USA

Tiffeny Milbrett
Zur Unterstützung durch das Publikum:
"Das war unglaublich. Das Publikum war wirklich überwältigend. Ein Weltklassepublikum, vielleicht das beste, vor dem wir je gespielt haben. Die Unterstützung war fantastisch."

Zum Weg zurück an die Spitze:
"Wir müssen wieder gefährlicher werden, insbesondere durch gute Kombinationen."

Zur Mannschaftsleistung:
"Es war unser letztes Spiel - da muss man einfach alles geben. Wir wollten von Anfang an nur angreifen und das ganze Spiel damit weiter machen. Man weiß im Voraus nie, wie sich ein Spiel entwickeln wird. Kanada hatte eine ganze Reihe guter Chancen. Wir mussten immer wieder angreifen und den Druck aufrecht halten. Wir wollen immer gut spielen. Wir hatten viele Chancen und haben guten, mitreißenden Fussball gespielt. Das Publikum war fantastisch - unglaublich laut. Es war ein sehr mitreißendes Spiel."

Zu ihrem Tor:
"Es ist schon etwas besonderes, ein Tor zu schießen, insbesondere bei einem Weltmeisterschaftsspiel. Ich habe mich nicht unbedingt deswegen unter Druck gesetzt, doch irgendwo im Hinterkopf gibt es diesen Gedanken natürlich.

Zu dieser Weltmeisterschaft: "Man konnte sich noch gut an die letzte Weltmeisterschaft erinnern. Daher wussten die Leute von Anfang an, worum es ging. Doch der Zeitplan war unglücklich, denn in vielen anderen Sportarten läuft die Saison, die Kinder müssen zur Schule, die Reisezeit ist vorbei - und dennoch finde ich war die Weltmeisterschaft ein großer Erfolg."

Julie Foudy
Zu Verbesserungen im Vergleich zur 0:3-Niederlage gegen Deutschland:
"Wir hatten eine tolle Mannschaft, 20 tolle Spielerinnen. Wir waren in der Abwehr konzentrierter und auch im Angriff. Wir haben auch hier wieder sehr viele Chancen herausgespielt, aber auch wieder viele nicht genutzt. Meistens sind es Kleinigkeiten."

Über Kanada:
"Kanada erinnert mich stark daran, wie wir selbst früher als Mannschaft aufgetreten sind: sehr athletisch und körperlich stark, aber dafür weniger technisch. Doch Even (Pellerud) bevorzugt einen anderen Stil als wir. Er mag den direkten Stil und verlässt sich dabei hauptsächlich auf die Schnelligkeit. In den nächsten vier Jahren werden sich die Kanadierinnen wohl in erster Linie in taktischer Hinsicht verbessern. Diese junge Mannschaft ist wirklich vielversprechend. Ich habe großen Respekt vor Kanada. Der Kampfgeist stimmt."

Zu der Ehrenrunde:
"Das hatten wir eigentlich nicht geplant. Wir wollten zunächst zu den Familien rüber laufen. Die Familien waren fantastisch. Doch auch die Ehrenrunde war toll. Ich werde mich mein Leben lang daran erinnern. Für mich war dies einer der besten Momente der WM. Es ist einfach toll, die Reaktionen der Fans zu sehen. Auch viele Schilder mit der Aufschrift "Rettet die WUSA" waren zu sehen. Die Unterstützung durch das Publikum war überwältigend.

US-Cheftrainerin April Heinrichs

Was denken Sie über den dritten Platz, und woran haben Sie gedacht, als das Spiel begann. Was sagen sie zu den Olympischen Spielen im nächsten Jahr?
Wenn man sich drei Jahre lang auf ein Turnier vorbereitet, dann muss man sich auf die Dinge konzentrieren, die man beeinflussen kann, also Organisation, Training, Verhalten unter Druck und so weiter. Aber man kann niemals alles beeinflussen. Wir haben im gesamten Turnier eine Weltklasseleistung gezeigt und eines unserer Ziele bestand darin, im Laufe des Turniers immer besser zu werden.

Wir stehen am Ende auf Platz drei, während Mannschaften wie Brasilien, China und Norwegen schon nach Hause fahren mussten. Das entspricht der heutigen Situation im Frauenfussball. Das Spiel gegen Deutschland war unser bestes Offensivspiel. Heute haben wir sehr viel Ballbesitz gehabt. Für mich sind Angriff und Spielfluss die entscheidenden Faktoren dafür, dass wir im Turnier so weit gekommen sind. Das wird sicher auch morgen noch seine Gültigkeit haben.

Es war psychologisch sehr schwierig, die richtige Einstellung für das heutige Spiel zu finden. Unser Traum ist geplatzt und wir sind in unserem Stolz verletzt. Die ganze Woche war psychologisch und emotional sehr schwer für uns. Wir sind in Carson angekommen und hatten nicht mehr die Chance, den Titel zu verteidigen. Das ist sehr hart. Wir hatten heute sehr viel Ballbesitz und konnten das Spiel in die Breite ziehen.

