Im Verlauf des FIFA Konföderationen-Pokals Deutschland 2005 zeigte sich der australische Mittelfeldspieler Tim Cahill überrascht angesichts der Spekulationen um eine mögliche Ablösung von Nationaltrainer Frank Farina.
Cahill zögert nicht mit Lob für Farina, der ihm im März 2004 zu seinem Länderspieldebüt gegen Südafrika verhalf, und unter dem er im nächsten Sommer mit Australien zur FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006 reisen wollte. Nun steht Farina, der am Mittwoch im Einvernehmen mit dem Verband zurücktrat, allerdings ohne Arbeitsplatz da und verpasst somit die Möglichkeit, sich mit Australien erstmals seit 1974 für eine Weltmeisterschaft zu qualifizieren.
Cahill machte in den letzten 15 Monaten seit seinem Länderspieldebüt einen deutlichen Karrieresprung im Verein und in der Nationalmannschaft. Farina hat daran nach des Spielers eigenem Bekunden großen Anteil. "Ich glaube, dass Frank alles getan hat, was in seiner Macht stand", erklärte er gegenüber FIFAworldcup.com.
"Für mich persönlich hat er sehr viel getan. Wäre er nicht gewesen, hätte ich längst nicht so viel erreicht. Ich bin sicher, dass er weiß, dass die Mannschaft großen Respekt für ihn empfindet. Er hat einen großen Anteil an unserer Spiel- und Denkweise. Das gilt sowohl auf Nationalmannschafts- als auch auf Vereinsebene.
Obwohl die Australier beim FIFA Konföderationen-Pokal Deutschland 2005 in den Gruppenspielen gegen Deutschland, Argentinien und Tunesien punktlos blieben, erntete Farinas Mannschaft viel Respekt für ihre Leistungen und trug mit ihren spannenden Spielen zum Gelingen des Turniers bei.
Diese Begeisterung über die Leistungen des Teams wurde in der Heimat jedoch nicht geteilt. In einer Umfrage auf der Website des australischen Fussballverbandes bezeichneten 31% der Befragten die Leistung als "schwach", während 24% der Meinung waren, dass das Turnier "ein Desaster" gewesen sei.
Cahill, der Farina als "großartigen Menschen und Trainer" bezeichnet, ist der Ansicht, dass die Möglichkeiten des scheidenden Coaches aufgrund fehlender Spieler eingeschränkt waren: "Es war sehr schwierig für ihn. Seit geraumer Zeit kann er nicht auf alle Spieler zurückgreifen. Er musste immer wieder Umstellungen vornehmen, weil Spieler ausfielen. Natürlich haben alle nominierten Akteure ihr Bestes gegeben. Es fehlte jedoch an der erforderlichen Konstanz - aber das war nicht sein Fehler."
"Frank ist ein aufrichtiger Mensch. Er hat es nicht nötig, jemandem zu erzählen, wie gut er ist. Er spielte selbst auf höchstem Niveau und versteht die Spieler. Er bereitet uns gut vor und trainiert uns ausgezeichnet. Er weiß, was die Spieler können. Er ist ein großartiger Mensch und Trainer, auf den man sich verlassen kann. Diese Eigenschaften machen ihn zum Spitzentrainer."