Deutschland ist Dritter beim FIFA Konföderationen-Pokal 2005. In einem packenden Spiel um Platz 3 setzte sich der Gastgeber am Mittwoch, 29. Juni 2005 im ausverkauften Leipziger Zentralstadion mit 4:3 in der Verlängerung gegen Mexiko durch.

In der zu jeder Zeit offenen Partie sorgte Michael Ballack mit einem tollen Freistoßtreffer in der 97. Minute für die Entscheidung. Zuvor brachten jeweils Lukas Podolski (37.), Bastian Schweinsteiger (41.) und Robert Huth (79.) Deutschland in Führung. Jose Fonseca (40.) und Jared Borgetti (58 und 85.) glichen die Führungen immer wieder aus.

„Wir wollen unbedingt Platz 3 sichern, damit die Deutschen uns bis zur Weltmeisterschaft im nächsten Jahr nicht vergessen", sagte Ricardo Lavolpe vor der Partie und der Coach der Mexikaner ließ seinen Worten Taten folgen. So änderte er seine Elf im Vergleich zum Argentinien-Spiel lediglich auf zwei Positionen. Für den Gelb-Rot gesperrten Rafael Marquez spielte Luis Perez. Jose Fonseca ersetzte Jaime Lozano im Angriff. Sogar Mittelfeldspieler Ramon Morales war nach seiner Kieferprellung, die er durch einen Bodycheck vom Argentinier Fabricio Coloccini verpasst bekommen hatte, wieder fit.

Jürgen Klinsmann indes änderte sein Team auf vier Positionen. Während die Hereinnahmen von Oliver Kahn (für Jens Lehmann), Andreas Hinkel (für den angeschlagenen Arne Friedrich) und Bastian Schweinsteiger (für Fabian Ernst) bereits vor dem Spiel logisch erschienen, war die Hereinnahme von Youngstar Mike Hanke für Kevin Kuranyi die einzige Überraschung bei Deutschland. Dafür aber gleich eine faustdicke.

Beinahe hätte es unmittelbar nach Anpfiff gleich die nächste Überraschung gegeben. Nach einem Stellungsfehler in der deutschen Hintermannschaft tauchte Fonseca völlig frei am Sechzehner auf, verzog jedoch um Millimeter (2.). Und hätte Kahn wenig später nach einem schönen Solo von Fonseca, der glänzend für Borgetti auflegte, nicht glänzend reagiert (10.), Mexiko wäre zu diesem Zeitpunkt verdient in Führung gegangen.

Bei Deutschland lief in der Anfangsphase nicht viel zusammen, die zu hektisch vorgetragenen Angriffe waren meist bereits verpufft, bevor Podolski und Co. in Strafraumnähe kamen. Erst nach 20 Minuten gab es die erste halbwegs gefährliche Torchance. Bastian Schweinsteiger legte für Podolski auf, doch dessen Schuss ging knapp am Tor vorbei. Sechzig Sekunden später zielte Hanke aus der Distanz knapp über den Kasten von Oswaldo Sanchez.

So mäßig die Partie über eine halbe Stunde verlief, umso fulminanter wurde die Schlussphase des ersten Abschnitts. Erst drosch Podolski eine Hackenvorlage von Schweinsteiger von der Strafraumgrenze zur deutschen Führung in den Torwinkel (37.), anschließend vollendete Fonseca quasi im Gegenzug einen feinen Pass von Zinha zum zwischenzeitlichen 1:1 (40.). Vorausgegangen war ein fahrlässiger Ballverlust von Frings in der Mitte der eigenen Hälfte.

Doch die deutsche konterte postwendend. Nur 60 Sekunden später spielten Hinkel und Podolski Doppelpass, den der Stuttgarter quer zu Schweinsteiger weiterleitete. Der 20-Jährige vom FC Bayern München hatte keine Mühe die Kugel kurzer Distanz zum 2:1-Halbzeitstand einzuschieben (41.).

Mexikos Coach Lavolpe reagierte und brachte zur zweiten Hälfte Juan Paolo Rodriguez für Fonseca. Damit hatte er zu diesem Zeitpunkt sechs nominelle Mittelfeldspieler auf dem Platz. Mit einem Übergewicht im Mittelfeld wollte Lavolpe das Spiel noch drehen. Doch es war eher Deutschland, das für eine Spielverlagerung sorgte. Hanke ging gegen Carlos Salcido zu energisch in den Zweikampf und sah folgerichtig vom australischen Schiedsrichter Matthew Breeze die Rote Karte (54.). Kaum vier Minuten später spürte Deutschland die Folgen. Luis Perez flankte in den Strafraum und Jared Borgetti köpfte unbedrängt aus fünf Metern zum 2:2 ein (58.)

Im Anschluss daran entwickelte sich ein rassiges Spiel, das nicht so sehr vom spielerischen Glanz lebte, dafür aber von Kampf, Dynamik und einem heißblütigem Publikum, dass bei jeder Szene lautstark mitging. Mexiko machte nun mit einem Mann mehr auf dem Feld das Spiel, Deutschland dagegen konterte mit heißem Herzen und ging ausgerechnet durch Robert Huth in Führung. Der in der Öffentlichkeit anfangs so gescholtene Verteidiger stand nach einer Schweinsteiger-Ecke richtig und besorgte aus kurzer Distanz mit seinem Schuss das 3:2 (79.).

Doch die Freude währte nicht lange. Wieder war Borgetti nach einer Flanke von Pavel Pardo aus kurzer Distanz zur Stelle und erzielte per Kopf das 3:3 (85.) und sorgte somit für die Verlängerung. Gerade einmal sieben Minuten waren in der Verlängerung gespielt, als der für Podolski in der 74. Minute eingewechselte Kevin Kuranyi von Ricardo Osorio an der Strafraumgrenze gefoult wurde. Der im Laufe der Partie immer präsenter werdende Michael Ballack ließ sich diese Chance nicht nehmen und zirkelte das Leder unhaltbar für Sanchez zum 4:3 unter die Latte (97.).

Mexiko musste trotz zahlenmäßiger Überlegenheit nun dem Kräfteverschleiß Tribut zollen, schließlich musste man bereits gegen Argentinien in die Verlängerung, und so hätte der Gastgeber durch Kuranyi (100.) und zweimal Fabian Ernst (103./105.) sogar noch höher gewinnen können. Einzig der Schuss von Perez (118.) sorgte noch einmal für Aufregung bei der deutschen Hintermannschaft.

Letztlich blieb es beim 4:3 nach Verlängerung und Deutschland erringt beim FIFA Konföderationen-Pokal 2005 gegen Mexiko in einem mitreißenden Spiel beider Teams den dritten Rang. Die Mittelamerikaner treten als Vierter die Heimreise an.