Schwedens Trainerin Marika Domanski-Lyfors
Was sagen Sie zum Ausgang des Spiels und zur Art und Weise, wie Ihr Team gegen diese deutsche Mannschaft spielte:
Ich bin heute sehr stolz auf unsere Offensivkraft und auch darauf, wie wir im ganzen Turnier gespielt haben. Geärgert hat mich jedoch die unfaire Entscheidung der Schiedsrichterin. Ich glaube nicht, dass es ein Freistoß hätte sein sollen. Na gut, und der hat dann zum Tor geführt. Das stört mich daran! Andererseits können wir am Ergebnis nichts ändern. Die deutsche Mannschaft war technisch und taktisch sehr stark, aber meine Mädchen haben toll gekämpft und für ein äußerst ausgeglichenes Spiel gesorgt. Es ist nun schon das zweite Mal, das wir in einem Finale Deutschland durch ein Golden Goal unterlegen sind. Ich hoffe, dass wir auch im Finale des Olympischen Turniers stehen, aber nie mehr durch ein Golden Goal verlieren werden.
Was denken Sie über Ihre jetzigen Spielerinnen und ihre Fähigkeiten im Team:
Wir haben einige junge Spielerinnen, die jetzt viel Erfahrung gesammelt haben, und davon werden wir in Zukunft profitieren. Zuhause haben wir noch weitere junge Spielerinnen, die wir in den nächsten Monaten in die Mannschaft für die Olymischen Spiele einbauen werden. Unsere Torhüterin hat ein tolles Spiel gezeigt, und über das ganze Turnier gesehen eine sehr beeindruckende Leistung geboten. Wenn man in so einem Turnier bestehen will, muss man eine Torhüterin haben, die auf höchstem Niveau spielt, so wie die deutsche Torfrau. Es war wohl ein aufregendes Spiel für die Zuschauer, und einige haben mir gesagt, dass es eine der besten Matches war, die je gespielt wurden. Nun, wenn zwei gute Teams aufeinander treffen, ist immer für Aufregung gesorgt.
Nach dem hohen Niveau, das wir hier gesehen haben, ist etwas Ähnliches bei den Olympischen Spielen zu erwarten?
Ich glaube, dass wenn zwei Mannschaften wie die unsrigen gegeneinander spielen, immer ein tolles Match zu erwarten ist. Es gab viele Torchancen, und wir werden das nächste Mal ganz sicher auf Revanche aus sein. Und da wir in der Lage sein werden, unser Team zusammenzuhalten, während die Deutschen Maren Meinert und Bettina Wiegmann verlieren, wird es beim nächsten Mal ein ganz anderes Ergebnis geben. Ich glaube, dass alle schon ganz heiß auf die Olympischen Spiele sind, und ich glaube nicht, dass irgendeine meiner Spielerin die Schuhe an den Nagel hängen wird. Sie sind auf Revanche aus.
Deutschlands Trainerin Tina Theune-Meyer
Was sagen Sie zum aggressiven schwedischen Angriff? Haben Sie das erwartet? Und was halten Sie von dem herausragenden Frauenfussballspiel, das wir heute gesehen haben:
Ich habe immer gesagt, dass die Schweden eines der besten Teams im Turnier stellen, und sie haben gezeigt, dass sie auch Weltmeister hätten werden können. Heute haben wir wieder eine tolle zweite Halbzeit gespielt, und als wir den Ausgleich erzielt hatten, glaubten wir daran, dass wir gewinnen könnten. Ich glaube, dass beide Länder schon viel in den Frauenfussball investiert haben, und das hat man heute gesehen.
Was haben Sie in der Umkleidekabine gesagt, um Ihre Mannschaft aufzurütteln:
Ich kann natürlich nicht beeinflussen, wann und wie wir die Tore erzielen. Aber ich habe alle aufgefordert, sich mehr zu engagieren. Mehr Spielerinnen sollten auf die ballführenden Schwedinnen gehen, es sollte nicht immer nur 1:1-Situationen geben. Wir sind herumgestanden und haben zugesehen, sind jedoch nicht zum Ball gegangen. Das musste sich ändern, wenn wir gewinnen wollten.
