Der Weltmeister:
Auch wenn die Brasilianer in Neuseeland, insbesondere in der
ersten Runde, kein so leichtes Spiel hatten wie 1997 in Ägypten,
gingen die Jungs von Carlos César auch 1999 als Sieger aus dem
Turnier hervor. Nach einem 2:1-Sieg über Australien blieb die
Seleção mit 0:0 gegen Deutschland und Mali 180 Minuten lang ohne
Torerfolg und erreichte die nächste Runde nur dank der sicheren
Hände ihres Torwarts Rubinho sowie der Aufmerksamkeit von
Marquinhos und Kapitän Walker in der Abwehr. Im Viertelfinale lief
dann endlich Leonardo zu Höchstform auf und bescherte seiner
Mannschaft die dringend benötigten Treffer. Siege über Paraguay
(4:1) und Ghana (Elfmeterschießen) brachten die Brasilianer ins
Finale, wo sie erneut auf Australien trafen und Rubinho im
Elfmeterschießen (8:7) einmal mehr der Garant für den Sieg war.
Die Überraschungen:
Interessant war bei diesem Turnier vor Allem, dass
Mannschaften aus vier verschiedenen Konföderationen im Halbfinale
standen, und dass sowohl die Halbfinalpartien, als auch das Finale
durch Elfmeterschießen entschieden wurden. Die USA waren seit 1993
die erste Mannschaft aus der CONCACAF-Zone, die das Halbfinale
erreichte. Nach einer Niederlage gegen Australien und Ghana wurden
die Nordamerikaner schließlich Vierter. Die Afrikaner hatten mit
Ishmael Addo zwar den Torschützenkönig des Turniers in ihren
Reihen, doch im Halbfinale gegen Brasilien war ihnen trotz ihres
körperlich anstrengenden und technisch aufwendigen Spiels der Sieg
nicht vergönnt.
Unterstützt von vielen australischen Fans war die Leistung des australischen Nachwuchses eine positive Überraschung. Trainer Les Scheinflug hatte seine Mannschaft mit einer Südamerika-Tour vor dem Turnier in Form gebracht, und mit ihrer 3-5-2-Formation spielten sie sich bis ins Finale. Jess Kedwell-Vanstrattan im Tor, Adrian Madaschi in der Verteidigung und Scott McDonald im Angriff waren die Schlüsselspieler dieses hervorragenden Teams. Lediglich gegen Brasilien mussten sie sich in der ersten Runde und im Finale geschlagen geben. Ansonsten pflasterten Siege ihren Weg: 2:1 gegen Deutschland, 1:0 gegen Mali, 1:0 gegen Katar und 7:6 nach Elfmeterschießen gegen die USA.
Spieler des Turniers:
Das gute Abschneiden der USA war nicht zuletzt dem vielseitig
talentierten Stürmer Landon Donovan zu verdanken. Sein gutes Auge,
seine millimetergenauen Pässe und sein Torhunger (3 Treffer)
sorgten dafür, dass ihm der Goldene Ball verliehen wurde. Geboren
am 4. März 1982 verdiente sich Donovan seine Sporen in Deutschland
bei Bayer Leverkusen. Drei Jahre nach dem Erfolg in Neuseeland trat
er - diesmal mit der A-Nationalmannschaft - in Korea/Japan wieder
auf den Plan und traf zwei Mal.
Namen, die man sich merken sollte:
Leonardo (BRA), Ishmael Addo (GHA), Waleed (QAT), Àlvaro
Meneses (URU), Landon Donovan (USA), DaMarcus Beasley (USA).
Neuseeland 1999 in Zahlen:
Abschlusstabelle:
- Brasilien
- Australien
- Ghana
- USA
Tore:
93 (Durchschn. 2,91 pro Spiel)
Beste Offensivmannschaft:
Ghana, 18 Tore
Beste Torschützen:
- Ishmael Addo (GHA)
- Waleed (QAT)
- Leonardo (BRA)
Spielorte:
Auckland, Christchurch, Dunedin und Napier
Zuschauer:
218,400
Durchschnittliche Zuschauerzahl:
6,825
