In Gruppe C hielt bereits der erste Spieltag eine große Überraschung parat. Die DVR Korea setzte sich in der schweren Gruppe gegen den amtierenden Weltmeister Deutschland durch, der sich jedoch rechtzeitig von diesem Schock erholte und trotz der Auftaktniederlage einen Platz im Viertelfinale erreichte. Die Mexikanerinnen gewannen ihr erstes Spiel. Die Freude darüber währte jedoch nur kurz, und letztlich mussten sie zusammen mit den Schweizerinnen die Heimreise antreten, die ihrerseits gegen die beiden Topmannschaften chancenlos waren.

1. DVR Korea, 9 Punkte
Die DVR Korea war in aller Stille nach Russland angereist, um dann im ersten Spiel gleich für einen Paukenschlag zu sorgen. Während allgemein damit gerechnet wurde, dass die Asiatinnen im ersten Spiel eine deutliche Niederlage beziehen würden, setzte sich die diszipliniert spielende Mannschaft von Trainer Choe Kwang Sok zur Überraschung aller mit 2:0 gegen Deutschland durch.

Die große Spielübersicht der talentierten Spielmacherin Kim Kyong Hwa offenbarte sich noch deutlicher im zweiten Spiel, in dem die Nordkoreanerinnen mühelos gegen die Schweiz siegten (4:0). "Meine Spielerinnen hatten zuvor nie gegen europäische Mannschaften gespielt und so konnten sie jetzt erste Erfahrungen sammeln", betonte ihr bescheidener und zurückhaltender Trainer.

Obwohl vor dem dritten Spiel das Erreichen des Viertelfinals bereits sicher war, ließen die Koreanerinnen nichts anbrennen. Mexiko war das nächste Opfer (4:0) auf dem Weg ins Viertelfinale. Erneut drückten die beeindruckenden Kim und Kim Chun Hui dem Spiel ihren Stempel auf und unterstrichen die Ansprüche der Asiatinnen. "Unsere Spielerinnen haben gezeigt, dass sie gut vorbereitet sind und wir uns vor keinem Gegner fürchten müssen", lautete die selbstsichere Aussage des Trainers.

2. Deutschland, 6 Punkte
Der amtierende Weltmeister erlebte im ersten Spiel mit der Niederlage gegen die DVR Korea eine böse Überraschung. Und die deutsche Trainerin Maren Meinert sprach von einem letztlich verdienten Sieg der gegnerischen Mannschaft. "Ich bin sehr enttäuscht. Bereits nach wenigen Minuten war zu sehen, dass wir heute die schlechtere Mannschaft auf dem Platz waren." Man weiß nicht, was die Trainerin ihren Spielerinnen in den folgenden Trainingseinheiten sagte, aber es funktionierte prächtig.

Die Mannschaft zeigte sich im Spiel gegen Mexiko gut erholt von der Niederlage und fuhr einen Kantersieg ein (9:1). Nach dem Treffer von Celia Okoyino Da Mbabi war nur noch eine Mannschaft am Drücker. Die Spielführerin und Nadine Kessler setzten in der Folge die Offensivabteilung wiederholt in Szene. Simone Laudehr und Anna Blässe nutzten diese Anspiele, um selber zum Torerfolg zu kommen bzw. für andere Spielerinnen aufzulegen.

Mit neuem Elan und weiterem Erfolgshunger setzten sich die Deutschen dann mühelos im letzten Spiel gegen die Schweiz durch (6:0). Obwohl das Ergebnis angesichts des Spielverlaufs etwas zu hoch ausfiel, war der Sieg dennoch völlig verdient. Während der Sieg gegen die Mexikanerinnen in erster Linie aus einer geschlossenen Mannschaftsleistung resultierte, dominierte in diesem Spiel vor allem die individuelle Klasse.  

3. Mexiko, 3 Punkte
Das erste Spiel verlief vielversprechend für die Mexikanerinnen. Im Spiel gegen die Schweiz überzeugte die Mannschaft und insbesondere die Schnelligkeit von Mónica Ocampo und das Talent von Chalyn Corral stachen ins Auge. Die Nummer 10, die mit 14 Jahren und 11 Monaten die jüngste Torschützin des Turniers wurde, bewies Spielübersicht, Schnelligkeit, hervorragende Dribblings und Gefährlichkeit bei Standardsituationen.

Gegen die wie entfesselt aufspielenden Deutschen war es dann jedoch mit der Herrlichkeit vorbei. In der Abwehr offenbarten sich immer wieder Lücken und die Torhüterin musste nicht weniger als neun Mal den Ball aus den Maschen holen. Das war ein herber Rückschlag und die jungen Spielerinnen litten deutlich darunter.

"Wir wussten von vornherein, dass wir in einer sehr schweren Gruppe spielen. Deutschland und Korea sind starke Mannschaften und ich glaube, dass sie das Finale erreichen werden", sagte der enttäuschte Trainer Leonardo Cuéllar.

Der Trainer entschied sich für das letzte Gruppenspiel gegen die Nordkoreanerinnen für eine deutlich defensivere Aufstellung, doch es half nichts. Die Asiatinnen hatten genügend Freiräume, um ihr Spiel aufzuziehen. Die mexikanischen Konter blieben dagegen erfolglos, was u. a. an der physischen Unterlegenheit der mexikanischen Angreiferinnen lag.

4. Schweiz, 0 Punkte
Die Schweiz muss das schwache Abschneiden bei ihrer ersten Weltmeisterschaftsteilnahme gründlich analysieren, um die gesammelten Erfahrungen für kommende Aufgaben zu nutzen.

Die Schweizerinnen waren zunächst gut in das Turnier gestartet und gingen gegen Mexiko durch einen Treffer von Vanessa Bürki in Führung. Die Freude hielt aber nicht lange an und die wiederholten Fehler in der Abwehr führten dann folgerichtig zum Ausgleichstreffer der Mexikanerinnen.

Im Spiel gegen die DVR Korea waren die Schweizerinnen dann viel besser organisiert, aber eine Unaufmerksamkeit reichte, um mit einem Rückstand in die Halbzeit zu gehen. Im Anschluss brachen dann alle Dämme und die Probleme waren die alten.

"Wir haben zu viele Tore kassiert", erklärte der entmutigte Schweizer Trainer Claudio Taddei. Und im letzten Spiel sollte es ihnen nicht besser ergehen. Die Deutschen hatten kein Mitleid und brachten den Schweizerinnen eine schmerzliche 0:6-Niederlage bei.