Was haben Sie getan, um sich auf das heutige Spiel gegen Schweden vorzubereiten? Was sagen Sie dazu, dass die Schwedinnen durch diese Niederlage mit einer ganz anderen Motivation ins Olympische Turnier gehen werden und die Rivalität zwischen beiden Ländern noch stärker angestachelt wurde:
Ich glaube, dass beide Teams recht gleichwertig sind. Wenn die Schweden in dieser Besetzung zusammenbleiben, haben sie viel Potenzial. Wir werden Bettina Wiegmann und Maren Meinert verlieren, die nicht mehr für Deutschland spielen werden. Ich glaube also, dass die Schwedinnen im nächsten Jahr ein sehr starker Gegner sein werden.
Was sagen Sie zu dem Freistoß? Glauben Sie, dass Sie in diesem Augenblick Glück gehabt haben:
Beide Teams hatten zahlreiche Torchanchen. Natürlich haben wir Glück gehabt. Offen gesagt, ich weiß gar nicht mehr, wie das Tor gefallen ist. Auf einmal sah ich den Ball im Tor.
Welche Auswirkung wird dieser Sieg für den Frauenfussball in Deutschland und in Europa haben:
Die Uhrzeit war schon toll, 19.00 Uhr abends. Ich glaube, dass viele junge Fussballspielerinnen zugesehen haben. Vielleicht werden sie jetzt noch mehr motiviert sein und sich noch stärker in unserem Sport engagieren.
Werden Sie versuchen, Maren Meinert wieder ins Team für das Olympische Fussballturnier zu holen und was werden Sie sagen, um Sie zu überzeugen:
Ich wäre glücklich, wenn Sie wieder dabei wäre, aber ich glaube nicht, dass ich Sie dazu kriegen werde, noch mehr Spiele für Deutschland zu bestreiten. Ich bin ihr sehr dankbar dafür, dass sie diese sechs Spiele nochmal für uns gespielt hat. Es war schön, sie dabei zu haben. Zwei Tage ist sie nun noch bei uns. Es wird sehr schwer sein, sie zu ersetzen, falls das überhaupt möglich ist.
Die deutsche Spielführerin und Bud Light Spielerin des Spiels Bettina Wiegmann
Was sagen Sie zu Ihrer Auszeichnung, zum Spiel im Allgemeinen und zu diesem historischen Tag für Deutschland:
Ich glaube, wir haben heute ein großes Spiel gesehen. Wir haben alles gesehen, was ein Fussballspiel ausmacht. Es gab viele Torchancen, harte Zweikämpfe. Es war eine knappe Sache und ein sehr ausgeglichenes Spiel, und bei dem Tor hatten wir meiner Meinung nach Glück. Ich glaube, in der zweiten Halbzeit haben wir toll gespielt und zahlreiche Torchancen herausgespielt.
Was bewirkt ein Spiel wie das heutige für den Frauenfussball in Deutschland und in Europa:
Ich glaube, dass viele junge Fussballspielerinnen das Spiel gesehen haben. Vielleicht macht ihnen ihr Sport jetzt noch mehr Spaß und sie möchten ähnlich erfolgreich sein. Ich glaube, es war ein großes Spiel beider Mannschaften. Alle, die es gesehen haben, hatten ihren Spaß. Beide Länder werden davon profitieren und neue Spielerinnen für ihre Mannschaften finden.
Werden Sie an den nächsten Olympischen Spielen teilnehmen oder werden Sie zurücktreten?
Niemand wird mich von meinem Rücktritt abhalten können. Ich habe lange darüber nachgedacht, ob ich bei dieser Weltmeisterschaft dabei sein werde. Für mich ist jetzt Schluss. Heute war mein letztes Spiel, und ich glaube, dass es der richtige Zeitpunkt ist, nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft und auf dem Höhepunkt der Karriere zurückzutreten.