Die schwedische Torhüterin Caroline Jönsson wusste gleich, das etwas nicht in Ordnung war, als sie sich im Flur der Umkleidekabine im Stadion Columbus Crew befand.

Ein stechender Schmerz ging durch ihre linke Körperseite und ihr blieb die Luft weg und sie fragte sich, ob der Schmerz jemals nachlassen würde. Auf dem Weg ins Krankenhaus am 29. September nach dem 3:0-Erfolg über Nigeria bei der diesjährigen Frauenfussball-Weltmeisterschaft konnte Jönsson nur an die Schmerzen denken, die ihren Körper plagten.

"Ich weiß nicht, was passiert ist", meint Jönsson. "Ich hatte in meinem ganzen Leben noch nie solche Schmerzen."

Im Viertelfinale am 1. Oktober musste sie daher im Spiel gegen Brasilien auf der Ersatzbank Platz nehmen. Die Diagnose der Ärzte – eine Zyste bzw. Muskelprobleme im Bereich der Gebärmutter – lastete noch schwer auf ihr. Dann kam der Donnerstag.

"Am nächsten Tag ging es ihr wieder gut", berichtet Abwehrspielerin Hanna Marklund. "Sie ging auf den Platz und trainierte und man merkte ihr nichts an und das nur wenige Tage später. Zum Glück hat sie sich so schnell erholt, denn sie hat gegen Kanada hervorragend gehalten."

Im Halbfinale wieder in Höchstform

Jönsson war im Halbfinale körperlich in Höchstform gegen die kanadischen Stürmerinnen Christine Latham und Christine Sinclair. Sie trug mit ihren tollen Paraden entscheidend zum Sieg der Schwedinnen bei und fühlte sich körperlich in keiner Weise eingeschränkt.

"Es ist großartig zu wissen, dass man trotz der Probleme auf höchstem Niveau spielen kann", erklärt Jönsson. "Es ist gut zu wissen, dass man so etwas überwinden kann. Im Anschluss daran ist alles nur noch relativ. Ich will jetzt wie meine Mitspielerinnen nur noch gewinnen."

Jönsson war der Rückhalt der schwedischen Abwehr, die lediglich zwei Treffer in den vergangenen vier Spielen zuließ. Sie hielt ihren Kasten gegen Nordkorea und Nigeria sauber und musste auch gegen Kanada erst nach 65 Minuten hinter sich greifen, nachdem ihr ein Schuss von Kara Lang durch die Hände rutsche. Ihre Leistung stärkte das Selbstvertrauen der Schwedinnen, nicht nur den Ausgleich zu erzielen, sondern auch gewinnen zu können.

"Wir wussten, dass wir uns viele Möglichkeiten erarbeitet haben und es war nur eine Frage der Zeit, bis das Tor fallen musste", erläutert Marklund. "Wir wussten auch, dass wir mit Caroline im Tor noch mehr Druck nach vorne ausüben konnten."

Wichtiger Rückhalt des Teams

Die schwedische Trainerin Marika Domanski-Lyfors erklärt, dass im Spiel gegen Kanada zu sehen war, wie wichtig Jönsson für die Mannschaft ist.

"Wir wollten unbedingt, dass sie spielt und sie zeigte eine hervorragende Leistung", sagt Domanski-Lyfors. Ich denke, dass es mental wichtig für sie war, zu sehen, dass sie nach wie vor auf sehr hohem Niveau spielen kann."

Jönsson erklärt, dass der Sieg über Kanada und der Einzug ins Finale gegen Deutschland eine ganz persönliche Bedeutung für sie haben.

"Ich hatte mir zwei Ziele für dieses Turnier gesetzt", meint Jönsson. "Das erste bestand darin, möglichst weit zu kommen und das haben wir mit dem Einzug ins Finale bereits erreicht. Das zweite bestand darin, die Spiele, den Fussball generell und das fantastische Publikum zu genießen. Vorfreude aufs Finale

Nach ihren körperlichen Problemen ist sie um so entschlossener, gegen Deutschland alles zu geben.

"Nach allem was vorgefallen ist, will ich einfach nur spielen", sagt sie. "Und nach diesen Ereignissen ist es hervorragend, wieder auf dem Platz zu stehen. Es ist ein großartiges Gefühl, dass wir im Finale stehen und ich spielen kann."