FIFA-Generalsekretär Urs Linsi und Chuck Blazer, der Präsident der Organisationskommission für die FIFA U-20 und U-17-Frauenfussball-Weltmeisterschaften, gaben am 2. September gemeinsam mit Vitaly Mutko, dem Präsidenten des russischen Fussballverbandes, in Moskau eine Pressekonferenz. Nachstehend die wichtigsten Auszüge daraus.

Urs Linsi, FIFA-Generalsekretär
"Bei diesem WM-Turnier haben wir in den letzten Wochen erstklassigen Fussball sowie äußerst spannende Spiele erlebt. Der russische Fussballverband hat bei der Durchführung des Turniers viel Erfahrung und Professionalismus bewiesen. Da der Frauenfussball in Russland bislang nur wenig Tradition hat, war es für die Förderung dieses Sports, in dem ein enormes Potenzial steckt, von großer Bedeutung, diese Weltmeisterschaft in Russland auszutragen."

"In diesem Jahr haben wir eine Angleichung der Strukturen und Wettbewerbe zwischen dem Frauenfussball und dem Männerfussball vorgenommen. Dank der erfolgten Konsolidierung der Mannschaften und der damit verbundenen besseren Wettbewerbsfähigkeit ist die Einführung einer FIFA U-17- Frauenfussball-Weltmeisterschaft möglich geworden. Die Entwicklung im Frauenfussball hat in den vergangenen Jahren einen sehr dynamischen Weg genommen."

"Der Frauenfussball ist eine große Herausforderung. Von daher ist es enorm wichtig, den Frauen die gleichen Möglichkeiten zu sichern wie ihren männlichen Kollegen. Folglich müssen wir auch künftig viel in diesen Sport investieren. Nach meiner Überzeugung wird sich der Frauenfussball in den kommenden zehn Jahren wesentlich verändern. Dies schließt auch ein wachsendes Interesse der Zuschauer und der Öffentlichkeit ein."

Chuck Blazer, Präsident der Organisationskommission für die FIFA U-20 und U-17- Frauenfussball-Weltmeisterschaften
"Wir sind mit einigen Erwartungen nach Russland gekommen, was die Durchführung dieses WM-Turniers anbelangt. Heute kann ich mit größter Zufriedenheit sagen, dass unsere Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern noch übertroffen wurden."

"Von den vier Mannschaften, die das Halbfinale erreichten, sind Brasilien, die USA und die VR China für niemanden überraschend in die Vorschlussrunde vorgestoßen. Anders verhält es sich im Fall der DVR Korea. Es kann einem solchen Turnier nur gut tun, wenn am Ende ein Team völlig unerwartet im Finale steht. Bislang haben die Koreanerinnen auf hohem Niveau gespielt und ich bin sicher, dass sie auch am Sonntag ein großes Spiel machen werden."

Vitaly Mutko, Präsident des russischen Fussballverbandes
"Alles in allem sind wir mit dem Verlauf dieses Turniers sehr zufrieden. Wir haben uns große Mühe gegeben, den teilnehmenden Mannschaften einen angenehmen Aufenthalt zu ermöglichen, und ich glaube, das ist uns auch gelungen. Für Russland war dieses WM-Turnier eine wertvolle Erfahrung, denn wir haben dabei ein paar Qualitätsstandards erreicht, die wir jetzt auch auf unseren Verband übertragen werden."

"Der russische Fussballverband hat für die Entwicklung des Frauenfussballs einen ehrgeizigen Plan für die Zeit zwischen 2006 und 2012 erarbeitet. Oberste Priorität haben dabei die landesweite Entwicklung und Förderung dieses Sports sowie die Verbesserung der vorhandenen Strukturen. Damit soll Frauenfussball in Russland zur Tradition werden. Darüber hinaus wollen wir erreichen, dass unsere Auswahlteams auch international zu den Besten zählen."

"Die bisherigen Erfolge der russischen Frauenfussballauswahl entsprechen nicht dem fussballerischen Niveau des Landes. Deshalb sieht unser Entwicklungsprogramm auch die Schaffung von speziellen Trainingszentren für Frauen und Mädchen vor. Und in den landesweit einzurichtenden Fussballakademien wird es jeweils eine Abteilung für Frauenfussball geben. Des Weiteren haben wir die Absicht, feste Strukturen für die 1. Liga mit 16 starken Mannschaften zu schaffen sowie die Anzahl der Amateurteams zu erhöhen."