Zwei Mal musste er Arne Friedrich ersetzen. Zwei Mal zeigte Andreas Hinkel, dass sich Bundestrainer Jürgen Klinsmann auf ihn verlassen kann. Gegen Argentinien lieferte der 23-Jährige eine solide Leistung auf der rechten Außenverteidigerposition ab, beim Spiel um Platz drei gegen Mexiko setzte der Youngster des VfB Stuttgart vor allem in der Offensive Akzente.

So war er auch am schönsten deutschen Tor während des FIFA Konföderationen-Pokals 2005 beteiligt, als er nach einem tollen Doppelpass mit Lukas Podolski das zwischenzeitliche 2:1 durch Bastian Schweinsteiger vorbereitete. Nach der Partie gegen Mexiko nahm sich Hinkel für FIFAworldcup.com Zeit, um einen ersten Rückblick auf das Turnier zu werfen.

Andreas Hinkel, noch berauscht von dem tollen Sieg gegen Mexiko?
Für die Zuschauer war das natürlich ein sensationelles Spiel. Es sind ja jede Menge Tore gefallen. Persönlich wäre es mir allerdings lieber gewesen, nicht so viele Tore zu kassieren.

Wie haben Sie die Begeisterung im Leipziger Zentralstadion auf dem Platz empfunden?
Die Stimmung war sehr gut. Wobei man sagen muss, dass die Stimmung überall, wo wir gespielt haben, toll war. Natürlich hat gegen Mexiko auch der Spielverlauf dazu beigetragen. Es sind viele Tore gefallen, und die Zuschauer sind voll mitgegangen.

Wann haben Sie erfahren, dass Sie gegen Mexiko zu Ihrem zweiten Turniereinsatz kommen?
Erst am Morgen des Spieltages.

Wie würden Sie Ihre Leistung einordnen. Haben Sie die Chance genutzt, sich aufzudrängen?
Das kann ich nur schwer beurteilen und möchte es auch nicht. Aber ich habe alles gegeben und bin daher ganz zufrieden.

Als Abwehrspieler hat man es zurzeit nicht leicht in der deutschen Nationalmannschaft. Was war gegen Mexiko los, schließlich rappelte es wieder drei Mal im Kasten von Oliver Kahn?
Heute war es bei Flanken und Standardsituationen extrem. Vor allem hier darf es generell nicht passieren, dass ein Gegenspieler frei zum Kopfball kommt. Bei Flanken aus dem Spiel ist es schon schwieriger zu verteidigen. Wenn der Gegenspieler auf dich zukommt, reicht eine Bewegung, und er ist weg. Aus dem Spiel heraus kann so etwas daher schon eher passieren. Aber es sollte natürlich auch nicht sein.

Sie haben auch in der Verlängerung noch Kraft gehabt im Vergleich zu manchem Mexikaner. War es ein Vorteil, dass Sie zuvor nicht immer gespielt haben und daher noch bei Kräften waren?
Kann gut sein, dass es ein Vorteil war, dass ich vorher nicht so oft zum Einsatz kam. Aber mir wäre es natürlich lieber gewesen, wenn ich zuvor mehr gespielt hätte. Aber ich habe immer gut trainiert und meine Leistung gebracht. Daher brauchte der Trainer keine Angst zu haben, mich zu bringen. Er kann immer auf mich setzen.

Was erhoffen Sie sich im nächsten Jahr? Wird der Sprung in die Startformation klappen?
Jürgen Klinsmann weiß, was er an mir hat, und was ich kann. Ich muss zunächst immer meine Leistung bringen. Dann kann der Trainer mich aufstellen oder auch nicht. Ich jedenfalls stehe immer bereit.

Wie sehen Sie die Zukunft der deutschen Nationalmannschaft in Hinblick auf die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™?
Auf jeden Fall hat uns das Turnier weiter gebracht. Klar haben wir einige Tore zuviel bekommen, aber wir haben auch relativ viele Tore geschossen. Wir wissen, dass wir noch nicht am Ende unserer Entwicklung sind, schließlich haben wir sehr viele junge Spieler dabei. Ich glaube, dass wir uns hier insgesamt weiterentwickelt haben – auch spielerisch. Manchmal mussten wir Kritik einstecken, aber auch das hat uns weitergebracht.