Ist es tatsächlich erst eine Woche her, dass die FIFA Beach-Soccer-Weltmeisterschaft angepfiffen wurde? Am Sonntag steigt bereits das Finale des Turniers und zur großen Überraschung aller ist Gastgeber Brasilien nicht dabei. Im Halbfinale in einem jederzeit spannenden und hoch dramatischen Spiel gegen Portugal im Strafstoßschießen ausgeschieden, bleibt den Südamerikanern nur das Spiel um Platz 3 gegen die Überraschungsmannschaft aus Japan. Zé Miguels Männer aber treffen im innereuropäischen Duell auf die konstant spielenden Franzosen um Eric Cantona.

Japan - Brasilien (9:00 Uhr Ortszeit)
Wohl nur wenige hätten erwartet, dass die Brasilianer so früh am Tag antreten müssen - und dass Japan an diesem Tag überhaupt spielen würde, hätten wohl noch weniger erwartet. Die Japaner waren mit ihrem Sieg gegen die USA und dem grandiosen Comeback gegen Uruguay eine der größten Sensationen des Turniers. Aus einem 0:3-Rückstand machten sie in den letzten fünf dramatischen Minuten ein 4:3 und gewannen damit nicht nur das Spiel sondern auch die in erster Linie brasilianischen Zuschauer. Der Anblick einer ganzen Tribüne voller brasilianischer Fans mit entblößtem Oberkörper, die geschlossen den Namen "Kato" skandierten, gehörte zu den großen Momenten des Turniers.

Das Halbfinale gegen Frankreich wann dann doch eine Nummer zu groß für eine Mannschaft, deren große Stärken die Laufarbeit und der Teamgeist waren. Dennoch will Japans charismatischer Trainer Ramos noch den ganz großen Wurf: "Meine Mannschaft ist sehr, sehr müde. Zu Beginn der Weltmeisterschaft habe ich gesagt, dass Frankreich und Portugal die besten Mannschaften sind, daher überrascht es mich nicht, nun gegen Brasilien zu spielen. Es wird wie immer sehr schwer für uns werden, aber wir werden bis zum Schluss kämpfen. Wenn meine Spieler glauben, dass wir sowieso verlieren, fliege ich lieber gleich heim. Aber ich bin überzeugt, dass wir Dritter werden können."

"Wir haben den Beach Soccer erfunden, aber auch andere Mannschaften entwickeln das Spiel weiter", sagte Brasiliens Trainer Indio nach dem Halbfinale. "Alle Teams verbessern sich und haben aufgeholt. Wir haben gesehen, was Japan in diesem Turnier geleistet hat, und wissen, es wird ein schweres Spiel."
Frankreich - Portugal (11:00 Uhr Ortszeit)
Zwei europäische Mannschaften bestreiten also das Finale. So war es auch im Jahr 2000 schon. Damals hielt Portugals Torwart mit seinen Paraden den Sieg fest - heute ist er der Trainer. Falls Zé Miguel etwas auf Omen gibt, wird er sich sicherlich daran erinnern, dass seine Mannschaft auch vor fünf Jahren Brasilien im Halbfinale besiegte. Gegen eine solche Wiederholung der Geschichte hat freilich Frankreichs Trainer Eric Cantona etwas, der die ganze Woche über die personifizierte Heiterkeit war. Sonderlich viel Stress hat ihm seine Mannschaft indes auch nicht bereitet, schließlich gab es in vier Partien vier ungefährdete Siege.

Allerdings weiß einer wie Cantona nur zu gut, dass es am Sonntag anders zugehen wird. "Wir kennen Madjer gut, wir wissen, was für ein toller Spieler er ist. Er ist technisch brillant und verteidigt auch gut. Er ist die Führungsfigur der portugiesischen Mannschaft. Es ist schwer zu sagen, wie wir gegen ihn verteidigen sollen, da er so unberechenbar ist. Aber natürlich werden wir uns nicht allein auf Madjer konzentrieren, denn die ganze portugiesische Mannschaft ist gut. Aber wir haben sie kürzlich geschlagen und wir glauben, dass wir das noch einmal schaffen können."

Portugals Trainer Ze Miguel jedenfalls kann das Endspiel kaum erwarten: "Im Spiel gegen Brasilien, als wir um 11 Uhr vormittags gespielt haben, war die Hitze ein Problem. Das könnte auch am Sonntag so sein. Aber es handelt sich um ein Weltmeisterschaftsfinale, und wir freuen uns alle riesig darauf!"