Der Weltmeister:
Stärke, Können und der Willen zum Angriff waren der Schlüssel
zu Nigerias erstem Gewinn der FIFA-U-16-Weltmeisterschaft. Die
Afrikaner zeigten sich in fast allen Aspekten des Spiels überlegen.
In der ersten Runde besiegten sie Italien mit 1:0, Costa Rica mit
3:0 und erspielten sich ein Unentschieden gegen Saudiarabien. Im
Viertelfinale schalteten sie dann noch einen Gang hoch und warfen
die Ungarn mit 3:1 aus dem Turnier. Das Halbfinale gegen Guinea war
nicht mehr ganz so leicht, doch es reichte für einen 4:2-Sieg nach
Elfmeterschießen. Im Finale folgte schließlich der Sieg gegen
Westdeutschland. Mit Lucky Agbonsevafe als beherrschendem
Schlussmann Sani Adamu dominierend im Mittelfeld und Joseph
Babatundes sicherem Abschluss im Sturm waren die Nigerianer nicht
aufzuhalten. Ihre überlegene Kondition und der natürliche
Angriffsinstinkt machten die "Golden Eagles" zu einer
fussballerischen Dampfwalze.
Die Überraschungen:
Das Turnier war insgesamt sehr ausgeglichen, allerdings waren
die Afrikaner in nahezu allen Aspekten ein klein wenig besser als
die Konkurrenz. Im Halbfinale standen mit Nigeria und Guinea gleich
zwei afrikanische Teams, zusammen mit Brasilien als
südamerikanischem Vertreter und Deutschland als einzigem
europäischem Land.
Die Mannschaft, die am meisten Aufsehen erregte, war Australien. Die "Aussies" ließen mit Siegen gegen Argentinien, Deutschland und Kongo in der Gruppe B von Anfang an keinen Zweifel an ihrer Entschlossenheit aufkommen. Craig Naven war es, der für das unerwartete 1:0 gegen Argentinien sorgte. Die Deutschen ereilte das gleiche Schicksal - diesmal allerdings nach einem Treffer durch Paul Trimbole. Anschließend erspielten sich die Australier mit einem 2:1 gegen Kongo stilvoll die Qualifikation für die nächste Runde, um dann im Viertelfinale im Elfmeterschießen unglücklich gegen Guinea auszuscheiden. Die Australier hatten damit alle Erwartungen übertroffen und kehrten erhobenen Hauptes nach Hause zurück.
Spieler des Turniers:
Der Brasilianer William Cesar de Oliveira war es, der nach
Meinung der Offiziellen in einem von Talent reichlich gesegneten
Turnier am Besten spielte. Der Spielmacher zeichnete sich durch
weit mehr als seine großartigen Pässe aus. Er spielte flink,
schlau, und es war schwer ihn vom Ball zu trennen. Seine
millimetergenauen Bälle auf die Stürmer Faria Barreto und Natalino
Antunes sorgten regelmäßig für Panik unter den gegnerischen
Abwehrspielern. Doch nicht nur das: In wichtigen Momenten war es
oft auch er selbst, der für einen Treffer sorgte. Seine Tore gegen
Katar und Mexiko ebneten seiner Mannschaft den Weg durch die
Gruppenspiele und waren mindestens so entscheidend wie die zwei
Treffer gegen Saudiarabien in der K.O.-Phase. Mit zwei weiteren
verwandelten Chancen im kleinen Finale gegen Guinea krönte er
schließlich seine großartige Leistung in diesem Turnier.
Namen, die man sich merken sollte:
Fernando Cáceres (ARG), Fernando Redondo (ARG), William Cesar
de Oliveira (BRA), Craig Naven (AUS), Marco Echeverry (BOL), Erwin
Sánchez (BOL), Hernán Medford (CRC), Javier Wanchope (CRC), Salifou
Koita (GUI), Maurizio Ganz (ITA), Joseph Babatunde (NGA).
China 1985 in Zahlen:
Abschlusstabelle:
- Nigeria
- Deutschland
- Brasilien
- Guinea
Tore:
Beste Offensivmannschaft:
Deutschland und Brasilien, je 13 Tore
Torschützenkönig:
Marcel Witeczek (GER), 8 Tore
Spielorte:
Peking, Tianjin, Dalian und Shanghai.
Zuschauer:
735,000
Durchschnittliche Zuschauerzahl::
22,968
