Knapp ein Jahr vor der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™ bietet der FIFA Konföderationen-Pokal Deutschland 2005 eine ideale Möglichkeit zur Generalprobe. Neben der FIFA, dem Lokalen Organisationskomitee, den freiwilligen Helfern sowie allen anderen an der Vorbereitung dieses Großereignisses beteiligten Institutionen und Verantwortlichen hat auch der Host Broadcast Service (HBS) diese Testphase intensiv genutzt, um die FIFA WM Deutschland 2006™ zum bisher größten Medienereignis der Welt werden zu lassen. HDTV mit hoher Bildauflösung, Dolby-Surround-Tonqualität, auf einzelne Spieler gerichtete Kameras: 64 Spiele und ebenso viele TV-Übertragungen werden weltweit am Bildschirm verfolgt werden. Ein riesiges Spektakel!

Alle vier Jahre erfasst das Fussballfieber, ausgelöst vom FIFA-Weltpokal™, den gesamten Erdball. Auch wenn die Zuschauerzahlen sich schon bisher in unglaublichen Dimensionen bewegten, das weltweit größte Fussballfest im kommenden Jahr wird ganz offenbar alle Rekorde brechen. Für Deutschland 2006 wird mit rund 32 Milliarden (kumulierten) Fernsehzuschauern gerechnet.

Von den Zahlen nun zum Stand der Vorbereitung. Die Medienfirma HBS, die nach dem FIFA-Weltpokal France '98 im Jahr 1999 gegründet wurde, zeichnet heute exklusiv für Produktion und Ausstrahlung der TV-Übertragungen von sämtlichen FIFA-Wettbewerben verantwortlich. Dazu der Geschäftsführer von HBS, der Franzose Francis Tellier: "Bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™ werden wir mit einem Traumteam vor Ort sein". Es setzt sich aus den besten Produzenten aus Deutschland, Großbritannien und Frankreich zusammen. Ihnen obliegt dann die Auswahl der besten Techniker, die schließlich in ihren jeweiligen Teams zum Einsatz kommen.

"Wir werden qualitativ hochwertige Übertragungen liefern", ist sich der Engländer Peter Angell, Produktionsdirektor von HBS, sicher. Wie Tellier ist auch Angell ein erfahrener Medienprofi. Davon zeugt nicht zuletzt der überwältigende Erfolg der TV-Übertragungen vom FIFA-Weltpokal Korea/Japan 2002 und der FIFA Frauenfussball-Weltmeisterschaft USA 2003.

16:9-Format und Dolby Surround

"Kontinuität und Innovation" lautet die Devise von Francis Tellier. Drei signifikante Neuheiten werden in Deutschland 2006 Premiere haben. Allen voran die extrem hohe Bildauflösung (High Definition TV). Das perfekt für die Wiedergabe von Filmen entwickelte und inzwischen nochmals verbesserte 16:9-Format wird die Zuschauer beim nächsten FIFA-Weltpokal regelrecht begeistern. Nachdem unmittelbar nach dem FIFA-Weltpokal Korea/Japan 2002™ eine erste Entscheidung dazu getroffen wurde, der dann eine eineinhalbjährige Entwicklungsphase folgte, gab HBS im Dezember 2003 grünes Licht für die Durchführung des Projekts. "Es war anlässlich der Auslosung der WM-Qualifikationsgruppen in Frankfurt. Dort erfuhr die Welt definitiv, dass HDTV bei Fernsehübertragungen keine Zukunftsmusik mehr ist" so Peter Angell weiter. Die Übertragung im Standard-Bildformat 4:3 wird es selbstverständlich auch weiterhin geben, damit auch der Empfang für jene Fernsehzuschauer gesichert bleibt, die kein TV-Gerät mit 16:9-Format besitzen.

Um eine optimale Übertragungsqualität zu gewährleisten, entschied sich HBS für das Dolby-Surround-Tonsystem. Der Ton, der von jeweils 30 Mikrofonen in den zwölf FIFA-Stadien aufgenommen wird, geht zunächst in ein spezielles Tonstudio, wo der zuständige Toningenieur die entsprechende Mischung vornimmt. Erst dann wird der Ton über die Lautsprecheranlagen der "Heimkinos" in die Wohnzimmer der Fernsehzuschauer übertragen. Die Leute brauchen also nicht unbedingt im Stadion zu sitzen, um an der dortigen Atmosphäre unmittelbar teil zu haben. Die ersten Tests haben wir hier beim FIFA Konföderationen-Pokal durchgeführt. Sie waren in allen Belangen überzeugend. Das Ergebnis ist verblüffend.

