnis 4:3. In diesem Jahr gingen die Gastgeber zunächst mit 2:0 in Führung, doch die Japaner konnten zwei Mal ausgleichen, so dass es beim Stand von 3:3 in die Schlussphase ging. In den entscheidenden Minuten war es dann der wertvollste Spieler des vergangenen Jahres, Bakhit Alabadla, dem der Siegtreffer gelang.

Der zweite Gewinn der kontinentalen Krone in Folge mit den VAE gab Trainer Mendes enormen Auftrieb. Der Brasilianer ist überzeugt, in Marseille 2008 mit den Weltbesten mithalten zu können. "Mit Spielern wie Bakhit verfügen wir über die Qualität, die Topteams herausfordern zu können", sagte er. "Wenn unsere Verteidigung stabil bleibt, werden wir bei der Weltmeisterschaft für so manche Überraschung sorgen können."

Ehrung für Yamauchi
Doch auch Japan verteidigte trotz der Niederlage gegen die VAE den Status als eines der besten Teams in Asien. Die Mannschaft von Takeshi Kawaharazuka blieb auf dem Weg ins Finale ohne Punktverlust, siegte mit 8:2 gegen die Philippinnen und sicherte sich mit einem 2:1 gegen Iran die Halbfinalteilnahme. Dort wurde die VR China eindrucksvoll mit 7:1 geschlagen, bevor es zum erneuten Finalduell mit den VAE kam.

Mit zwölf Treffern war Stürmer Shusei Yamauchi die treibende Kraft bei Japans Durchmarsch ins Finale, in dem ihm zum Abschluss sogar noch ein Hattrick gelang. Selbst der gegnerische Coach Mendes lobte seine Torjägerqualitäten. "Wir wussten schon vor der Begegnung, dass Yamauchi enorm torgefährlich ist, und er schaffte dennoch drei Treffer", kommentierte der ehemalige brasilianische Star.

Doch der als bester Torschütze ausgezeichnete Yamauchi blieb bescheiden und verwies auf Japans mannschaftliche Geschlossenheit. "Wie viele Tore ich geschossen habe, ist nicht wichtig", sagte er. "Ich bin einfach Teil eines Teams, in dem jeder für den anderen kämpft."

China scheitert erneut knapp
Obwohl sie erst zum dritten Mal an einem kontinentalen Turnier teilnahmen, existiert zwischen der VR China und Iran bereits eine gepflegte Rivalität, und erneut waren es diese beiden Teams, die sich im entscheidenden Spiel um Platz drei gegenüber standen.

Bei der Asien-Meisterschaft 2006 kam es im Halbfinale ebenfalls zu dieser Paarung, damals setzte sich Iran mit 6:4 durch. In der diesjährigen Auflage zog das Team von Farssad Falahtzadeh nach dem 5:2 gegen die Philippinen ins Halbfinale gegen die Chinesen ein, die sich ihrerseits mit einem 4:3-Erfolg gegen Usbekistan qualifiziert hatten.

Zunächst schien es, als ob die Chinesen erfolgreich Revanche üben könnten, denn sie überraschten ihre Gegner mit einem schnellen Tor in der ersten Minute. Doch die Iraner fanden schnell wieder ins Spiel. Dank des doppelten Torschützen Farid Boloukbashi und der ebenfalls treffsicheren Moslem Mesigar und Hassan Abdollahi stand am Ende ein 4:2-Erfolg zu Buche.

Trainer Falahtzadeh machte den Kampfgeist seines Teams für den Erfolg in Dubai verantwortlich. "Nachdem wir gegen die VAE und gegen Japan verloren hatten, und gegen die VR China gleich in der ersten Minute zurücklagen, haben unsere Spieler dennoch die Kraft gefunden, die Qualifikation zu schaffen", resümierte er. "Ich bin sehr stolz auf den Kampfgeist, den sie während des ganzen Turniers gezeigt haben."