Brasilien hat den FIFA Konföderationen-Pokal Deutschland 2005 gewonnen. Der Weltmeister besiegte im Finale am Mittwoch, den 29. Juni, Argentinien mit 4:1 (2:0) und sicherte sich zum zweiten Mal nach 1997 den Titel.

Mit seinen Turniertreffern Nummer vier und fünf (11., 63.) hatte Brasiliens Torjäger Adriano maßgeblichen Anteil am Sieg der "Selecao", die ihrem Gegner spielerisch und kämpferisch in allen Belangen überlegen war. Kaka (16.) und Ronaldinho (47.) erzielten vor 45.591 begeisterten Zuschauern im ausverkauften Frankfurter Waldstadion die die weiteren Treffer für Brasilien, dem eingewechselten Pablo Aimar (64.) gelang lediglich der argentinische Ehrentreffer.

Während es in der brasilianischen Anfangsaufstellung keinerlei Überraschungen gab, brachte Jose Pekerman überraschend den Leverkusener Diego Placente, den er bislang im Turnier noch gar nicht berücksichtigt hatte, und setzte dafür Walter Samuel auf die Bank. Für den gesperrten Javier Saviola spielte Cesar Delgado, der bisher nur gegen Deutschland zu einem elfminütigen Einsatz gekommen war.

Die Anfangsminuten gehörten Argentinien. Juan Riquelme eroberte den Ball, seinen genialen Pass flankte Delgado nach innen. Lucio bekam gerade noch ein Bein dazwischen.

Brasilien antwortete im Gegenzug mit einigen feinen Tricks von Robinho. Zudem brachte Ronaldinho einen Freistoß auf Adriano, aber dabei sprang nichts heraus. In der 11. Minute dann demonstrierte Kraftpaket Adriano einmal mehr sein Können. Auf Vorlage von Cicinho ließ die Nummer 9 einen Verteidiger aussteigen und vollendete dann mit einem seiner satten Linksschüsse vorbei an Argentiniens Schlussmann German Lux.

Gleich nach Wiederanstoß wäre Delgado fast durch gewesen. Die Argentinier setzten alles auf den schnellen Ausgleich. Riquelme wäre dieser fast gelungen, als er einen Ball Richtung Winkel zirkelte. Danach wurde es für die Argentinier jedoch noch schlimmer, als die Brasilianer wieder einmal ihre Klasse aufblitzen ließen. Kaka bekam den Ball von Robinho, zielte von der Strafraumgrenze sorgfältig und traf genau in den Winkel des von Lux gehüteten Tors.

Der über Frankfurt niedergehende Gewittersturm bildete den passenden Hintergrund für das Finale – und die Brasilianer liebten es offenbar auch stürmisch. Die Partie war das genaue Spiegelbild der Ereignisse in Buenos Aires vor drei Wochen, als die Argentinier in den ersten zwanzig Minuten auf 2:0 davon gezogen waren.

Einen Freistoß von Ronaldinho nach 20 Minuten hätte Gabriel Heinze fast ins eigene Netz verlängert. Auf der anderen Seite zog Riquelme gekonnt die Fäden, aber die Brasilianer bekamen stets genug Spieler hinter den Ball. Deutlich wurde dies vor allem in einer Szene, als Juan Pablo Sorin an der Strafraumgrenze mal ein wenig Platz hatte, Lucio sich jedoch im letzten Moment dazwischen warf.

Kurz darauf wurde der argentinische Spielführer wegen einer Schwalbe im brasilianischen Strafraum verwarnt. Die erste Hälfte endete mit zahlreichen Torraumszenen. Kaka und Lucio zwangen Lux zu Paraden und Javier Zanetti traf das Außennetz.

Binnen zwei Minuten nach Wiederbeginn machten die Brasilianer ihr drittes Tor und damit schon alles klar. Es war die zwangsläufige Strafe für nachlässiges Verteidigen: Zunächst wich Cicinho geschickt Sorins Grätsche aus. Seine anschließende Flanke verwertete Ronaldinho, der aufmerksamer war als sein Bewacher Fabricio Coloccini, mit einer Direktabnahme durch die Beine des argentinischen Schlussmanns Lux.

Kurz darauf hätte Luciano Figueroa um ein Haar per Eigentor auf 4:0 erhöht, doch seine verunglückte Kopfballabwehr senkte sich über das Tor (49.). Figueroa war es dann aber auch, der im anderen (richtigen) Strafraum mit einem Kopfball für Coloccini auflegte, aber dessen Volleyschuss ging über das Tor (52.). Nichts war es daher mit dem 3:1.

Die Albiceleste mussten nun aufmachen und alles nach vorne werfen. Das bot natürlich Räume für einen ballsicheren Gegner wie Brasilien. So hatte Ronaldinho allen Platz der Welt, um Kaka in Szene zu setzen, aber dessen Schuss konnte Lux entschärfen (52.). Es war der Startschuss für einen offenen Schlagabtausch. Riquelme schoss hart und flach vor das Tor, aber Sorin konnte kein Kapital daraus schlagen. Dann wirbelte Robinho durch die gegnerische Abwehr, setzte seinen Schuss aber ans Lattenkreuz (59.). Auf der anderen Seite war es abermals Figueroa, der am zweiten Pfosten viel Freiraum genoss, aber er verschätzte sich und vergab seine Chance (60.).

Brasilien hingegen ging nicht so verschwenderisch mit seinen Chancen um: Als Cicinho in der 64. Minute eine weitere hervorragende Flanke schlug, ließ sich Adriano die Chance nicht entgehen und versenkte den Kopfball unbedrängt zum 4:0. Trotz des klaren Rückstands gab Argentinien nicht auf und kam nur 60 Sekunden später zum verdienten Anschlusstreffer. Der eingewechselte Aimar verkürzte mit einem herrlichen Flugkopfball aus elf Metern auf 1:4 (65.).

Danach versuchte es Sorin aus der zweiten Reihe, doch Dida war zur Stelle und entschärfte den Schuss aufs lange Eck (81.). Kurz zuvor vergab Adriano die große Chance zum 5:1, als er Lux mit einem weiteren Schuss auf die Probe stellte (79.). Nachdem sowohl Coloccini (86.) als auch die eingewechselten Maicon (88.) und Renato (89.) nicht das Tor trafen, war die Partie beendet. Der amtierende Weltmeister kam leicht und locker zu einem verdienten Sieg und konnte den FIFA Konföderationen-Pokal zum zweiten Mal nach 1997 entgegen nehmen.