Der Weltmeister:
José Pekermans Mannschaft wurde in Malaysia zum zweiten Mal hintereinander FIFA-Junioren-Weltmeister. Dabei ließen die Albiceleste auf dem Weg zum Titel Ungarn, Kanada, England, Brasilien, die Republik Irland und Uruguay hinter sich. Das technisch wie taktisch herausragende argentinische Team spielte in einer flexiblen 3-5-2-Aufstellung und war konstant Über die Außenpositionen gefährlich, ohne dem Gegner in der Verteidigung LÜcken zu öffnen. Wie bei jeder großen Mannschaft bildete auch hier eine solide Verteidigung - in der vor allem Diego Placente und Walter Samuel Überzeugten - die Grundlage des Erfolgs. Doch den entscheidenden Unterschied zu allen Mitbewerbern um den Titel machte Argentiniens unwiderstehliches Mittelfeldquartett aus: Esteban Cambiasso, Kapitän Diego Markic, Juan Roman Riquelme und der geniale Regisseur Pablo Aimar waren letztendlich fÜr Argentiniens erfolgreiche Titelverteidigung verantwortlich.
Die Überraschungen:
Wieder einmal zeigten sich die Teams aus Südamerika
in großartiger Form. Daher war es kein Wunder, dass drei von ihnen
das Viertelfinale erreichten - Brasilien, Argentinien und Uruguay -
und die letzten beiden sogar bis ins Finale vorstießen.
Auch die Mannschaft aus Ghana spielte ein hervorragendes Turnier und erreichte das Halbfinale, in dem Gegner Uruguay sich letztlich als zu stark erwies und mit einem Golden Goal 3:2 gewann. Diese Generation der "Black Satellites" - der ehemalige FIFA-U-17-Weltmeister - verpasste nur knapp die Wiederholung des großen Erfolgs ihrer berÜhmten Vorgänger, die 1993 im Finale der FIFA-Junioren-Weltmeisterschaft standen. In einem Turnier, in dem die europäischen Fussball-Großmächte Frankreich, England und Spanien enttäuschten, blieb es der Republik Irland Überlassen, den Alten Kontinent in den Halbfinals wÜrdig zu vertreten. Die Jungstars von der GrÜnen Insel zeigten einen äußerst effektiven Konterfussball, fingen geschickt den gegnerischen Druck auf und starteten immer wieder Überraschende Angriffe aus der eigenen Verteidigung heraus - eine Taktik, mit der sich die Iren erfolgreich gegen die USA (2:1), Marokko (2:1) und im Viertelfinale gegen Spanien durchsetzten (1:0) und die sich auch im Spiel um Platz Drei als stärker erwies als der attraktive Fussball der "Black Satellites".
Spieler des Turniers:
Uruguays Offensivgespann Nicolas Olivera und Marcelo Danubio
Zalayeta war einer der HauptgrÜnde dafÜr, dass die
Mannschaft bis ins Finale dieser FIFA-Junioren-Weltmeisterschaft
vordringen konnte. Seine zwei Tore, zahlreiche Vorlagen und das
fast schon telepathische Verständnis mit Vollstrecker Zalayeta
machten Olivera darum auch zu Recht zum Spieler des Turniers.
"Nico", wie man ihn in seiner Heimat Uruguay nennt, war
der Dreh- und Angelpunkt in Victor Puas Mannschaft und verbreitete
mit seinen raffinierten Pässen mit schöner Regelmäßigkeit Angst und
Schrecken in den gegnerischen Strafräumen. Nach dem Turnier verließ
Nico seinen Klub Defensor Sporting und wechselte nach Spanien. Dort
spielte er zunächst bei Valladolid, unterschrieb aber bald darauf
bei seinem jetzigen Verein, dem FC Sevilla.
Namen, die man sich merken sollte:
Pablo Aimar (ARG), Esteban Cambiasso (ARG), Diego Placente
(ARG), Juan Roman Riquelme (ARG), Walter Samuel (ARG), Adailton
(BRA), Jamie Carragher (ENG), Kieron Dyer (ENG), Danny Murphy
(ENG), Michael Owen (ENG), Nicolas Anelka (FRA), William Gallas
(FRA), Thierry Henry (FRA), Mikaël Silvestre (FRA), David Trezeguet
(FRA), Peter Ofori-Quaye (GHA), Damien Duff (IRL), Benedict
McCarthy (RSA), Miguel Angulo (ESP), Francisco Farinos (ESP),
Gerard (ESP), Nicolas Olivera (URU), Marcelo Zalayeta (URU), John
O'Brien (USA)
Malaysia 1997 in Zahlen:
Abschlusstabelle:
- Argentinien
- Uruguay
- Republik Irland
- Ghana
Erzielte Tore:
165 (Durchschn. 3,17/Spiel)
Beste Offensivmannschaft:
Brasilien (25 Tore)
Beste TorschÜtzen:
- Adailton (BRA), 10 Tore
- David Trezeguet (FRA), 5 Tore
- Alex (BRA) 4 Tore
Spielorte:
Alor Setar, Johor Bahru, Kangar, Kuantan, Kuching, Sha
Alam
Zuschauer:
655.827 (Finale: 62.000)
Durchschnittliche Zuschauerzahl:
12.612
Interessante Zahl am Rande:
Mit dem 10:0 gegen Belgien im Achtelfinale stellte Brasilien
einen neuen Torrekord fÜr FIFA-Junioren-Weltmeisterschaften
auf.
