Eine Weltpremiere:
Die FIFA Klub-Weltmeisterschaft in Brasilien war
das erste internationale Fussballturnier des neuen Jahrtausends.
Die mutige Entscheidung zur Globalisierung der
Vereinsfussball-Gemeinde erwies sich dabei als eine hervorragende
Gelegenheit, ein bisher einzigartiges Fussball-Spektakel seitens
einer Vielzahl hochtalentierter Spieler zu genießen. Acht Vereine,
die jeden geographischen Winkel des Planeten Fussball vertraten,
waren in das warme Rio de Janeiro und Sao Paulo gereist, in das
Land, das von vielen als wahres Herz des Fussballs betrachtet wird.
Unter den Großen die teilnahmen, befanden sich
Europapokal-Rekordsieger Real Madrid sowie Manchester United aus
der Premier League, das gerade erst den Titel in der Champions
League geholt hatte. Dieses Team, das in der Saison 1999/2000 drei
Titel geholt hatte, ließ sogar die Gelegenheit aus, den FA-Cup zu
verteidigen, nur um im Land des Karnevals und der Samba gegen die
besten Vereine der Welt antreten zu können.
Der Weltmeister:
Es waren schließlich die beiden brasilianischen Teams von
Vasco da Gama aus Rio und die Corinthians aus Sao Paulo, die im
Finale aufeinander trafen. Nach 120 Minuten eines von der Taktik
geprägten, torlosen Spiels setzte sich Sao Paulo schließlich mit
4:3 im Elfmeterschießen durch. Nach einem Unentschieden gegen
Madrid und Siegen gegen Saudiarabiens Al Nassr und Marokkos Raja
Casablanca in der ersten Runde, holten sich die Corinthians mit
ihrem Starensemble - Vampeta, Freddy, Rincon, Edu, Dida und der
unvergleichliche Edilson - vor 73.000 Zuschauern im berühmten
Maracana-Stadion Rios verdient den Titel eines
Vereinsweltmeisters.
Die Überraschungen:
Ein Finale ohne eines der europäischen Topteams war
sicherlich die große Überraschung bei dieser FIFA
Klub-Weltmeisterschaft. Die Königlichen aus Madrid belegten
schließlich den enttäuschenden vierten Platz, nachdem sie Nexaca
aus Mexiko im Play-Off um den 3. Platz unterlegen waren. Dabei
hatten die Spanier das Finale nur aufgrund der schlechteren
Tordifferenz verpasst, denn sie hatten ebenso viele Punkte auf dem
Konto wie die späteren Sieger Corinthians. Manchester United musste
nach der 1:3-Niederlage gegen Vasco da Gama früh die Koffer packen.
Gegen die Stürmer Romario und Edmundo war kein Kraut gewachsen,
wobei Letztgenannter gegen die Engländer das schönste Tor des
Turniers erzielte.
Der mexikanische Vertreter Necaxa sorgte für die große Überraschung im Spiel um den dritten Platz gegen Real Madrid, in dem man bis zum Schlusspfiff einen heldenhaften Kampf bot. Angeführt von ihrem sensationellen ecuadorianischen Stürmer Agustin Delgado setzte sich das elegante Team aus Mexiko-City schließlich im Elfmeterschießen gegen die europäischen Aristokraten durch und konnte hoch erhobenen Hauptes wieder nach Hause fahren.
Spieler des Turniers:
Stürmer Edilson von den Corinthians erhielt den Goldenen Ball
von adidas als bester Spieler des Turniers. Zwei Tore und eine
Vorlage offenbaren nur einen Teil der großartigen Leistung und des
überragenden Talents dieses Spielers. Angeführt von Edilson hatten
die Südamerikaner dies Mal bei der Diskussion über den Kontinent,
auf dem der beste Fussball gespielt wird, das letzte Wort.
Brasilien 2000 in Zahlen:
Abschlusstabelle:
- Corinthians
- Vasco da Gama
- Necaxa
- Real Madrid
Erzielte Tore:
43 (Durchschn.: 3,07)
Beste Offensivmannschaft:
| Spieler
| Tore |
| Real Madrid CF
| 9 |
Beste Torschützen:
| Spieler
| Tore |
| Nicolas Anelka (RMAD) | 3 |
| Romario (VDGM) | 3 |
| Fahad Al Husseini (ALNAS) | 2 |
| Agustin Delgado (NEXA) | 2 |
| Edilson (CORINT) | 2 |
| Edmundo (VDGM) | 2 |
| Quinton Fortune (MANU) | 2 |
| Cristian Montecinos (NEXA) | 2 |
| Raul (RMAD) | 2 |
Spielorte:
Sao Paulo, Rio de Janeiro
Zuschauer:
503.200 (Finale: 73.000)
Durchschnittliche Zuschauerzahl:
35,942
Interessante Zahl am Rande:
Der niederländische Referee Dick Jol zückte im hart
umkämpften Finale zwischen den Rivalen Corinthians und Vasco da
Gama nicht weniger als acht Mal die Gelbe Karte. Jedes Team erhielt
vier Verwarnungen.