Dadurch hatten wir die Kontrolle über das Tempo. Obwohl ich von der Bank immer gerufen habe, es etwas ruhiger angehen zu lassen, haben die Spielerinnen immer nach vorn gedrängt und auch Tore erzielt. Selbst als das Spiel schon entschieden war, wollten sie wegen der Ehre noch weitere Tore schießen um uns dadurch vom Rest der Welt abzuheben. Ich bin sehr stolz darauf, wie meine Mannschaft heute gespielt hat.

Was muss diese Mannschaft tun, um für die Olympischen Spiele besser vorbereitet zu sein?
Wir hätten Brandi Chastain sehr gut brauchen können. Ihr Fehlen hat uns stark beeinträchtigt. Ihre Fähigkeit, den Ball unter Druck zu behalten und selbst auch unter Druck ruhig zu bleiben, sind außerordentlich. Ihr Fehlen hat sich natürlich auf unsere Kontrolle über das Tempo der Spiele ausgewirkt. Doch wir haben gegen ganz verschiedene Spielstile bestanden (asiatisch, afrikanisch, europäisch), was sehr positiv ist. Wenn unsere jungen Spielerinnen sich weiter verbessern und die Spielerinnen auf der Bank sie weiter antreiben, dann können wir uns definitiv weiter entwickeln.

Hatten Sie Bedenken, dass das Verpassen des Finales dazu führen könnte, dass die Fans ausbleiben und weniger Zuschauer kommen würden?
Nun, die meisten unserer Fans sind keine Schönwetterfans. Sie lieben diese Mannschaft durch und durch. Die Fussballfans in Amerika haben in den letzten acht Jahren gelernt, dass diese Mannschaft durch die Leidenschaft für den Fussball angetrieben wird. Sie wissen, dass wir es wieder ganz nach oben schaffen können.

Bud Light Spielerin des Spiels Shannon Boxx:
Was sagen Sie zu dem heutigen Spiel und Ihrer Auszeichnung:
Ich kann nicht sagen, dass ich diese Auszeichnung besonders verdient hätte. Doch ich habe in diesem Turnier viel gelernt, vor allem von meinen Mitspielerinnen. Ich möchte mich bei meinen Mitspielerinnen für all die Unterstützung und für die herzliche Aufnahme bedanken. Das Spiel heute war toll. Wir waren mit ganzem Herz und ganzem Stolz dabei, obwohl es ja nur um den dritten Platz ging.

Haben Sie sich jetzt fest in der Mannschaft etabliert, nachdem sie in sechs oder sieben Spielen in der Anfangsaufstellung waren und bei diesem Turnier vier Tore erzielt haben?
Nein, überhaupt nicht. Erst wenn ich genau so gut bin, wie Milly und Mia. Man muss viele Spiele bestreiten. Ich weiß, dass ich noch eine ganze Menge lernen kann und mich in vielen Dingen verbessern muss. So lange ich dieses Niveau nicht erreicht habe, habe ich mich auch noch nicht bewährt.

KANADA

Charmaine Hooper

Zum Ausgang des Spiels: "Ich bin sehr enttäuscht darüber, dass den Amerikanerinnen ihr drittes Tor gelungen ist, denn das hat uns wirklich das Genick gebrochen. Doch trotz des Ergebnisses bin ich sehr stolz auf unsere Mannschaft. Wir hatten in den letzten Monaten mit allerlei Widrigkeiten zu kämpfen. Trotzdem haben wir uns durchgebissen und sind bei der FIFA-Frauenfussball-Weltmeisterschaft so weit gekommen. Obwohl wir Spielerinnen immer wieder auf ungewohnten Positionen einsetzen mussten, haben sich alle wirklich auf jeder Position voll reingehängt und sich für die Mannschaft aufgeopfert. Wir haben uns heute ganz und gar nicht wie Verlierer gefühlt. Beim Fussball muss es nun mal einen Sieger und einen Verlierer geben, aber wir waren dennoch keine typischen Verlierer. Dank unserer Leistung im gesamten Turnier gehören wir auf jeden Fall zu den Gewinnern. Die nächste Weltmeisterschaft wird jedenfalls eine ganz neue Geschichte."

Zum Verbesserungspotenzial ihrer Mannschaft: "Wir können immer besser werden. Das gilt für jede Position auf dem Spielfeld, von der Torhüterin bis hin zu den Stürmerinnen. Wir werden uns weiter verbessern, damit wir irgendwann die beste Mannschaft der Welt sind."

Zur Erfahrung einer Weltmeisterschaft: "Es war toll. Für jede einzelne Spielerin eine toll Erfahrung. Das gilt natürlich auch für mich. Wir sind eine echte Kämpferbande. Wenn ich als Trainer eine Mannschaft zusammen stellen müsste, würde ich von vorn bis hinten nur Kämpfernaturen auswählen. Ich würde nicht so sehr auf besondere Finesse oder tolle Fähigkeiten achten. So lange man kämpft und zeigt, dass man den Sieg will, spielt man gut und gewinnt auch."

