Der Discjockey im Home Depot Center meinte es beim Endspiel der FIFA Frauenfussball-Weltmeisterschaft sehr gut mit der deutschen Mannschaft. Gleich zweimal legte er beim Aufwärmprogramm der beiden Teams Nenas aktuellen Hit „Irgendwie, Irgendwo, Irgendwann" auf. Es war wohl sinnbildlich für die deutsche Elf. Nach drei vergeblichen Versuchen wollte der amtierende Europameister in diesem Jahr endlich den WM-Titel gewinnen.

Die Rahmenbedingungen konnten hierfür besser nicht sein. Strahlender Sonnenschein und ein azurblauer Himmel lagen über dem neu erbauten Endspielstadion im südkalifornischen Carson/Los Angeles. Selbst die frühe Anstosszeit machte den deutschen Damen nichts aus, auch in der Bundesliga wird früh angepfiffen. Das Team von Tina Theune-Meyer war hellwach, gut gelaunt und man merkte den Spielerinnen an, dass sie in diesem Jahr bereit waren, den Titel zu holen.

Auf den gut gefüllten Rängen breitete sich bereits vor dem Spiel eine tolle Stimmung aus. Viele bunte bemalte Gesichter in den jeweiligen Landesfarben auf den sonnenüberfluteten Rängen. Besonders das schwedische Team wurde von den vielen schwedischen Schlachtenbummlern angefeuert.

Doch es kam zunächst anders als erhofft für Deutschland. Nachdem Topstürmerin Birgit Prinz drei grosse Chancen vergab, brachte Hanna Ljungberg die Skandinavierinnen kurz vor der Halbzeitpause in Führung und die Stimmung im Stadion zum Kochen. Auch US-Fan Jenna Cruise aus Kalifornien drückt den Gelb-Blauen die Daumen: „Ich denke, das hat damit zu tun, weil die Deutschen die Amerikanerinnen im Halbfinale geschlagen haben. Die Amerikaner wollen deshalb die Deutschen nicht unterstützen."

Unterstützung hin oder her, die Pausenansprache von Bundestrainerin Tina Theune-Meyer muss deutlich gewesen sein, denn kurz nach der Pause markierte Maren Meinert den Ausgleich. Die 26.137 Zuschauer im Home Depot Center bekamen ein tolles Fussballspiel zu sehen, mit vielen guten Torchancen auf beiden Seiten. Kein taktisches Geplänkel, sondern eine offene Partie. Besonders die überragend spielende Hanna Ljungberg sorgte mit ihren sehenswerten Aktionen immer wieder für grosse Begeisterung auf den Tribünen.

Die 90 Minuten brachten keine Entscheidung und so mussten die Zuschauer bis zur achten Minute der Nachspielzeit warten, um das glückliche Ende für Deutschland zu erleben. Die eingewechselte Nia Künzer – bislang nur 64 Minuten im WM-Einsatz - stand goldrichtig und köpfte das Leder nach Freistossvorlage von Renate Lingor zum 2:1 ins Netz – das Golden Goal.

Die deutschen Damen lagen sich in den Armen, Tina Theune-Meyer umarmte alle, die ihr in den Weg kamen. Nach drei erfolgreichen Anläufen haben es die deutschen Damen endlich geschafft: Deutschland ist Weltmeister!