Am Mittwoch, den 29. Juni, findet es statt, das Endspiel des FIFA Konföderationen-Pokals Deutschland 2005 zwischen Brasilien und Argentinien. Harold Mayne-Nicholls, Generel Coordinator bei der FIFA, wird dafür sorgen, dass auch alles glatt läuft.

Bereits sechs Stunden vor Anpfiff ist Harold Mayne Nicholls im Stadion, zwei Stunden später erscheint der Sicherheitsbeauftragte. Dreieinhalb Stunden vor dem Spiel müssen sämtliche Sicherheitschecks abgeschlossen sein, damit die Fans eine halbe Stunde später das Stadion betreten können. Diese Zeiten müssen genau eingehalten werden, und Harold Mayne-Nicholls hat alle Vorgänge genau im Auge. Schließlich muss alles absolut rund laufen.

Spätestens 90 Minuten vor dem Anpfiff treffen die Teams und die Schiedsrichter ein. Zehn Minuten später werden die Listen mit den Aufstellungen an den vierten Offiziellen weitergegeben, der auch die Trikots der Mannschaften überprüft. „Eine wichtige Aufgabe von uns ist es, die Farben der Trikots genau zu überprüfen." Denn nicht immer sind die Mannschaften mit der Entscheidung zufrieden. „Ich erinnere mich an Senegal während der Weltmeisterschaft 2002. Uruguay sollte in Hellblau spielen und Senegal in Grün. Damit waren sie aber gar nicht zufrieden. Nach 30 Minuten Diskussion konnten wir sie dann aber doch von der Notwendigkeit überzeugen." Denn in vielen Ländern dieser Erde gibt es noch schwarz/weiß Fernseher. Die Trikots lassen sich auf dem Bildschirm nur unterscheiden, wenn sie hell und dunkel sind.

Das Aufwärmen der Mannschaften findet exakt in den Minuten 45 bis 20 vor dem Spiel statt. Die Torwarte dürfen fünf Minuten eher auf den Platz. „Jeder hält sich an diese Zeitvorgaben und keiner bleibt länger auf dem Platz", erklärt der General Coordinator das Prozedere. Ansonsten würde sich der gesamte Zeitplan nach hinten verschieben. „Sehr wichtig für uns ist es ebenfalls, dass die Mannschaften rechtzeitig im Spieler-Tunnel sind, um auf den Platz zu gehen. Die Fans warten im Stadion. Und wenn ich sage, dass ein Spiel um 20:45 Uhr anfängt, dann fängt es auch um 20:45 Uhr an."

Da aber Fussballer auch nur Menschen sind, kann es auch schon mal zu einer „Verzögerung" kommen. „Ich kann eine sehr lustige Geschichte über Roy Keane erzählen. Ich war verantwortlich für das Spiel Manchester United gegen Necaxa während der FIFA Klub-Weltmeisterschaft 2000 in Brasilien. Beide Mannschaften waren zehn Minuten vor Anpfiff im Tunnel und alle waren bereit zu gehen. Ich sagte „Los geht's", und Roy Keane antwortete „Sorry, aber ich muss noch mal schnell auf die Toilette". Er verschwand für drei bis vier Minuten, und somit begann das Spiel auch drei bis vier Minuten später", erzählt Mayne-Nicholls mit einem Schmunzeln. „Was willst Du machen? Du kannst nicht ohne den Kapitän auf den Platz gehen."

Exakt acht Minuten vor dem Anpfiff betreten die Kinder mit den Fahnen der Mannschaften den Platz, danach kommen die FIFA Fairplay Fahne, der General Coordinator und die Schiedsrichter. Sechs Minuten vor dem Spiel erscheinen die Spieler. Die Nationalhymnen werden gespielt, Hände geschüttelt, Teamfotos geschossen. Nach dem Münzwurf kann es dann endlich losgehen.

Es kam aber auch schon mal vor, dass die Mannschaften auf dem Platz standen und die Nationalhymnen ertönten … nicht. „Bei der FIFA Futsal-Weltmeisterschaft 1996 in Spanien im Spiel Australien gegen die Ukraine haben wir vergeblich auf die Nationalhymnen gewartet. Der Verantwortliche für die Musik war nicht auffindbar. Er war irgendwohin mit seiner Freundin verschwunden. Er hatte einfach vergessen, dass er rechtzeitig zum Spiel wieder an seinem Platz zu sein hat. Also mussten wir die Nationalhymnen in der Halbzeitpause spielen." Heute kann Harold Mayne-Nicholls über diese Geschichte lachen. „Ich habe ihm gesagt, bei den nächsten Spielen bewegst Du dich ab einer Stunde vor dem Spiel nicht weg von Deinem Platz!"

Auch die Abläufe während des Finales unterscheiden sich kaum von normalen Spielen. Nur die Siegerehrung muss vorbereitet werden. Das wird schon einen Tag vorher geprobt. „Es dauert ca. sieben Minuten, bis alles vorbereitet ist, und das Podium auf dem Platz steht." Ein paar kleine Details sind zu beachten, aber diese sind sehr wichtig. „Erst kommen die Zweitplatzierten, erhalten ihre Medaille, machen ein Foto und gehen. Sie feiern nicht. Danach kommen die Gewinner, und der Kapitän erhält als letztes seine Medaille. Sobald er diese hat, wird ihm vom Präsidenten der Pokal ausgehändigt. Danach sind unsere Tagesordnungspunkte erledigt, denn fürs Feiern gibt es kein Protokoll."

Im Finale des laufenden Wettbewerbs wird alles rund laufen, davon ist Harold Mayne-Nicholls überzeugt. „Ich werde alles dafür geben, dass alles glatt läuft und es keine Probleme gibt. Aber man kann nie sagen was passiert, so ist nun mal der Fussball. Ohne Fehler wäre der Fussball nicht das, was er ist."