Der Weltmeister:
Der erste Titelgewinn Ghanas bei der
FIFA-U-17-Weltmeisterschaft war mehr als verdient. Mit der
richtigen Mischung aus individuellem Talent und Teamgeist scheuten
die Fussballer aus Afrika die Initiative nicht und wurden genau
dafür am Ende reich belohnt. Mit dem meisterhaften Taktiker Otto
Pfister als Trainer und einer maßgeschneiderten 1-3-4-2-Formation
gelang es ihnen von Anfang an, ihre Gegner auf dem falschen Fuß zu
erwischen. Wenn die Mannschaft einen schwachen Punkt hatte, dann
war es der Sturm. Ihre Unsicherheit im Abschluss mag aber auch
dadurch begründet sein, dass die Mannschaft mit einem
Durchschnittsalter von 16 Jahren und einem Monat die jüngste des
Turniers war. Am herausragendsten spielten Kofi Mbeah, Mohammed
Gargo, Libero Isaac Asare und Torjäger Odartey Lamptey, der es auf
insgesamt vier Treffer brachte.
Die Überraschungen:
Das Turnier war sehr ausgeglichen, mit Mannschaften aus vier
Kontinenten im Halbfinale. Aus Südamerika war Argentinien dabei,
die Spanier hielten die europäische Fahne hoch, Ghana trat für den
afrikanischen Kontinent an und das Überraschungsteam aus Katar war
die letzte Hoffnung der Asiaten. Letztere spielten mit großem
Erfolg in einer 1-3-5-1-Formation, die in hohem Maße auf schnelle
Konter setzte. Trainer José Roberto Àvila erklärte die Taktik
seiner Mannschaft: "Wir müssen mit dem auskommen, was uns zur
Verfügung steht", so Àvila. Genau das taten sie und kamen
damit unter die besten Vier - obwohl sie nur sechs Mal trafen.
Besonderen Eindruck machten dabei Ahmed Al-Shafi und Ali Califa
Al-Malki.
Spieler des Turniers:
Den Goldenen Ball konnte nur ein Mitglied der siegreichen
Mannschaft aus Ghana erhalten, und so war es Nii Odartey Lamptey,
der ein ganz besonderes Souvenir aus Italien mit nach Hause nahm.
Lamptey war das Herz einer sehr guten Mannschaft. Seine schnellen
Füße und sein noch schnelleres Denken, sein kluges Zusammenspiel
mit Kapitän Nana Alexander Opoku, sowie den Mittelfeldspielern
Mohammed Gargo und Emmanuel Duah überzeugten jeden Beobachter. Auch
sein Torinstinkt erwies sich als entscheidend und machte ihn mit
vier Treffern zu einem der Torschützenkönige.
Namen, die man sich merken sollte:
Marcelo Gallardo (ARG), Juan Sebastián Verón (ARG), Adriano
(BRA), Emmanuel Duah (GHA), Nii Odartey Lamptey (GHA), Alessandro
Del Piero (ITA).
Italien 1991 in Zahlen:
Abschlusstabelle:
- Ghana
- Spanien
- Argentinien
- Katar
Tore:
81 (Durchschn. 2,53 pro Spiel)
Beste Offensivmannschaft:
Spanien, 13 Tore
Beste Torschützen:
- Adriano (BRA), 4 Tore
- Nii Lamptey (GHA), 4 Tore
- Paul Agostino (AUS), 3 Tore
Spielorte:
Montecatini, Viareggio, Carrara, Massa, Livorno, Florenz.
Zuschauer:
37,000
Durchschnittliche Zuschauerzahl:
1,156
