Mit bandagiertem linken Oberschenkel absolvierte Maren Meinert am Donnerstag das Training auf dem Gelände des Home Depot Center in Carson, am Tag zuvor stand für die deutsche Stürmerin nur ein Lauftraining auf dem Programm. Doch Meinert wischt alle Bedenken beiseite: „Das ist eine reine Vorsichtsmaßnahme. Mit dem Oberschenkel habe ich ja schon länger Probleme."

Mit dem ersten offiziellen Training startete die Vorbereitung auf das mit Spannung erwartete Endspiel gegen Schweden am kommenden Sonntag, das eine Neuauflage des EM-Finales von 2001 ist. Dabei ging es ordentlich zur Sache, die Spielerinnen bemühten sich, wieder die nötige Spannung aufzubauen. Denn die ist notwendig, um die starken Schwedinnen in den Griff zu bekommen.

Ab morgen stehen Videostudien der bisherigen schwedischen Spiele auf dem Programm, vor allem der Halbfinalsieg der Skandinavierinnen gegen Kanada wird noch einmal besonders unter die Lupe genommen. Nach dem 3:0-Erfolg gegen die USA im Halbfinale soll sich nicht der Irrglaube einschleichen, das Spiel gegen Schweden könnte zum Selbstläufer werden.

„Es wäre dumm, die Schwedinnen zu unterschätzen", sagt Meinert. Die 91-fache Nationalspielerin, die ihre Karriere definitiv nach dem Endspiel beenden wird, lobt vor allem das Sturmduo Hanna Ljungberg und Victoria Svensson. „Die sind Extraklasse". Meinert hat alle bisherigen schwedischen Spiele gesehen und erwartet ein attraktives Spiel, bei dem sich die Schwedinnen nicht hinten rein stellen werden.

Hart umkämpftes Finale erwartet

Auch Pia Wunderlich geht davon aus, dass es eine hart umkämpfte Auseinandersetzung geben wird. „Vielleicht fällt die Entscheidung sogar per Golden Goal oder erst im Elfmeterschießen, aber ich hoffe natürlich, dass wir am Ende die glücklichen Gewinnerinnen sind." Zu den Vorzügen des Gegners meint sie: „Die Schwedinnen haben sich im Turnierverlauf gesteigert. Sie sind zweikampfstark und technisch sehr versiert. Die beiden Stürmerinnen sind das Prunkstück der Mannschaft, obwohl natürlich auch die Abwehr und das Mittelfeld sehr stark sind."

Vor allem das Spiel nach vorne soll gegen Schweden verbessert werden. „Das hat gegen die USA nicht gut geklappt, das können wir besser", so Meinert selbstkritisch.

Wunderlich blickt optimistisch Richtung Finale: „Wir haben unser Hauptziel, die Olympia-Qualifikation, geschafft und können befreit aufspielen. Das ist auf jeden Fall ein Vorteil."

Bis zum Endspiel wollen sich die DFB-Damen auch an die frühe Anstoßzeit gewöhnt haben. „Morgens um 10 Uhr fit zu sein, ist sehr schwierig", so Meinert. Bereits um 5 Uhr in der Früh wird am Finalsonntag der Wecker klingeln, um 6 Uhr gibt es Frühstück und um 8 Uhr wird das Team im Mannschaftsbus Richtung Home Depot Center, dem Austragungsort des Finales, aufbrechen.