Der Weltmeister:
Mit ihrer flexiblen 3-5-2-Aufstellung beherrschte José
Pekermans argentinische Mannschaft die
FIFA-Junioren-Weltmeisterschaft Argentinien 2001 und ging mit
sieben Siegen aus sieben Spielen als verdienter Sieger aus diesem
Turnier hervor. Die jungen Albiceleste boten während der gesamten
Weltmeisterschaft einen ausgereiften Fussball, trafen förmlich nach
Belieben (insgesamt 27 Mal) und begeisterten ein ums andere Mal
ihre leidenschaftlich mitgehenden heimischen Fans. Besondere
Aufmerksamkeit erregten bei Zuschauern wie Fachleuten Javier
Saviola, der das Turnier mit 11 Treffern als Torschützenkönig
beendete, und Andres D'Alessandro, Schaltzentrale im
argentinischen Mittelfeld, der in wirklich jedem Spiel zu
beeindrucken wusste.
Die Überraschungen:
Erstmals in der Geschichte dieses Turniers erreichten zwei
afrikanische Mannschaften die Runde der letzten Vier: Ghana kam bis
ins Finale, während Ägypten den dritten Platz erringen konnte. Die
"Black Satellites" aus Ghana boten begeisternden Fussball
und setzten sich in Gruppe F gegen Frankreich und Paraguay durch,
wonach sie mit Siegen über Ecuador, Brasilien und Ägypten bis ins
Finale vorstießen. Dabei überzeugte Emmanuel Afranies Team mit
physischem Spiel und tödlichen Kontern, bei denen die Stürmer Derek
Boateng und Michael Essien mit blitzschnellen Sprints Löcher in die
gegnerische Verteidigung rissen. Schon einmal war Ghana bis ins
Finale vorgedrungen - 1993 verlor man gegen Brasilien mit 2:1.
Ägypten entpuppte sich nach einem wackligen Start als die wahre Überraschungsmannschaft des Turniers. Nach einem müden 0:0-Unentschieden gegen Jamaika gerieten Shawky Gharibs Spieler im Spiel gegen den späteren Turniersieger Argentinien mit 1:7 unter die Räder. Doch die Ägypter erholten sich schnell und bewiesen ihre mentale Stärke durch einen Sieg über Finnland, der ihnen den Einzug ins Achtelfinale sicherte. Zwei technisch und taktisch ausgereifte Leistungen führten zu Siegen gegen die USA und die Niederlande und dem Einzug ins Halbfinale. In beiden Matches gefiel vor allem das Sturmduo Reda Shehata und Mohamed El Yamany durch ausgezeichneten Fussball.
Spieler des Turniers:
Sein trickreiches Spiel und vor allem seine Cleverness im
Abschluss machten den kleinen Javier Saviola zum unumstrittenen
Spieler des Turniers. "El conejo" (das Kaninchen)
erzielte 11 Tore, u.a. durch zwei Hattricks und zwei Doppelpacks,
und stieg damit vor Brasiliens Adailton, der 1997 zehn Treffer
erzielte, zum erfolgreichsten Torjäger in der Geschichte der
FIFA-Junioren-Weltmeisterschaften auf. Diese Leistung blieb
natürlich in der Fachwelt nicht unbemerkt: Kurz nach dem Turnier
wechselte Saviola von River Plate Buenos Aires zum FC Barcelona in
die spanische Primera División.
Namen, die man sich merken sollte:
Andres D'Alessandro (ARG), Javier Saviola (ARG), Kaka
(BRA), Djibril Cissé (FRA), Philippe Mexes (FRA), Derek Boateng
(GHA), DaMarcus Beasley (USA), Landon Donovan (USA), ...
Argentinien 2001 in Zahlen:
Abschlusstabelle:
- Argentinien
- Ghana
- Ägypten
- Paraguay
Erzielte Tore:
149 (Durchschn. 2,87/Spiel))
Beste Offensivmannschaft:
Argentinien (27 Tore)
Beste Torschützen:
- Javier Saviola (ARG), 11 Tore
- Adriano (BRA), Djibril Cissé (FRA), 6 Tore
Spielorte:
Buenos Aires, Còrdoba, Mendoza, Rosario, Salta und Mar del
Plata
Zuschauer:
506.320 (Finale: 32.000)
Durchschnittliche Zuschauerzahl:
9,737
Interessante Zahl am Rande:
Ägypten und Paraguay beendeten das Turnier mit genau der
gleichen Tordifferenz - mit jeweils elf erzielten und acht
kassierten Toren schieden beide Teams im Halbfinale aus.