Dieses Turnier bot uns zudem die Möglichkeit, ein paar Produkte zu verfeinern, die wir bereits 2002 eingesetzt haben. Darüber hinaus hat HBS zusätzlich zur Ausstrahlung des so genannten internationalen Signals (World Feed) eine ganze Reihe Paketlösungen (Packages) entwickelt. So wird etwa jede Partie von 25 Kameras aufgenommen (gegenüber 20 im Jahr 2002) , die am Spielfeldrand, auf angrenzenden Dächern und auf den Stadionrängen installiert werden. Im Bild fest gehalten werden dabei taktische Varianten beider Mannschaften sowie deren Reaktionen auf der Ersatzbank. Damit wird eine noch breitere Berichterstattung von den Spielen möglich. Nachdem wir bereits zwei Mal in sämtlichen zwölf FIFA WM-Stadien waren, in denen zum Teil ja auch die Spiele des FIFA Konföderationen-Pokals Deutschland 2005 ausgetragen werden, haben wir von HBS schon genau festgelegt, an welchen Punkten im nächsten Jahr unsere Kameras installiert werden.

Die bereits in Asien erprobten Paketlösungen werden wir um ein attraktives Detail bereichern, indem wir die erstmals die "Einzelkamera für einen bestimmten Spieler" präsentieren. Dabei stehen jeweils drei bis vier Spieler in einem Zeitraum von ca. zehn Minuten im Fokus einer nur auf sie gerichteten Kamera. Die Namen der Auserwählten werden jeweils vor dem Spiel und in Abstimmung mit den betroffenen nationalen TV-Sendern aus den Ländern, deren Teams sich auf dem Spielfeld gegenüber stehen, festgelegt.

Eine imposante Datenbank

Bei all dem kommt natürlich auch der weltumspannende Charakter des großen Fussballfestes nicht zu kurz. Es wurde wirklich an alle und an alles gedacht. Jene nationalen Fernsehanstalten, die aus eigenen Mitteln kein Produktionsteam nach Deutschland entsenden können, haben die Möglichkeit, wie schon im Jahr 2002, in Form der EBIF-Show ein komplettes Paket zu erwerben. Diese startet jeweils 30 Minuten vor Spielbeginn und endet eine halbe Stunde nach dem Ende der Partie. Das Programm beinhaltet Interviews mit den Spielern, Berichte vom Mannschaftstraining sowie einen kompletten Spielbericht. Dieses modular aufgebaute und flexible Konzept kann problemlos an den jeweiligen Bedarf der nationalen TV-Sender angepasst werden.

Die vorerst letzte große Innovation, die HBS einführen wird, ist der Aufbau und die Pflege einer Datenbank, wie es sie bislang nicht gegeben hat. Dazu wird jede Partie von einem Expertenteam sorgfältig beobachtet und vollständig erfasst. Im Rahmen der Tätigkeit des IBC (International Broadcast Center) mit Sitz in München werden sie jedes Spiel in alle Einzelheiten zerlegen, so dass den Nutzern dieses Dienstes praktisch schon eine Minute nach einer Aktion auf dem Platz die entsprechenden Bilder zur Verfügung stehen werden. Die beim FIFA Konföderationen-Pokal Deutschland 2005 vorgeführte Demo-Version dieses Systems ist von allen potenziellen Nutzern mit großer Begeisterung aufgenommen worden. Jetzt gilt es nur noch, den vollen Einsatz des Systems bei allen 64 Spielen des nächsten FIFA-Weltpokals™ zu gewährleisten…

All diese Technik bedarf natürlich einer umfassenden und ausgefeilten Logistik. Ein Bereich, mit dem HBS gleichfalls bestens vertraut ist. "Das ist im übrigens ein absoluter Vorteil dieses FIFA Konföderationen-Pokals", ergänzt Peter Angell. Ohne dieses Turnier hätten wir bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™ ein hohes Risiko eingehen müssen. Unsere Planung hat einen guten Stand erreicht, so dass keine größeren Änderungen mehr erforderlich sein dürften. HBS ist bestens gerüstet, und die Anhänger des runden Leders sind es auch. Die spektakulärste Sportübertragung des 21. Jahrhunderts kann also beginnen.