Im Spiel um den dritten Platz bei der FIFA Beach-Soccer-Weltmeisterschaft Rio de Janeiro 2005 setzte sich Brasilien mühelos gegen Japan durch. Die Japaner konnten nach einer für sie hervorragend verlaufenen Woche in Brasilien nur in den ersten Minuten gegenhalten, bevor sie - fast unvermeidlich - einbrachen. Vor heimischem Publikum bewahrten die Brasilianer also ihr Gesicht und sicherten sich einen Platz auf dem Podest.
"Wir haben heute gezeigt, dass der brasilianische Beach-Soccer nicht aufgrund eines einzigen verlorenen Neunmeterschießens am Boden liegt", erklärte der brasilianische Trainer Índio nach dem Spiel. "Meine Mannschaft hat heute ihre ganze Erfahrung und Professionalität unter Beweis gestellt. Wir hatten uns natürlich mehr vorgenommen, haben aber auch alles gegeben um diesen dritten Platz zu erreichen."
In einer äußerst merkwürdigen Partie, in der das Publikum die eigene Mannschaft nicht so enthusiastisch wie üblich anfeuerte, begannen die Brasilianer zunächst verhalten. Es war deutlich zu spüren, dass die Mannschaft sich für das Turnier viel mehr vorgenommen hatte. Und die Strafe folgte auf dem Fuße. Nach einem Abstoß von Kato überwand Kawaharazuka Robertinho mit seinem Kopfball zum 1:0 für die Gäste.
Aber das Fehlen von Verteidiger Makino, der zu den großen Entdeckungen des Turniers zählt, machte sich bemerkbar und die japanische Abwehr verlor an Sicherheit. Die Brasilianer rissen sich in der Folge schnell wieder zusammen. Junior Negão, Buru und Juninho brachten die Brasilianer bis zum Ende der ersten Spielperiode in Führung (1:3).
Erschöpft von den vorangegangenen vier Spielen gerieten die Japaner in der zweiten Spielperiode immer mehr unter Druck. Die technischen Fehler nahmen in der Folge zu und sie hatten es ausschließlich Kato zu verdanken, dass sie nicht frühzeitig untergingen.
Dennoch lagen die Brasilianer vor der letzten Spielperiode dieses Spiels bereits deutlich in Führung durch Treffer von Nenem (2), Benjamin und Buru beim zwischenzeitlichen Anschlusstreffer von Wakabayashi (2:7). Und Romario ließ es sich nicht nehmen, noch drei Treffer zum Ergebnis beizusteuern (2:10). Damit wurde auf der Anzeigetafel erstmalig bei diesem Turnier ein zweistelliges Ergebnis angezeigt.
Die Japaner waren gegen Ende der Partie kaum noch präsent. Aber niemand nahm es ihnen nach dieser anstrengenden Woche übel. Die Brasilianer konnten es sich in der Folge leisten, mit angezogener Handbremse ihr Programm abzuspulen. Jorginho - der sich wegen eines verschossenen Strafstoßes den Groll des Publikums zugezogen hatte - erzielte schließlich den letzten Treffer der Partie (2:11).
Japans Trainer Rui Ramos nahm das Ergebnis mit Fassung auf: "Nach dem Spiel, das wir Frankreich geliefert haben, war es schwierig, die erforderlichen Kräfte zu mobilisieren, um Brasilien die Stirn zu bieten. Eigentlich konnten wir nur sieben Minuten mithalten. Die Brasilianer waren jedoch so siegeshungrig, dass wir letztlich nichts entgegenzusetzen hatten."
Schiedsrichter: Pinto Correia (POR), Lakhdar Benchabane (FRA), Joao Almeida (POR)
Brasilien schießt sich Frust von der Seele
(FIFA.com) Sonntag 15. Mai 2005