Mit dem gezeigten Spielniveau könnte die französische Auswahl bei der FIFA Beach-Soccer-Weltmeisterschaft Rio de Janeiro noch weit kommen - sehr weit. Ohne das geringste Anzeichen von Unruhe oder gar Angst setzten sich die Franzosen gegen einen Nachbarn aus Spanien durch, der an diesem Tag zwar sichtlich matt wirkte, nichtsdestoweniger 2004 aber noch im Endspiel um den WM-Titel stand.

"Wir wussten, dass die Spanier wahrscheinlich müder sein würden als wir, weil es für sie schon das fünfte Spiel war", erklärte Eric Cantona nach der Partie. "Wir mussten daher gut aus den Startlöchern kommen. In solchen Spielen zählt die Müdigkeit doppelt. Meiner Meinung nach war das kein leichtes Spiel."

Ohne den gegen Argentinien vom Platz gestellten Noël Sciortino hatte sich Spielertrainer Cantona entschlossen, selbst das berühmte Trikot mit der Nummer 7 überzustreifen. Spaniens Kapitän Amarelle war derweil so nervös, dass er während der Nationalhymnen nicht auf seinem Platz bleiben konnte. Die Bedeutung dieses Viertelfinals wurde denn auch von Anfang an deutlich.

Beide Mannschaften waren zu Beginn auf die Sicherung des eigenen Tors bedacht und taten sich nichts. Erst ein Eigentor von Nico zum 1:0 änderte das. Aus dem Gewühl heraus traf Samoun den Pfosten des von Robert gehüteten Tors. Jetzt war der Moment des Eingreifens für Cantona gekommen. Edouard fing einen schlechten Pass von Amarelle ab und bediente Mendy, der auf 2:0 erhöhte.

Danach konnte sich Frankreich auf seine herausragende Defensive verlassen und das Ergebnis verwalten. Dann aber erzielte David überraschend den Anschlusstreffer zum 2:1 für Spanien. Der Europameister fasste dieses Gegentor offensichtlich als persönliche Beleidigung auf. Wieder spielte Samoun auf Mendy und der stellte den alten Abstand wieder her (3:1). Noch vor Ende der zweiten Spielperiode bauten Cardoso und Edouard den Vorsprung auf ein komfortables 5:1 aus.

Doch kurz nach Anpfiff der letzten Spielperiode machte Nico seinen Fehler vom Beginn des Spiels vergessen, indem er einen Volley in den Winkel des von Aubry gehüteten Kastens drosch (5:2). Die Schlussphase war damit plötzlich wieder offen. Fast jedenfalls, denn alle spanischen Bemühungen prallten am französischen Abwehrbollwerk ab. So kam "Chef" Cantona schließlich auch noch zu seinem Tor. Sein herrlicher Treffer zum 6:2 stieß das Tor zum Halbfinale weit auf. Die Tore von David, Nico und Cardoso waren anschließend nur noch Ergebniskosmetik (7:4).

Nach dem Spiel konnte Spaniens Trainer Joaquín Alanso seine Enttäuschung nicht verbergen: "Meine Mannschaft war müde, weil sie in den voran gegangenen Spielen alles gegeben hat. Aber so ist das eben im Sport, und das muss man so hinnehmen - vor allem, weil Frankreich heute besser war als wir."

Schiedsrichter: José Luis Rosa (URU), Stefan Fassler (SUI), Marcelo Bispo (BRA).