Die Wahl der schwedischen Torhüterin Caroline Jönsson, der Mittelfeldspielerin Malin Moström und der Stürmerin Victoria Svensson in das MasterCard All-Star-Team der FIFA-Frauenfussball-Weltmeisterschaft USA 2003 unterstreicht nur, was die skandinavischen Teamkameradinnen ohnehin wissen.

"Alle drei Spielerinnen zeigen hervorragende Leistungen, insbesondere Victoria (Svensson)", so die schwedische Cheftrainerin Marika Domanski-Lyfors. "Ich finde dass Victoria noch nie so gut gespielt hat, wie hier. Für mich ist sie derzeit jedenfalls die beste Spielerin in Schweden."

Die 24-jährige Svensson führt mit drei Treffern die schwedische Torschützenliste an. Doch sie kann weit mehr, als nur den Ball in die Maschen setzen. Trotz ihrer geringen Körpergröße von gerade 1,63 Metern kann sie mit ihrer Schnelligkeit und Wendigkeit gegnerische Abwehrreihen aushebeln. Für Domanski-Lyfors hat die Stürmerin, die auch drei Torvorlagen lieferte, die Ehre der Wahl ins MasterCard All-Star-Team mehr als verdient.

"Alles was über sie gesagt wird, stimmt, und sogar noch eine Menge mehr", so die schwedische Trainerin. "Sie hat hier wirklich eine neue Dimension erreicht."

Svensson gibt Kompliment weiter

Svensson gibt sich gewohnt bescheiden und leitet das Kompliment an die Mannschaft weiter: "Es ist toll und wirklich eine große Ehre für mich. Doch ohne meine Mannschaftskameradinnen wäre es nicht möglich gewesen."

Die schwedische Stürmerin freut sich sehr, im All-Star-Team zu sein, doch sie hält weitere Steigerungen für möglich.

"Es gibt immer etwas, was ich noch verbessern kann", so Svensson. "Ich will immer besser werden und besser spielen, doch so gut wie jetzt habe ich wohl bisher noch nicht gespielt. Das liegt daran, mit wem ich hier zusammen spiele. Wir haben derzeit die stärkste schwedische Mannschaft seit langem."

Auch Malin Moström, die nach dem Gewinn des Diamant-Balls als beste schwedische Fussballerin des Jahres 2001 nun ebenfalls ins All-Star-Team gewählt wurde, gibt den gleichen Grund an, wie Svensson.

"Ich habe viele sehr gute Spielerinnen gesehen, die meiner Meinung nach in diese Auswahlmannschaft gehören würden. Somit ist es eine sehr große Ehre, dass ich gewählt wurde. Ich denke, ich habe mich im Laufe des Turniers immer weiter gesteigert. Doch ich weiß, dass ich das nicht allein bin. Wir sind einfach eine tolle Mannschaft. Wir sind nicht nur elf Einzelspielerinnen, sondern wirklich eine Mannschaft."

Für Domanski-Lyfors ist die Wahl Moströms ebenso der Mannschaft zu verdanken, wie der scheinbar unendlichen Energie der Mittelfeldspielerin.

"Sie hat sich läuferisch enorm verbessert und ist auch hier weite Wege gegangen", so Domanski-Lyfors. "Ich finde, sie hat bisher hervorragend gespielt. Im Laufe des Turniers ist sie immer besser geworden."

Jönsson überrascht

Für Torfrau Jönsson kam die Wahl ins All-Star-Team recht überraschend. Beim Viertelfinale gegen Brasilien musste sie wegen körperlicher Beschwerden pausieren, doch beim 2:1-Sieg über Kanada im Halbfinale war sie wieder dabei. Auch sie will jedoch ihre Leistung stets im Zusammenhang mit der Mannschaft sehen.

"Natürlich ist es toll, wenn man diese Art von Aufmerksamkeit bekommt, und natürlich bin ich sehr stolz auf die Wahl", freut sich Jönsson. "Doch ohne meine Abwehr hätte ich nie so gut spielen können. Nur wegen der starken Defensivleistung aller Verteidigerinnen haben wir so wenig Tore kassiert, und natürlich, weil die Trainer genau die richtigen Entscheidungen getroffen haben."

Für Domanski-Lyfors ist auch Jönsson Wahl ins All-Star-Team mehr als verdient, doch sie ist überzeugt, dass die 25-jährige Torhüterin eine noch viel bessere Zukunft vor sich hat.

"Caroline hat im Turnier bisher großartige Leistungen gezeigt", lobt Domanski-Lyfors. "Ich weiß aber, dass sie sogar noch besser spielen kann. Sie hat noch eine ganze Reihe von Jahren vor sich, und wird sich in dieser Zeit sicher noch weiter verbessern."

Die Wahl ins MasterCard All-Star-Team könnte auch in Schweden den Lauf der Dinge beeinflussen. Svensson könnte etwas gelingen, was es im schwedischen Fussball noch nie gab. 1998 wurde sie bereits als beste Spielerin mit dem "Diamant-Ball" ausgezeichnet. Ihre derzeitigen hervorragenden Leistungen machen sie zur Favoritin für die nächste Wahl – und damit wäre sie die erste Spielerin, die den begehrten Preis zwei Mal gewinnt. Seit der erstmaligen Vergabe des "Diamant-Balls" durch den schwedischen Fussballverband 1990 hat noch niemand die Trophäe mehr als ein Mal erhalten. Domanski-Lyfors gibt sich allerdings im Hinblick auf einen zweiten Gewinn etwas zurückhaltend.

"Man weiß nie", sagt sie mit einem Lächeln. "Das gab es noch nicht, aber man weiß ja nie."