Zu Planungen für die nächste WM: "Vielleicht bin ich in ein paar Jahren noch dabei."

Zu ihrer Leistung während des gesamten Turniers: "Ich hatte nichts zu verlieren. Ich bin ja eigentlich keine Verteidigerin. Ich bin hier eingesprungen um meine Teamkameradinnen zu ersetzen, die nicht hier sein können. Ich habe immer nur daran gedacht, dass ich siegen wollte. Ich wollte in jedem Fall verhindern, dass Gegenspielerinnen an mir vorbei kommen und dann auch noch Tore schießen. Ich wusste, dass ich nichts zu verlieren hatte. Und ich wollte viel Spaß haben. Und den hatte ich tatsächlich. Mir hat es Spaß gemacht."

Zu ihrem Kampf gegen die amerikanische Stürmerin Abby Wambach: "Abby ist eine sehr starke Spielerin. Eine ihrer Stärken liegt in ihrer dominanten Physis. Ich habe schon gegen größere und stärkere Spieler gespielt. Wenn man gegen die antreten kann, dann kommt man auch mit Abby zurecht. Ich hatte also keine Angst vor Abby, war nicht eingeschüchtert. Obwohl sie eine gute Spielerin ist, wusste ich, dass ich gut genug war, damit sie nicht an mir vorbei kommen würde. Ich bin froh, dass sie heute nicht getroffen hat."

Zu Spielen gegen die USA: "Immer wenn wir gegen die USA spielen, sind wir hoch motiviert. Unser Siegeswille ist wohl größer, denn wir müssen mehr beweisen."

Zur Zukunft des kanadischen Teams: "Nun, zunächst müssen einmal alle unsere verletzten Spielerinnen wieder fit werden. Dann werden wir Ende November wieder zusammen kommen und uns dann darauf konzentrieren, die Olympischen Spiele zu gewinnen."

Kanadas Cheftrainer Even Pellerud

Was wollten Sie heute in diesem Spiel entdecken und wie sind sie mit dem Ergebnis zufrieden? Ich bin sehr beeindruckt von der Stetigkeit meiner Mannschaft. Wir haben viele Schritte der Verbesserung gemacht. Wir haben die USA heute an jeder Stelle des Platzes gefordert und dafür gesorgt, dass sie kein einfaches Spiel hatten. Es war ein Spiel einer sehr jungen Mannschaft gegen eine deutlich ältere Mannschaft. Wir hätten die drei oder vier Chancen verwerten müssen, die wir zu Beginn des Spiels hatten. Das ist uns nicht gelungen, und das war wohl entscheidend für das Spiel. Ich war sehr beeindruckt, dass wir in der ersten Halbzeit den Rückstand noch ausgleichen konnten. Ich habe den Spielerinnen in der Pause gesagt, dass wir zu Beginn der zweiten Halbzeit wieder sehr konzentriert agieren müssten. Doch leider haben wir das nicht getan, und dann fiel das Tor der Amerikanerinnen nach der Ecke. Wenn man bedenkt, dass sechs Spielerinnen verletzt in das Spiel gegangen sind und wir die Spielerinnen zum Teil auf ganz ungewohnten Positionen einsetzen mussten, dann bin ich sehr beeindruckt davon, wie gut und ebenbürtig wir gespielt haben. Doch die bessere Mannschaft hat heute gewonnen. Die USA waren ein oder zwei Tore besser als wir. Dennoch bin ich von unserer Leistung sehr beeindruckt.

Was müssen Sie tun, damit die Mannschaft noch besser wird? Nun, wir sind eine sehr junge Mannschaft. Der Altersdurchschnitt liegt bei 21 Jahren. Wir müssen mehr zusammen spielen. In den kommenden vier Jahren können wir uns als Mannschaft weiter entwickeln. Unsere athletischen Fähigkeiten, unsere Technik und unsere Spielstärke werden sich nur steigern lassen, wenn wir zusammen spielen und zusammen wachsen. Gerade unsere Stürmerinnen sind sehr jung und sehr talentiert. Doch sie müssen sich zusammen mit der Mannschaft entwickeln. Dann wird es für die gegnerische Verteidigung sehr schwer werden. Wir brauchen natürlich auch unsere verletzten Spielerinnen zurück. Dann haben wir mehr Variationsmöglichkeiten. Ich bin sicher, dass wir bei der nächsten FIFA-Frauenfussball-Weltmeisterschaft 2007 um den Titel mitspielen.

Treffen Sie eine Aussage zum Ausgang des Endspiels? Beide Mannschaften sind sehr selbstbewusst. Es wird sicher ein hart umkämpftes Spiel werden. Die Schwedinnen sind im Sturm sehr stark. Vielleicht gelingt es ihnen, eine Schwäche in der deutschen Abwehr zu finden. Jedenfalls erwarte ich ein sehr interessantes und ausgeglichenes Spiel.