Der Weltmeister:
In einem Turnier voller Überraschungen hat sich die solide
Organisation, die exzellente Disziplin und die klare Taktik der
saudiarabischen Mannschaft als entscheidend für den Gewinn der
FIFA-U-16-Weltmeisterschaft erwiesen. Die Araber blieben das ganze
Turnier hindurch ungeschlagen und besiegten zur Krönung im Finale
auch noch Gastgeber Schottland. Vor allem dank ihres Schlussmanns
Khalid Al-Suwaileh und der Verteidiger Sulaiman Al-Reshoudi und
Adnan Abdulshkor fingen sich die Kicker unter Führung des
brasilianischen Trainers Ivo Ardais Wortmann insgesamt nur sechs
Gegentore ein. Am bemerkenswertesten aber ist wahrscheinlich die
Tatsache, dass sie auch nur acht Torerfolge für sich verbuchen
konnten und trotzdem am Ende als Sieger aus dem Wettbewerb
hervorgingen.
Die Überraschungen:
Allein ein Blick auf die Teilnehmer des Halbfinales zeigt,
dass die U-16-WM 1989 reich an Überraschungen war. Vor dem Turnier
hätte niemand geglaubt, dass die besten vier Mannschaften
Saudiarabien, Bahrain, Portugal und Schottland heißen würden.
Besonders Bahrain sorgte mit einem Sieg gegen Brasilien nach Elfmeterschießen für Aufruhr. Allerdings schien die Mannschaft von ihrem plötzlichen Erfolg selbst so überrascht gewesen zu sein, dass sie es am Ende lediglich auf Platz vier schaffte. Mit dem jungen Luis Figo in seinen Reihen hätte sich jedes Team eine gute Chance ausrechnen können - und so zeigten die Portugiesen mit einem dritten Platz, dass sie ihren Europameistertitel zu Recht halten. Sie hätten es auch weiter schaffen können, wenn da nicht im Halbfinale die in Höchstform spielenden Schotten gewartet hätten. Damit war Portugal raus und die Gastgeber im Finale, wo sie allerdings im Elfmeterschießen gegen die wackeren Saudis unterlagen.
Spieler des Turniers:
Zum ersten Mal in der Geschichte des Turniers ging der
Goldene Ball an einen Torwart. Der Schotte James Will bekam die
begehrte Auszeichnung und grub so den traditionellen Lästereien der
Engländer über schottische Torhüter das Wasser ab. Der 1972
geborene und gegenwärtig bei Arsenal London spielende Schlussmann
zeigte sich auf dem Rasen selbstbewusst: Er war luftkampfstark,
beweglich auf der Torlinie, bewies gute Fussarbeit und führte
souverän seine Abwehrspieler. In sechs Spielen kassierte Will
gerade einmal drei Gegentreffer.
Namen, die man sich merken sollte:
Serginho (BRA), Henry Zambrano (COL), Fode Camara (GUI),
Victor Ikpeba (NGA), Godwin Okpara (NGA), Luis Figo (POR), James
Will (SCO), Claudio Reyna (USA).
Schottland 1989 in Zahlen:
Abschlusstabelle:
- Saudiarabien
- Schottland
- Portugal
- Bahrain
Tore:
77 (Durchschn. 2,40 pro Spiel)
Beste Offensivmannschaft:
Portugal, 11 Tore
Beste Torschützen:
- Fode Camara (GUI), 3 Tore
- Khalid Al-Roaihi (KSA), 3 Tore
- Nelson Gil (POR), 3 Tore
Spielorte:
Glasgow, Motherwell, Aberdeen, Dundee, Edinburgh.
Zuschauer:
192,100
Durchschnittliche Zuschauerzahl:
9,605
