Brasilien und Spanien treten am 19. Dezember in Abu Dhabi im Finale der FIFA-Junioren-Weltmeisterschaft gegeneinander an. Für die Brasilianer ist dies bereits das sechste Mal, dass sie das Finale erreichen, die Spanier sind zum dritten Mal dabei. Die Nachwuchsmannschaften beider Länder sind seit langen Jahren Rivalen. Auch im Finale der FIFA-U-17-Weltmeisterschaft 2003 in Finnland standen sie sich gegenüber und zeigten europäischen und südamerikanischen Spitzenfussball. Im Gegensatz zur spanischen A-Nationalmannschaft, der bislang noch kein großer Titelgewinn gelingen wollte, können die Junioren einige beachtliche Erfolge vorweisen.

1995 und 2002 gewannen sie die UEFA-U-19-Europameisterschaft, 1997, 1999 und 2001 die UEFA-U-17-Europameisterschaft, 1999 wurden sie Junioren-Weltmeister und kamen 2003 bis ins Finale der FIFA-U-17-Weltmeisterschaft. Damit ist die Furia Roja seit den frühen 90er Jahren die europäische Mannschaft mit der konstant besten Leistung. Brasilien steht dem in nichts nach und kann den Gewinn der Junioren-WM 1983, 1985 und 1993, sowie den U-17-Weltmeistertitel 1997, 1999 und 2003 vorweisen. Auf südamerikanischer Ebene konnte die Seleção acht Mal die U-20-Meisterschaft und sechs Mal die U-17-Meisterschaft holen. Beide Mannschaften sind also alte Hasen, die wissen wie sich ein Junioren-Weltmeister fühlt. Brasilien hat an 13 der 14 Turniere teilgenommen und ist jedes Mal über die erste Runde hinausgekommen. Die Spanier waren seit 1977 lediglich vier Mal nicht dabei. Angesichts dieser Zahlen ist es fast überraschend, dass die beiden Länder bei der Junioren-WM erst drei Mal gegeneinander angetreten sind.

Zwei dieser Begegnungen fanden 1985 statt - die "Samba Boys" triumphierten damals erst im Gruppenspiel mit 2:0 und dann noch einmal im Finale mit 1:0. Das damalige Finale wurde besonders verbissen ausgetragen. Silas und seine Teamkameraden konnten sich erst in der Verlängerung gegen die wackeren Iberer durchsetzen. 1999 übten die Spanier dann mit einem 2:0-Sieg im Gruppenspiel späte Revanche, bevor sie weiter ins Finale zogen und dort Japan mit 4:0 eine vernichtende Niederlage beibrachten. In der Geschichte der Junioren-WM hat noch keine Mannschaft mit größerem Vorsprung das Finale für sich entschieden. Interessant ist, dass der Gewinner der spanisch-brasilianischen Duelle in beiden Fällen letztendlich auch den Titel holte.

Das wird auch dieses Mal so sein. Die Frage ist nur, welches der beiden Teams sich am Ende freuen darf. Europa gegen Südamerika Beide Mannschaften vertreten nicht nur ihre respektiven Nationen, sondern stehen auch für ihren Kontinent auf dem Rasen. Alle 13 Junioren-Weltmeistertitel gingen bislang entweder nach Südamerika oder nach Europa. Momentan führt die CONMEBOL mit sieben Titeln vor der UEFA mit sechs. Die Spanier haben also Gelegenheit, diesen Punktestand auszugleichen, während die Brasilianer natürlich versuchen werden aus der Sieben eine Acht zu machen. Mit der Erfolgsgeschichte der beiden Teams im Hinterkopf zeigen sich die beiden Nationaltrainer realistisch wenn es um ihre Chancen auf den Sieg geht.

"Die Südamerikaner verfügen immer über großartige Spieler, die wir bewachen müssen wie Schießhunde", räumte José Ufarte nach dem Halbfinalsieg seiner Elf ein. "Aber meine Mannschaft ist hochmotiviert und hat viel Talent. Ich glaube deshalb, dass wir durchaus Chancen auf den Titel haben – obwohl wir sicherlich auch ein bisschen Glück brauchen." Marcos Paqueta, der für gewöhnlich nicht viele Worte über seine Gegner verliert, hat sichtlich Respekt vor den Spaniern. "In dieser Phase des Turniers sind nur noch wirklich gute Mannschaften dabei. Doch wir verbessern uns mit jedem Spiel", warnte der brasilianische Trainer, der seine Jungs bereits bei der U-17-WM zum Sieg gegen die Spanier führte. Doch viel Zeit um sich zu verbessern bleibt nicht mehr. Wer am 19. Dezember gewinnen will muss in Topform sein.