Argentiniens Ludmila Manicler entschied das letzte Spiel in Gruppe D fast im Alleingang. Beim 4:0-Sieg gegen die DR Kongo im Petrovsky-Stadion von St. Petersburg erzielte die Stürmerin drei Treffer und bereitete den vierten vor. Dabei ging es im Spiel der beiden Mannschaften eigentlich um nichts mehr, denn nach zwei Niederlagen gegen Frankreich und die USA hatten beide Teams keine Chance mehr, das Viertelfinale der FIFA U-20-Frauenfussball-Weltmeisterschaft Russland 2006 zu erreichen.
Von Beginn an entwickelte sich ein offenes, munteres Spiel, doch Argentinien genügten nur vier Minuten, um die Partie zu entscheiden. Zunächst fand ein schöner langer Pass von Florencia Quinones in die Spitze Stürmerin Maria Potassa, die den Ball vor dem Tor geschickt annahm und quer zu Ludmila Manicler spielte. Diese schob flach zum 1:0 ein. (13. Minute)
Nur zwei Minuten später rappelte es schon wieder im Kasten von Kongos Torhüterin Mamie Buazo. Ein langer Pass von Manicler in den Lauf von Potassa, die auf und davon spurtete und der herauseilenden Torhüterin keine Chance ließ (2:0, 15.). Doch damit nicht genug. Erneut waren keine zwei Minuten gespielt und Argentinien führte mit 3:0. Diesmal war es wieder Manicler, die nach einem Pass von Quinones das Leder in die Maschen beförderte. (3:0, 17.)
Die Kongolesinnen schienen demoralisiert und haderten mit sich selbst. Mitte des ersten Durchgangs verflachte die Partie etwas, mit dem Halbzeitpfiff erhöhte Manicler dann nochmals ihr Torekonto. Nach einem Eckball konnten die Afrikanerinnen den Ball nicht klären, und die argentinische Angreiferin nutze die Konfusion zum 4:0 (45.). Nach der Partie wurde sie zur Spielerin des Spiels gewählt: "Ich bin natürlich sehr glücklich, dass ich heute drei Tore gemacht habe. Ich freue mich auch, dass wir heute gewonnen haben und hoffe, dass wir bei der nächsten WM an diese Leistung anknüpfen können", sagte die Angreiferin.
"Argentinien hat heute besonders in der ersten Halbzeit sehr gut gespielt und an sich geglaubt, deshalb haben die dieses Spiel auch letztlich verdient gewonnen", lobte Kongos Trainer Poly Bonganya.
Seine Spielerinnen schienen sich offenbar für die zweite Halbzeit mehr vorgenommen zu haben. Sie entwickelten mehr Druck, ohne dabei jedoch zwingend für Gefahr zu sorgen. Angefeuert von einer unermüdlichen Schar afrikanischer Fans, wollten sie wenigstens den Ehrentreffer erzielen. Und die Chancen dazu waren da. Nach einem Freistoß stieg Oliva Amani am Fünfmeterraum hoch, doch ihr Kopfball verfehlte das argentinische Tor nur knapp.
Im Gegenzug fiel dann fast das 5:0. Zunächst musste Kongos Torfrau aus ihrem Kasten, um einen langen Ball vor der heranstürmenden Potassa zu retten, doch ihr Abwehrversuch landete direkt vor den Füßen von Maria Blanco, die aus rund 45 Metern einfach draufhielt. Der Ball segelte hoch über die gesamte Deckung und die zurückeilende Keeperin, doch dann war es Nanu Mafuala, die das Leder von der Linie kratzen konnte.
Nach einer Tätlichkeit an Kongos Tresorine Nzuzi sah Argentiniens Gabriela Chavez in der 69. Minute die Rote Karte.
In der Schlussminute hatte dann Arlette Mafuta den Ehrentreffer auf dem Fuß, als sie alleine vor Elisabeth Minnig auftauchte, doch die argentinische Torhüterin konnte ihren Kasten an diesem Abend sauber halten.
"Ich bin sehr glücklich über das Ergebnis und über die Leistung, die wir heute gezeigt haben. Schade, dass wir nicht schon gegen Frankreich und die USA so gespielt haben", resümierte Argentiniens Trainer Jose Carlos Borrello (ARG)
Spielerin des Spiels: Ludmila Manicler (ARG)
"Die argentinische Stürmerin war die entscheidende Spielerin auf dem Feld. Sie erzielte drei Tore selbst und bereitete einen Treffer vor. Sie war genau da, wo sie als Stürmerin sein muss. Das hat sie heute ausgezeichnet." Sylvie Beliveau, Mitglied der Technischen Studien-Gruppe der FIFA (TSG).