Obwohl die Schwedinnen in ihrem Auftaktspiel bei der FIFA-Frauenfussball-Weltmeisterschaft USA 2003 drei Treffer kassierten, hat Nationaltrainerin Marika Domanski-Lyfors nach eigenem Bekunden keine harten Töne gegen ihre Spielerinnen angeschlagen.
"Nein, wir haben gegen die USA nicht besonders gut gespielt, doch harte Worte hat es nicht gegeben", so die Trainerin. "Wir haben uns einfach hingesetzt und genau analysiert, was in diesem Spiel schlecht gelaufen ist und wie wir es besser machen können."
Offenbar mit Erfolg für die schwedische Abwehr. Nach den drei Treffern im USA-Spiel ließen die Schwedinnen in den folgenden vier Spielen, die sie alle gewannen, nur noch zwei Treffer zu. Eines dieser Tore war ein Elfmeter, der andere ein Freistoß. Dies ist auch der Aufmerksamkeit der Skandinavierinnen nicht entgangen
"Wir haben es ziemlich gut geschafft, die Gegner am Toreschießen aus dem Spiel heraus zu hindern", so Verteidigerin Kristin Bengtsson. "Bei Kanada war das gar nicht so schwer, denn die haben immer nur lange Bälle nach vorn gespielt." Die Deutschen sind da sicher etwas cleverer und haben auch mehr Selbstvertrauen. Sie spielen gerne über die Flügel und mit Flanken, also wird es wohl viel schwerer für uns werden." Neuauflage des EM-Finales von 2001
Schweden muss am Sonntag im Endspiel um die FIFA-Frauenfussball-Weltmeisterschaft gegen Deutschland antreten. Die gleiche Paarung gab es auch bei der UEFA-Europameisterschaft der Frauen im Jahr 2001. Damals unterlagen die Schwedinnen durch ein Tor in der Verlängerung mit 0:1. Die Skandinavierinnen hatten im Halbfinale einen Rückstand gegen Kanada aufholen können und das Spiel mit 2:1 gewonnen. Sie stehen erstmals im Finale einer FIFA-Frauenfussball-Weltmeisterschaft. Die Erfahrung aus diesen beiden Spielen sollte den Skandinavierinnen am Sonntag helfen, hofft Bengtsson.
"Wir kennen die Deutschen sehr gut, denn wir haben schon oft gegen sie gespielt", so die 32-Jährige. "Wir wissen auch, wie wir gegen körperlich starke Gegner auftreten müssen, das haben wir gegen Kanada gezeigt."
Für Bengtsson besteht die wichtigste Aufgabe darin, die Deutschen davon abzuhalten in Überzahl anzugreifen. "Die Deutschen versuchen immer wieder, Überzahlsituationen zu schaffen", weiß Bengtsson. "Sie versuchen überall auf dem Feld, mit zwei Spielerinnen gegen eine vorzugehen. Wir müssen uns gegenseitig immer helfen und die Deutschen in solchen Situationen schnell stoppen. Wenn wir dies nicht schaffen, insbesondere in der Abwehr, dann kriegen wir große Probleme."
Für die Rechtsverteidigerin Hanna Marklund ist klar, dass die Deutschen ihre Angriffe wohl in erster Linie über Birgit Prinz laufen lassen werden. Die ehemalige Stürmerin von Carolina Courage hat bereits sieben Treffer bei USA 2003 erzielt. Sie zu bewachen, dürfte wohl Marklunds Aufgabe werden.
"Man muss sie davon abhalten, sich zu lösen, sich zu drehen", so Marklund, die auch im EM-Finale 2001 gegen Prinz spielte.
Starke Worte aus schwedischem Lager
"Um ehrlich zu sein, halte ich das auch gar nicht für so schwer", meint Marklund optimistisch. "Sie ist allerdings nur eine von vielen. Wir müssen alle Spielerinnen unter Druck setzen. Wenn wir ihnen zu viel Raum lassen, dann können sie machen, was sie wollen. Das müssen wir auf jeden Fall verhindern."
Mittelfeldspielerin Malin Andersson sieht auch im Mittelfeld wichtige Aufgaben, insbesondere darin, Maren Meinert und Kerstin Garefrekes zu neutralisieren. Auch hier müssen die Gegnerinnen ständig unter Druck gesetzt werden, ist Andersson überzeugt.
"Wir müssen sie sofort angreifen und verhindern, dass sie Pässe in den Rücken unserer Abwehr spielen", so Andersson. "Unser Mittelfeld und unsere Abwehr arbeiten normalerweise sehr gut zusammen. Im Finale müssen wir dies auf jeden Fall tun. Im Mittelfeld müssen wir ganz besonders schnell spielen. Und wenn die Deutschen den Ball haben, müssen wir sehr aggressiv zur Sache gehen und dürfen ihnen keine Gelegenheit geben, Torchancen herauszuspielen."
Für die Schweden ist es dabei sehr wichtig, Torfrau Caroline Jönsson hinter sich zu wissen. Laut Bengtsson ist es für die Feldspielerinnen gerade unter Druck enorm beruhigend zu wissen, dass mit Jönsson eine Klassetorhüterin zwischen den Pfosten steht.
"Es gibt einem ein gutes Gefühl, dass sie dort hinten ist", so Bengtsson. "Wir hatten ja eine ganze Menge Sorgen wegen ihrer Gesundheit, doch jetzt sind wir alle froh, dass sie wieder spielen kann. Sie hat sehr viel Erfahrung und trägt damit dazu bei, dass auf dem Feld alle ruhig bleiben. Die Spielerinnen kennen sie und vertrauen ihr."