Der Weltmeister:
In einem rein afrikanischen Duell schlug Nigeria im Finale von Japan 1993 die Mannschaft aus Ghana . Die "Golden Eaglets" waren dank der Mischung aus herausragender Kondition, guter Organisation und progressiver Taktik das meistgefürchtete Team des Turniers. Die zukünftigen Stars vom Kaliber eines Wilson Oruma (bester Torschütze des Turniers), Nwankwo Kanu, Peter Anosike, Ibrahim Babangida oder Celestine Babayaro zeigten, was in ihnen steckt. Die beherrschenden Nigerianer gaben gleich am Anfang mit einem 8:0-Kantersieg gegen Kanada den Ton vor. Danach unterlagen ihnen die südamerikanischen Giganten aus Argentinien mit 0:4, gefolgt von Australien (0:2), Japan (2:2) und Polen (1:2). Am Ende stand schließlich ein 2:1-Sieg gegen Ghana im Finale, und die "Golden Eaglets" flogen mit dem begehrten Pokal nach Hause.
Die Überraschungen:
Dieses Turnier stand ganz im Zeichen Afrikas - zum ersten Mal
in der Geschichte standen sich zwei Mannschaften vom schwarzen
Kontinent im Finale gegenüber. Den Unterschied zwischen beiden
machte letztendlich der Killerinstinkt der Nigerianer, wenn es aufs
gegnerische Tor zu ging. Zu einem der emotionalsten Momente der
FIFA-Geschichte kam es schließlich bei der Verleihung der
Medaillen, als beide Mannschaften zusammen das Podium bestiegen um
den Fans zu applaudieren. Unvergesslich ...
Aus dem Nichts kam bei diesem Turnier Chile und spielte sich unter Trainer Leonardo Véliz mit einer eisern durchgehaltenen 4-4-2-Formation bis auf den dritten Platz. Frank Lobos, Hector Tapia, Manuel Neira und Sebastian Rozental glänzten auf dem Weg ihrer Mannschaft zum zweiten Platz der Gruppe D und bei den folgenden Siegen über die Tschechen und die Slowaken. Erst die Kicker aus Ghana geboten den Südamerikanern Einhalt - doch der Sieg über Europameister Polen nach Elfmeterschießen im kleinen Finale und der damit verbundene dritte Platz war weit mehr als sich die Chilenen am Anfang erhofft hatten.
Spieler des Turniers:
Dieses eine Mal ging der Goldene Ball nicht an einen Spieler
der Mannschaft, die auch den Titel holte. Es war der bei Bayer
Leverkusen spielende junge Ghanaer Daniel Addo, der dank seines
athletischen und schnellen Spiels in den Genuss der begehrten
Auszeichnung kam. Doch nicht nur sein fussballerisches Können,
sondern auch sein herzerfrischender Jubel nach einem Torerfolg
dürfte die Offiziellen überzeugt haben. Seine drei Treffer in
Kombination mit der Unterstützung durch Sebastian Barnes und
Michael Edusei waren für die hervorragende Mannschaft aus Ghana von
unschätzbarem Wert.
Namen, die man sich merken sollte:
Leonardo Biagini (ARG), Sebastián Rozental (CHI), Daniel Addo
(GHA), Gianluigi Buffon (ITA), Francesco Coco (ITA), Francesco
Totti (ITA), Hidetoshi Nakata (JPN), Celestine Babayaro (NGA),
Nwankwo Kanu (NGA), Wilson Oruma (NGA), Ibrahim Babangida (NGA),
John O?Brien (USA).
Japan 1993 in Zahlen:
Abschlusstabelle:
- Nigeria
- Ghana
- Chile
- Polen
Tore:
107 (Durchschn. 3,34 pro Spiel)
Beste Offensivmannschaft:
Nigeria, 20 Tore
Beste Torschützen:
- Wilson Oruma (NGA), 6 Tore
- Nwankwo Kanu (NGA), 5 Tore
- Manuel Neira (CHI), 5 Tore
Austragungsorte:
Tokio, Kobe, Kyoto, Nagoya, Gifu, Hiroshima.
Zuschauer:
156,390
Durchschnittliche Zuschauerzahl:
4,887
