Der Weltmeister:
Im hart umkämpften nordamerikanischen Finale gegen Gastgeber
Kanada setzte sich die favorisierte U.S.-Mannschaft durch und
erstickte damit die Hoffnungen ihres nördlichen Nachbarn und seinen
47.784 frenetisch anfeuernden Fans im Commonwealth Stadium in
Edmonton. Ein phänomenales Golden Goal der amerikanischen
Manschaftsführerin Lindsay Tarpley machte schließlich den
Unterschied in einem offenen und packenden Finale aus. Auch wenn
sich die Hoffnungen der Kanadierinnen nicht erfüllten, ließen nur
wenige die Köpfe hängen, nachdem die Mannschaft mit ihrem
begeisternden Fussball die Herzen der Nation erobert hatten und zu
Recht viel Aufmerksamkeit auf die erstmals ausgetragene FIFA
U-19-Frauenfussball-Weltmeisterschaft lenkte.
An diesem Tag waren die U.S.-Amerikanerinnen jedoch die verdienten Sieger. Ihr organisiertes Spiel und erstaunliche Effizienz vereinten sich mit den individuellen Stärken von Spielerinnen wie Lindsay Tarpley und Heather O'Reilly. Sie präsentierten sich in einer überragenden Form und überrannten die Engländerinnen um Ellen Maggs von Arsenal (5:1), ließen den tapferen Australierinnen keine Chance (4:0) und landeten einen Kantersieg gegen die glücklosen Taiwanesinnen (6:0). Angesichts dieses Starts verwunderte es kaum, dass die U.S.-Mannschaft die Däninnen im Viertelfinale demontierten (6:0) und im Halbfinale eine starke und entschlossene deutsche Mannschaft bezwangen (4:1), um schließlich im Finale über die Gastgeberinnen zu triumphieren.
Die Überraschungen:
Auch wenn niemand genau vorhersagen konnte, wie sich das
Turnier entwickeln würde, sorgte die erstmals ausgetragene FIFA
U-19-Frauenfussball-Weltmeisterschaft dennoch für einige
Überraschungen. Die Kanadierinnen wurden von Ian Bridge trainiert,
der selbst als aktiver Spieler am FIFA-Weltpokal teilgenommen hat.
Auf dem Weg ins Finale ließen sie sich nicht bezwingen. Angespornt
durch die Leistungen der 15-jährigen Kara Lang und Carmelina
Moscato sowie die treffsichere Spitzenstürmerin Christine Sinclair
brachten die Kanadierinnen die ganze Nation hinter sich und sorgten
für Aufsehen. Nach dem nervösen Beginn im Eröffnungsspiel, dass sie
knapp gegen die Däninnen (3:2) gewannen, sorgte Sinclair mit ihren
erstaunlichen zehn Treffern in fünf Spielen für den Finaleinzug der
jungen Mannschaft.
Auch Japan tat sich zunächst schwer, konnte sich aber dennoch fürs Viertelfinale qualifizieren. Die disziplinierte taktische Spielweise der Asiatinnen war hervorragend anzusehen und zog die Zuschauer bisweilen in ihren Bann. England erreichte ebenfalls das Viertelfinale und verdankte dies größtenteils der für Arsenal spielenden Stürmerin Ellen Maggs, deren Talent, Schnelligkeit und Kreativität mit großer Aufmerksamkeit beobachtet wurde.
Die Brasilianerinnen waren die eigentlichen Entertainer des Turniers und ihre Nummer 10 Marta trug mit ihrem Schwung und Selbstbewusstsein zum Erfolg der Mannschaft bei. Aber die Südamerikanerinnen konnten sich nicht gegen die Kanadierinnen durchsetzen und schieden unglücklich im Elfmeterschießen aus. Die starken und entschlossenen Deutschen stellten mit Linda Bresonik eine der herausragenden Spielerinnen des Turniers.
Spieler des Turniers:
Die treffsichere kanadische Stürmerin Christine Sinclair
gewann mit deutlichem Vorsprung die Auszeichnung als
Torschützenkönigin des Turniers (10 Treffer) sowie als beste
Spielerin des Turniers. Ihre Größe, Schnelligkeit und ihre
Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor machten sie zu einer effektiven
Torfabrik der Kanadierinnen. Ihr gutes Zusammenspiel mit der
eleganten Spielmacherin Carmelina Moscato im Turnier krönte sie mit
atemberaubenden fünf Treffern gegen England im Viertelfinale.
Namen, die man sich merken sollte:
Kelly Wilson (USA), Lindsay Tarplay (USA), Heather
O'Reilly (USA), Jill Oakes (USA), Christine Sinclair (CAN),
Carmelina Moscato (CAN), Erin McLeod (CAN), Candace Chapman (CAN),
Miho Fukumoto (JPN), Daiane (BRA), Daniela (BRA), Marta (BRA),
Jessica Wright (ENG), Linda Bresonik (GER), Ifeanyi Chiejine (NGA),
Johanna Rasmussen (DEN).
Kanada 2002 in Zahlen:
Abschlusstabelle:
- USA
- Kanada
- Deutschland
- Brasilien
Erzielte Tore:
101 (Durchschn. 3,88 pro Spiel)
Beste Offensivmannschaft:
USA, 26 Tore
Beste Torschützen:
- Christine Sinclair (CAN), 10 Treffer
- Kelly Wilson (USA), 9 Treffer
- Lindsay Tarpley (USA), 6 Treffer
Spielorte:
Victoria, Vancouver, Edmonton
Zuschauer:
295,133
Durchschnittliche Zuschauerzahl pro Spiel:
11,351
Interessantes am Rande:
Die USA waren die überragende Mannschaft. Die Amerikanerinnen
erzielten nicht weniger als 26 Treffer in sechs Spielen bei
lediglich zwei Gegentreffern.
