Entspannt und gut gelaunt präsentierte sich Bundestrainerin Tina Theune-Meyer bei der Abschlusspressekonferenz vor dem Endspiel um die FIFA Frauenfussball-Weltmeisterschaft 2003 zwischen Deutschland und Schweden (live ab 19 Uhr in der ARD) am Sonntag im kalifornischen Carson. Während sich die Trainerin mit Prognosen zurückhält und ein offenes Match" erwartet, ist die Prominenz von einem Sieg des deutschen Teams überzeugt. 3:1 tippen unisono Bundesinnenminister Otto Schily, Ex-Nationalspieler Jürgen Klinsmann und die ARD-Expertin und frühere Nationalspielerin Doris Fitschen.
Um keinen Schlendrian einkehren zu lassen, weist Theune-Meyer noch einmal auf die Stärken des Gegners hin: Die Schwedinnen sind kombinationsstark im Mittelfeld, ständig gefährlich mit den beiden Spitzen Ljungberg und Svensson, bissig und beweglich. Sie werden uns unter Druck setzen. Schon vor dem Turnier habe ich Schweden zu den Favoriten gezählt."
Doch auch die eigenen Stärken kommen bei der Bestandsaufnahme nicht zu kurz: Das Team hat Reserven, wir haben in den bisherigen Spielen immer in der zweiten Halbzeit noch einmal zugelegt. Alle Spielerinnen spielen offensiv und wollen Tore schießen, das ist der Charakter meiner Mannschaft"
Frühe Anstoßzeit kein großes Problem
Die frühe Anstoßzeit um 10 Uhr Ortszeit sollte für die DFB-Damen kein größeres Problem darstellen. Auch in der Bundesliga werden die Partien am Vormittag ausgetragen.
Die Spielerinnen beider Teams kennen sich gegenseitig aus früheren Begegnungen in Nationalelf und Uefa-Cup gut, deswegen möchte man sich auch nicht in die Karten schauen lassen, wenn es um die Startaufstellung für Sonntag geht.
Es bieten sich alle Spielerinnen an, natürlich auch alle, die gegen die USA gespielt haben", so Theune-Meyer, doch manchmal ist es auch gut, für eine Überraschung zu sorgen", sagte die 49-Jährige vor wenigen Tagen. Auch Schwedens Trainerin Marika Domanski-Lyfors hält sich bedeckt: Die Aufstellung könnte dieselbe sein wie im Halbfinale gegen Kanada. Aber ich habe das noch nicht entschieden." Es wäre keine große Überraschung, wenn die beiden Teams mit den erfolgreichen Aufstellungen der Halbfinalpartien beginnen würden.
Rekordnationalspielerin Bettina Wiegmann, die ihr 154. und letztes Länderspiel bestreiten wird, denkt noch nicht an ihren Rücktritt: Die Vorfreude überwiegt, weil man sich auf das Finale konzentriert. Ich denke nicht daran, dass es mein letztes Spiel ist." Die Marschroute ist klar: Wir werden hochkonzentriert in die Partie gehen und wollen als Sieger den Platz verlassen."
Deutsches Team gereift
Stürmerin Maren Meinert ist ebenfalls zuversichtlich: 1999 haben wir nicht richtig an uns geglaubt, doch jetzt ist die Mannschaft vier Jahre gewachsen und das Selbstvertrauen ist viel größer als damals."
Auch Assistenztrainerin Silvia Neid bestätigt: Ich hatte von Anfang an das Gefühl, dass wir eine homogene Truppe haben, eine gute Mischung aus jungen und erfahrenen Spielerinnen. Alle ziehen an einem Strang, das hat das Spiel gegen die USA gezeigt. Es ist einfach eine schöne Zusammenarbeit und das spiegelt sich auf dem Rasen wieder."
Den freien Freitagnachmittag nutzten einige Spielerinnen noch einmal zum Shoppen, am Samstagvormittag steht ein einstündiges Abschlusstraining auf dem Programm.