Die DVR Korea fegte am 24. August im Dynamo-Stadion in Moskau auf ihrem Weg ins Viertelfinale bei der FIFA U-20-Frauenfussball-Weltmeisterschaft Russland 2006 das Team Mexikos mit 4:0 vom Platz. Die Koreanerinnen weisen bislang eine makellose Bilanz von drei Siegen in drei Spielen und ein Torverhältnis von 10:0 auf.
Trainer Choe Kwang Sok hatte die Startaufstellung etwas geändert, blieb sich seiner Linie jedoch treu. Sein Gegenüber Leonardo Cuéllar seinerseits nahm - einschließlich der Torfrau - fünf Änderungen vor, die besonders die Defensive betrafen, die gegen Deutschland so glücklos agiert hatte.
Seine Rechnung ging jedoch nicht auf. Die Abwehr hatte man zwar durch zwei Mittelfeldspielerinnen mit rein defensiven Aufgaben verstärkt, doch vorne im Sturm standen Mónica Ocampo und Charlyn Corral gegen die kräftigen koreanischen Verteidigerinnen auf verlorenem Posten.
So trafen Kim Kyong Hwa und Kim Chun Hui kaum auf Widerstand im Mittelfeld und konnten nach Belieben schalten und walten. "Ich habe nur das getan, was mein Trainer mir aufgegeben hat. Ich habe alles versucht, um dem Team zu helfen", erklärte Kim Chun bescheiden, die anschließend zur besten Spielerin der Partie gewählt wurde. In der ersten Halbzeit schoss Mexiko kein einziges Mal auf das gegnerische Tor, während es die DVR Korea auf drei Treffer brachte.
"Die Mannschaft hat heute im Vergleich zur vorherigen Partie schon besser gespielt. Aber es hat noch nicht ausgereicht, um das Spiel zu gewinnen. Korea hat eine schwer zu spielende Mannschaft mit sehr schnellen Spielerinnen. Sie sind technisch beschlagen und harmonieren sehr gut. Sie haben starken Fussball geboten und sind auch sehr torgefährlich. Sie spielen wie eine gut geölte Maschine", erklärte der mexikanische Trainer nach der Partie.
Der erste Treffer fiel nach einer halben Stunde, nachdem die mexikanische Verteidigerin Isabel Valdez den Ball vertändelt hatte. Kim Hyang Mi nahm die Gelegenheit wahr, stand allein vor der mexikanischen Torfrau und ließ dieser mit einem Diagonalschuss keine Chance (0:1, 33. Minute).
Kim Kyong Hwan zeigte, dass sie nicht nur ein Spiel hervorragend organisieren kann, sondern auch torgefährlich ist. So übernahm sie die Verantwortung bei einem Freistoß aus mehr als 25 Metern und setzte den Ball mit einem gewaltigen Schuss ins Tor (0:2, 35. Min.). Die Bemühungen von Ocampo und Corral, lange Bälle zu erlaufen, verpufften im Nichts, während die Koreanerinnen den mexikanischen Strafraum geradezu einschnürten. Erneut fand Kim eine Lücke im Strafraum, überwand die Abwehr und zog direkt ab. Der Ball ging an den Pfosten, fiel dann jedoch Kil Son Hui vor die Füße, die ihn nur noch ins Tor zu schieben brauchte (0:3, 42. Min.).
In der zweiten Halbzeit änderte sich das Bild kaum, wenngleich der Druck der DVR Korea nun etwas nachließ. So gelang es Mexiko, ein wenig besser ins Spiel zu kommen, ohne jedoch den vierten Treffer der Koreanerinnen verhindern zu können. O Kum Hui gelangte nach einer Flanke von Kim Hyang Mi noch vor Torfrau Erika Venegas an den Ball und traf mit dem Kopf ins Schwarze (0:4, 59. Min.).
"Von Beginn des Turniers an haben wir Mexiko genau beobachtet, denn wir kannten diese Mannschaft nicht. In der heutigen Partie haben sie eine sehr gute Leistung geboten. Unsere Spielerinnen haben gezeigt, dass sie sehr gut vorbereitet sind. Wir haben vor keinem Gegner Angst", erklärte der koreanische Trainer.
In der Endphase der Partie gewährten die Asiatinnen den Mexikanerinnen mehr Raum, das Tor Koreas geriet dadurch jedoch nicht in Gefahr. Erst fünf Minuten vor dem Ende fand sich dann Nancy Gandarilla plötzlich allein vor der koreanischen Torhüterin Jon Myong Hui wieder, schaffte es jedoch nicht - dank der schnellen Reaktion von Ri Jin Ok, die ihr den Ball in letzter Sekunde vom Fuß spitzelte - den Ehrentreffer zu erzielen.
Spielerin der Partie: Kim Chun Hui (PKR)
"Sie hat großartige Spielübersicht. Sie ist sowohl in der Abwehr wie auch im Angriff eine wertvolle Stütze ihrer Mannschaft. Sie hat heute tolle Pässe gezeigt und war von überragender Bedeutung für das Spiel ihrer Mannschaft." Connie Selby (AUS), Mitglied der Technischen Studien-Gruppe der FIFA.