Die amerikanische Nationalmannschaft hat sich für das Ausscheiden im Halbfinale rehabilitiert. Die US-Damen besiegten im Home Depot Center in Carson/Kalifornien die Auswahl Kanadas mit 3:1.

Kristine Lilly brachte die Amerikanerinnen mit einem schönen Volleyschuss in Führung (22.). den munter mitspielenden Kanadierinnen gelang noch vor der Pause durch Christine Sinclair der Ausgleich (38.).

Shannon Boxx brachte die USA nach Vorarbeit von Mia Hamm mit einem Kopfball (51.) wieder in Führung, die eingewechselte Tiffeny Milbrett (80.) brachte die Entscheidung und sorgte für einen versöhnlichen WM-Abschluss für die USA, deren Erfahrenheit heute den Ausschlag für den Erfolg gab.

Die Kanadierinnen kamen mit großer Entschlossenheit aufs Feld und hätten in der Anfangsphase fast aus Abwehrfehlern der USA Kapital schlagen und in Führung gehen können. Kara Lang kam mit der Hacke an einen Freistoß von Charmaine Hooper, traf jedoch das Tor nicht (2.). An einen Schuss von Kara Lang kam die amerikanische Torhüterin Briana Scurry gerade noch mit den Fingerspitzen heran und konnte zur Ecke klären (3.).

Auf der anderen Seite versuchte Mia Hamm für die USA im Strafraum quer auf Abby Wambach zu spielen, die das Leder jedoch nicht erreichen konnte. Eine zweite Hereingabe von Hamm setzte Cindy Parlow am Tor vorbei (6.).

Druckvolles Spiel der Amerikanerinnen

Im Laufe der ersten Halbzeit bauten die Amerikanerinnen immer wieder ihre Angriffe auf und drängten die Kanadierinnen dabei mit viel Routine in deren Abwehrdrittel zurück. Kristine Lilly gelang es, die kanadische Abwehr zu überwinden. Sie nahm einen Abpraller nach einem Schuss von Wambach auf und setzte ihn an Torhüterin Taryn Swiatek vorbei in die Maschen. Lillys zweiter Treffer bei USA 2003 fiel nach einem Freistoß durch Hamm auf Wambach. Den Schuss der groß gewachsenen Stürmerin konnte Hooper abblocken, doch der Abpraller landete genau vor den Füßen von Lilly, die sich diese Chance nicht entgehen ließ (1:0, 22.).

Die Kanadierinnen zeigten sich durch das Tor allerdings wenig beeindruckt und griffen ihrerseits an. Lang kam genau vor dem Tor an einen Freistoß von Timko, doch sie traf nur den Pfosten. Bei ihrem Klärungsversuch kollidierte die herausstürzende Scurry mit Lang und verletzte sich am Knie. Doch nach einigen Minuten Behandlung konnte die Veteranin das Spiel fortsetzen (29.).

Kanada hielt den Druck aufrecht. Auf der rechten Seite zeigten Lang und Christine Latham eine schöne Kombination, doch der abschließende Schuss war schwach und rollte genau in die Arme von Scurry (37.). Zwei Minuten später wurde jedoch ein Angriff über Lang erfolgreich abgeschlossen. Sie spielt einen perfekten öffnenden Pass auf Sinclair, die mit einem kraftvollen Schuss den Ausgleich für Kanada erzielte (1:1, 38.).

Kanada hält dagegen

In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit versuchten die Amerikanerinnen nochmals druckvoll, die erneute Führung zu erzielen, doch nacheinander scheiterten Boxx, Lilly, Hamm und Wambach an der vielbeinigen kanadischen Abwehr.

Auch zu Beginn der zweiten Halbzeit wogte das Spiel hin und her. Zunächst blieb Lang vor dem amerikanischen Tor im Gewühl stecken, und dann konnte Wambach sich trotz ihrer Statur nicht gegen zwei Kanadierinnen durchsetzen. Doch im Laufe der zweiten Halbzeit gewannen die Amerikanerinnen wieder die Oberhand und konnten die Kanadierinnen in ihrer Hälfte einschnüren.

Nach einigen vergebenen Chancen kamen die USA zu einem Eckball. Boxx stieg am höchsten und setzte den Ball mit einem wuchtigen Kopfstoß zur erneuten Führung für die USA ins Netz. Hamm hatte die Ecke an den langen Pfosten gezogen, wo Boxx sich von ihrer Bewacherin löste und an Swiatek vorbei ihr zweites Turniertor markierte (2:1, 51.).

Wambach versuchte, einen Steilpass von Tiffeny Milbrett zu erlaufen, doch Swiatek löste sich im richtigen Moment von der Linie und nahm den Ball auf (62.). Den Kanadierinnen fiel kein probates Mittel gegen das Kurzpassspiel der Amerikanerinnen ein, und so verlegten sie sich immer mehr auf lange Bälle nach vorn, die Lang oder Latham erreichen sollten. Das Spiel wurde außerdem zusehends härter, wobei Hamm und Wambach häufig das Ziel kanadischer Fouls waren.

Erfahrenheit setzt sich durch

Zwei Schüsse von Milbrett fanden ihr Ziel nicht: zunächst rettete der Pfosten und dann Swiatek die Kanadierinnen. Die schnelle US-Stürmerin war mitgelaufen, als Lilly einen Konter einleitete (73.). Auf der anderen Seite mussten die Amerikanerinnen tief durchatmen, als Charmaine Hooper eine Ecke in den Strafraum schlug, die Sinclair per Kopf aufs Tor brachte. Scurry war schon geschlagen, doch das Leder prallte an die Querlatte (75.).

Schließlich kamen die USA doch noch zu ihrem dritten Tor. Tiffeny Milbrett überlief die gesamte Abwehr und wollte dann nach innen flanken, doch der Ball prallte zu ihr zurück und so konnte sie ihn selbst in die Maschen setzen. Milbrett hatte einen schnell ausgeführten Freistoß erlaufen, als die kanadische Abwehr sich noch formierte (3:1, 80.).

Angesichts des Zweitorerückstands schien der Siegeswille der Kanadierinnen gebrochen, wenn sie auch weiter versuchten, die amerikanische Verteidigung zu überwinden. Doch die Amerikanerinnen ließen nichts anbrennen. Den Schlusspunkt setzte Shannon MacMillan mit einem Schuss aus spitzem Winkel, doch der Ball landete auf dem Netz (88.).