Der Weltmeister:
Erstmals in der Geschichte des Turniers konnte Portugal die
FIFA-Junioren-Weltmeisterschaft gewinnen. Carlos Queiroz' Elf
stand hervorragend in der Verteidigung (die Mannschaft ließ im
gesamten Turnier nur drei Tore zu - alle in einem Spiel), und sie
war offensiv in der Lage, jede gegnerische Abwehr aus den Angeln zu
heben. Mit Valido (Pedro Franco) als zentraler Figur im Mittelfeld
- flankiert von Jorge Couto und Joao Pinto, die selbst zufällige
Chancen des Gegners noch zunichte machten - und ihren
blitzschnellen Vorstößen über die Außenpositionen waren die
Männer von der iberischen Halbinsel einfach nicht zu stoppen. Am
meisten beeindruckte ihr Sieg gegen Brasilien - eine Mannschaft,
die in vier Spielen 11 Tore erzielt hatte, bis es im Halbfinale zur
mit Spannung erwarteten Begegnung gegen Portugal kam. Zwar
erzielten die Portugiesen im gesamten Turnier nur sechs Tore und
beendeten vier ihrer fünf siegreichen Spiele mit einem
knappen 1:0, aber sie sorgten dafür, dass jeder dieser
Treffer sich auszahlte. Damit war eine talentierte Generation von
Fussballern herangereift.
Die Überraschungen:
Die FIFA-Junioren-Weltmeisterschaft Saudiarabien 1989 bot
zwei große überraschungen. Zum einen war es Bob Ganslers
U.S.-Team, das in letzter Minute als Ersatz für das vom
Turnier ausgeschlossene Mexiko einsprang und bis ins Halbfinale
vorstieß - eine bemerkenswerte Leistung, vor allem, wenn man
bedenkt, dass sich die USA in einer Gruppe durchsetzten, in der
außer Mali noch der zweifache Junioren-Weltmeister Brasilien und
die hervorragende ostdeutsche Mannschaft spielten (die 1987
Turnierdritter geworden war). Physisch stark und blitzschnell bei
Kontern, setzten Ganslers Männer sich im Viertelfinale gegen den
Irak durch und unterlagen Nigeria im Halbfinale erst in der
Verlängerung.
Die Nigerianer entpuppten sich bei diesem Turnier als die zweite große überraschung. Aufgrund ihrer guten Ergebnisse in den jüngeren Altersgruppen war die Fachwelt zwar davon ausgegangen, dass die Flying Eagles bei dieser Weltmeisterschaft gut mithalten konnten, aber niemand hatte sie so stark eingeschätzt. Drei Mal holte das Team einen Rückstand wieder auf (gegen die Tschechoslowakei, die UdSSR und die USA) - und niemand, der dabei war, wird je die historische Begegnung mit der UdSSR vergessen. Dreißig Minuten vor Schluss lag Nigeria noch mit 0:4 hinten, doch dann erzielten die Afrikaner vier Tore in 24 Minuten und gewannen das Spiel schließlich im Elfmeterschießen. Durch den Sieg über die USA drang Nigeria als erste afrikanische Mannschaft ins Finale einer FIFA-Junioren-Weltmeisterschaft vor. Christopher Ohenhen, Mutiu Adepoju und Christopher Nwosu waren die Schlüsselspieler eines physisch starken und technisch hoch talentierten Teams.
Spieler des Turniers:
Der brasilianische Mittelfeldspieler Faria Barreto Bismarck
wurde zum Spieler der FIFA-Junioren-Weltmeisterschaft Saudiarabien
1989 gewählt - mit seinen drei Toren und zahllosen genialen Pässen
auf die Stürmer Marcelo Henrique und Sonny Anderson hatte
er im Verlauf des Turniers jeden Fussballfan erfreut. Doch trotz
all seiner Klasse konnte Bismarck die Viertelfinalniederlage seiner
Mannschaft nicht verhindern. Wieder daheim in Brasilien spielte er
neben einem gewissen Bebeto für Vasco da Gama und fuhr 1990
mit der Seleção zum FIFA-Weltpokal Italien 1990¿. Danach ließ er
sich sein Talent in Japan bei Yomiuri Verdy vergolden; 1993 wurde
Bismarck zum Spieler des Jahres in Japan gewählt.
Namen, die man sich merken sollte:
Roberto Bonano (ARG), Diego Simeone (ARG), Sonny Anderson
(BRA), Bismarck (BRA), Leonardo (BRA), Steffen Freund (GER), Mutiu
Adepoju (NGA), Roar Strand (NOR), Fernando Couto (POR), Joao Pinto
(POR), Paulo Sousa (POR), Santiago Canizares (ESP), Alberto Ferrer
(ESP), Ismael Urzaiz (ESP), Kasey Keller (USA), Youri Nikiforov
(URS), Oleg Salenko (URS), Victor Onopko (URS),...
Saudiarabien 1989 in Zahlen:
Abschlusstabelle:
- Portugal
- Nigeria
- Brasilien
- USA
Erzielte Tore:
81 (Durchschn. 2,53/Spiel)
Beste Offensivmannschaft:
Brasilien (14 Tore)
Beste Torschützen:
- Oleg Salenko (URS), 5 Tore
- Mutiu Adepoju (NGA), Sonny Anderson (BRA), Faria Bismarck (BRA), Marcelo Henrique (BRA), Christopher Ohenhen (NGA), Steve Snow (USA), 3 Tore
Spielorte:
Riad, Dammam, Jeddah, Taif
Zuschauer:
643,815 (Finale: 65.000)
Durchschnittliche Zuschauerzahl:
20,119
Interessante Zahl am Rande:
Portugal gewann das Turnier 1989 mit der
"Rekordzahl" von nur sechs erzielten Toren.
