Der FIFA-Konföderationen-Pokal wird oft als Generalprobe für den FIFA-Weltpokal angesehen, und für die Organisatoren der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006 im nächsten Jahr ist das diesjährige Turnier sicher ein wichtiger Schritt in den Planungen.
Das gleiche gilt natürlich auch für die Mannschaften, denen diese siebte Ausgabe einen kleinen Vorgeschmack darauf gibt, was sie im nächsten Jahr in Deutschland zu erwarten haben. Während also die beiden großen Fussballmächte Südamerikas, Argentinien und Brasilien, Selbstbewusstsein tanken können, weil sie auf europäischen Boden das Finale erreicht haben, zeigt ein Blick in die Ergebnislisten, dass ein Sieg beim FIFA-Konföderationen-Pokal nicht unbedingt ein gutes Omen ist.
Frankreich gewann die beiden letzten Turniere, doch beide Male blieben die Franzosen im darauf folgenden Sommer erfolglos. 2003 holten sie den Pokal daheim, Thierry Henrys Golden Goal sicherte den 1:0-Sieg über Kamerun in Paris. Doch ein Jahr später konnten sie bei der UEFA EURO 2004 nicht überzeugen das Aus im Viertelfinale kostete Nationaltrainer Jacques Santini den Posten.
Santinis Vorgänger Roger Lemerre trainierte Les Bleus, als sie Gastgeber Japan 2001 im Finale in Yokohama mit 1:0 besiegten. Das einzige Tor schoss damals Patrick Vieira. Damit rundeten sie einen Hattrick der Turniersiege ab: in den drei vorhergehenden Jahren hatten die Franzosen zunächst den Weltpokal und dann die Europameisterschaft gewonnen. Doch als sie ein Jahr später zum FIFA Weltpokal Korea/Japan 2002 nach Asien zurückkehrten, lief nichts nach Plan: ohne ein einziges Tor zu erzielen, schied der Titelverteidiger bereits in der Vorrunde aus.
Die Mexikaner gewannen den FIFA-Konföderationen-Pokal 1999 im bisher vielleicht aufregendsten Finale der Turniergeschichte, als sie Brasilien vor 110.000 begeisterten Zuschauern im heimischen Aztekenstadion mit 4:3 besiegten. Mexiko lag zwar fast die ganze Zeit in Führung, sah aber nie wie der sichere Sieger aus.
Miguel Zepeda und Jose Manuel Abundis hatten die Mexikaner nach 28 Minuten mit 2:0 in Führung geschossen, doch nach 47 Minuten hatte Brasilien gleichgezogen: Serginhos Elfmeter und ein Schuss vom eingewechselten Roni machten die Führung der Gastgeber zunichte. Mexiko antwortete wieder mit zwei Toren noch einmal Zepeda und der große Cuauhtemoc Blanco trafen doch nur eine Minute nach Blancos Tor hatte Zé Roberto den Anschlusstreffer zum 4:3 erzielt. Das Spiel war sicherlich einer der größten Momente der mexikanischen Nationalelf, doch es dauerte danach nicht lange, bis Trainer Manuel Lapuente zurücktrat und die Mannschaft zerfiel.
Das Turnier im Jahr 1999 war das erste, das im Sommer abgehalten wurde. Die ersten drei Veranstaltungen hatten jeweils im Winter in Saudiarabien stattgefunden. Brasilien gewann im Dezember 1997, und beim 6:0-Kantersieg gegen Australien im Finale gelang sowohl Romario als auch Ronaldo ein Hattrick. Sechs Monate später war Ronaldo der mit sieben Toren in Riad Torschützenkönig geworden war beim FIFA-Weltpokal France 98 ähnlich stark, als er Brasilien mit vier Toren ins Finale schoss. Zum Ärger der brasilianischen Fans blieb er jedoch dort gegen Frankreich weit unter seinen Möglichkeiten, und die Gastgeber gewannen 3:0.
Dänemark hieß der Sieger im Jahr 1995: Tore von Michael Laudrup und Peter Rasmussen sicherten den 2:0-Finalsieg gegen Argentinien. Das dänische Team war als Europameister von 1992 eingeladen worden und hatte nun also auch sein erstes FIFA-Turnier außerhalb des Nachwuchsbereichs gewonnen. Der Versuch der Titelverteidigung bei der EURO 96 im folgenden Jahr ging jedoch gründlich daneben, denn die Dänen schieden schon in der Vorrunde aus.
Das allererste Turnier im Jahr 1992, damals noch unter dem Namen King Fahd-Pokal, gewann Argentinien durch ein 3:1 gegen Saudiarabien. Leonardo Rodriguez, Claudio Caniggia und Diego Simeone hießen die Torschützen für Argentinien, Saeed Owairan gelang der Ehrentreffer für die Gastgeber. Für die Argentinier war es ein Schritt in Richtung weiterer Erfolge, denn im folgenden Jahr gewannen sie die Copa America. Da sie seitdem keine einzige Trophäe mehr erringen konnten, werden die argentinischen Anhänger hoffen, dass sich die Geschichte nun wiederholt.