Unter der bereits am Vormittag gleißenden Sonne Kaliforniens schloss die deutsche Frauen-Nationalmannschaft Bekanntschaft mit den gepflegten Trainingsplätzen auf dem Gelände des Home Depot Center in Carson. Dort trifft die DFB-Elf am kommenden Sonntag im Finale der Weltmeisterschaft auf Schweden.

Gut gelaunt stand Bundestrainerin Tina Theune-Meyer danach im Mannschaftshotel Rede und Antwort. Von der überragenden Leistung des gesamten Teams ist sie am wenigsten überrascht. „Schon in der Vorbereitung hat sich abgezeichnet, wie sehr sich alle hier reinhängen würden. Ich erinnere da nur an das Spiel gegen Nigeria in Trier, wo sich bei 40 Grad im Schatten alle verausgabt haben."

Doch Theune-Meyer gesteht auch ein, dass die Mannschaft im Turnierverlauf Glück gehabt hat. „Gegen Kanada sind wir durch das Handspiel von Charmaine Hooper wieder ins Spiel gekommen, wer weiß, wie es sonst gelaufen wäre. Das hätte vielleicht den weiteren Turnierverlauf beeinflusst."

Notwendige Spannung aufbauen

In den kommenden Tagen soll im Training die notwendige Spannung für das Finale aufgebaut werden. „Die Mannschaft ist hoch konzentriert und will natürlich den Titel nach Hause holen. Wir brauchen keine besondere Motivation", erklärt die 49-Jährige.

Ein Lob bekommt Gegner Schweden: „Wie Deutschland haben die Schwedinnen eine Mannschaft mit spielerischen Qualitäten. Sie haben drei starke Offensivkräfte, sie kommen sehr gut über außen und auch die Defensive ist sehr stark." Die Chancen für das Finale beziffert Theune-Meyer mit „50:50".

Auf die allseits bekannte Sportlerweisheit „Never change a winning team" will sie sich nicht verlassen. Theune-Meyer deutet an, dass es für das Endspiel personelle Veränderungen geben könnte. „Manchmal sind Überraschungen besser", sagt sie augenzwinkernd.

Während die Schwedinnen rund 100 Meter vom deutschen Trainingsplatz entfernt fleissig Elfmeter übten, wird der Ernstfall im deutschen Team nicht mehr auf dem Trainingsprogramm stehen. „Das hassen meine Spielerinnen", so Theune-Meyer. „Das muss sich aus der Situation auf dem Platz ergeben, wer die Elfmeter schießen würde".

Theune-Meyer ist mit der Leistung der gesamten Mannschaft hoch zufrieden, freut sich aber besonders darüber, dass Spielerinnen wie Kerstin Garefrekes und Steffi Gottschlich den Durchbruch geschafft haben, was man den Spielerinnen vor einem Jahr vielleicht noch nicht zugetraut hätte. Garefrekes freut sich selbst über ihre Leistung: „Für mich persönlich läuft es sehr gut, ich genieße es in vollen Zügen und freue mich natürlich auch über meine Tore."

Sonderlob für Martina Müller und Conny Pohlers

Auch der zweite Sturm erhält ein Extralob: „Martina Müller macht fantastische Tore, darunter das wichtige gegen Russland. Das Kopfballtor gegen Argentinien war phänomenal. Auch Conny Pohlers hat sich toll in die Mannschaft integriert."

Zudem hat die deutsche Mannschaft im Hinblick auf die Olympischen Spiele 2004 noch eine Menge Spielerinnen in der Hinterhand, wie beispielsweise Sarah Günther, Christina Zerbe und Petra Wimbersky. „Mir ist um die Zukunft nicht bange", so Theune-Meyer.