Die Viertelfinalbegegnungen bei der FIFA Beach-Soccer-Weltmeisterschaft Rio de Janeiro 2005 hatten den Zuschauern einiges zu bieten. 38 Tore in vier Spielen, das wurde an keinem Spieltag der Vorrunde erreicht. Letztlich qualifizierten sich Frankreich, Portugal, Japan und Brasilien für das Halbfinale.
Frankreich - Spanien 7:4: Frankreich unterstreicht Ambitionen
Einmal mehr überzeugten die Franzosen, die sich mühelos gegen Spanien durchsetzen konnten. "Ich muss gestehen, dass wir mit diesem Spielverlauf nicht gerechnet haben", erklärt der französische Stürmer Anthony Mendy. "Der spielfreie Tag hat uns sehr gut getan. Wir sind entschlossener denn je, bis ins Finale vorzustoßen." Und nach den gezeigten Leistungen versteht man das enorme Selbstvertrauen der Franzosen nur zu gut. Spanien musste seinerseits zweifellos den Preis für die verpasste Teilnahme an der Europameisterschaft 2004 zahlen. Nachdem sie im vergangenen Jahr keinen der drei ersten Plätze erreichen konnten, mussten die Iberer zwei zusätzliche Qualifikationsspiele vor der FIFA Beach-Soccer-Weltmeisterschaft bestreiten. Die müden Spieler von Trainer Joaquín Alonso fanden während der gesamten Partie nie zu ihrem Rhythmus. Und gegen eine Mannschaft wie Frankreich rächt sich das.
Portugal - Ukraine 5:3: Portugal brilliert
Die Viertelfinalbegegnung zwischen der Ausnahmemannschaft Portugals und den physisch starken Ukrainern versprach eine sehenswerte Partie zu werden. Und genau das boten uns die Mannschaften dann auch am Strand von Rio de Janeiro. Dass die Portugiesen nie wirklich in Verlegenheit kamen, verdanken sie insbesondere ihren beiden Verteidigern Hernani und Marinho. Sie ließen die ukrainischen Stürmer nicht zur Entfaltung kommen und brachten damit nach und nach die gesamte Mannschaft aus dem Konzept. Durch drei Treffer des jungen Angriffsduos Jonas und Belchior (jeweils 22 Jahre) und einen neuerlichen Doppelschlag von Madjer gingen die Portugiesen schnell in Führung und legten den Grundstein für das Erreichen des Halbfinales. "Heute Abend gibt es keine Ausreden. Wir haben aufgrund der gezeigten Mannschaftsleistung verloren", erklärt der ukrainische Spielertrainer Victor Moroz nach dem Abpfiff. Bei ihrer ersten Teilnahme an einer Weltmeisterschaft im Beach Soccer hinterließen die Ukrainer jedoch den Eindruck, sich stetig zu verbessern. In Zukunft wird mit Sicherheit noch von ihnen zu hören sein.
Uruguay - Japan 3:4: Japan schreibt Geschichte
Vor 10.000 Zuschauern sorgten die Japaner mit ihrem Sieg über Uruguay für die bisher größte Sensation bei der FIFA Beach-Soccer-Weltmeisterschaft. Mehr noch als die historische Leistung sorgte aber das Szenario für eine atemberaubende Atmosphäre. Die Japaner dominierten das Spiel und lagen dennoch fünf Minuten vor dem Abpfiff mit 0:3 zurück. Dann schlugen sie jedoch zurück und ließen sprachlose Uruguayer auf dem Spielfeld zurück. "Wir haben das Spiel aufgrund unserer mentalen Stärke gewonnen. Mit diesem Publikum im Rücken mussten wir einfach alles geben. Ich bin sehr stolz auf meine Spieler", erklärte Japans Trainer Rui Ramos. In der südamerikanischen Qualifikation hatte Uruguay lediglich gegen Brasilien verloren und sich dementsprechend viel vorgenommen. Daher ist das Ausscheiden zum jetzigen Zeitpunkt eine Enttäuschung. Aber um im Turnier zu bleiben, hätten sie bis zum Abpfiff konzentriert bleiben müssen.
Brasilien - Argentinien 9:3: Ein unausgewogener Klassiker
Hatten sich die Brasilianer im Halbfinale der südamerikanischen Qualifikation nur knapp mit 2:0 durchsetzen können, so ließen sie in diesem Spiel nichts anbrennen. Romario und seine Mitspieler zeigten sich viel beweglicher als noch vor zwei Tagen gegen Spanien und ließen den Argentiniern vom ersten Augenblick an keine Hoffnung auf den Sieg. "Die Atmosphäre hat uns nicht beeindruckt. Wir sind es gewohnt, gegen Brasilien zu spielen", versuchte der argentinische Trainer Carlos Juárez zu erklären. "Wir sind nach wie vor hoch motiviert und werden uns im nächsten Jahr noch stärker präsentieren." Das Halbfinale scheint den Brasilianern ihrerseits nicht viel Kopfzerbrechen zu bereiten. Für sie zählt nur der Titel, wie Romario stellvertretend versichert: "Ich hoffe, meinen zweiten Weltmeistertitel in einer zweiten Disziplin zu gewinnen." Diesen Titel wird er mit Sicherheit seinem Nationaltrainer Jorge Ferreira Alves, genannt 'Indio', widmen, dem er einen großen Anteil an der Leistung der Brasilianer zuschreibt: "Man kann ihn nicht mit Carlos Alberto Parreira vergleichen. Ich kann Ihnen jedoch versichern, dass er die enorme Fähigkeit besitzt, eine hervorragende Stimmung in der Mannschaft zu erzeugen. Und das gilt umso mehr, weil die Gruppe sehr klein ist."
Die Halbfinalbegegnungen am kommenden Samstag
Frankreich - Japan, 09.30 Uhr (Ortszeit)
Brasilien - Portugal, 11.00 Uhr