Im Finale des FIFA Konföderationen-Pokals Deutschland 2005 kommt es am Mittwochabend (20.45 Uhr)im Frankfurter Waldstadion zum großen Duell zwischen Weltmeister Brasilien und Erzrivale Argentinien. Die Partien zwischen der Selecao und den Albiceleste haben seit jeher eine ganz besondere Brisanz, so auch diesmal. Denn vor gerade einmal drei Wochen haben die Argentinier das WM-Qualifikationsspiel gegen Brasilien mit 3:1 klar für sich entschieden.
Vor dem "Finale Clásico" sprach FIFAworldcup.com mit Brasiliens Mittelfeldspieler Zé Roberto über das bevorstehende Spiel gegen den südamerikanischen Nachbarn, der als Zweiter der Copa América" nur deshalb am Konföderationen-Pokal teilnimmt, weil Brasilien Welt- und Südamerikameister ist.
Zé Roberto, im Finale des FIFA Konföderationen-Pokals treffen Sie mit Brasilien am Mittwoch auf Argentinien. Welche Bedeutung hat die Partie, zumal es gegen den alten Rivalen geht?
Das ist eine ganz andere Partie als die bisherigen, nicht nur weil es das Endspiel ist, sondern auch, weil der Gegner Argentinien heißt. Ich denke, es ist das vorgezogene Finale der WM im nächsten Jahr. Wir sind gut vorbereitet, hoffen darauf, ein gutes Spiel zu machen und wollen gewinnen.
Vor drei Wochen haben Sie das WM-Qualifikationsspiel gegen Argentinien in Buenos Aires mit 1:3 verloren. Kann man nun von einer Revanche sprechen?
Nein, es ist diesmal etwas Anderes. Natürlich bestehen gewisse Revanche-Gelüste, aber das ist ein anderes Spiel in einem anderen Wettbewerb. Wir denken nicht an das Spiel von vor drei Wochen. Außerdem wollen wir nie gegen Argentinien verlieren, ganz gleich in welchem Spiel. Das ist eine alte Rivalität.
Ist es etwas Besonderes für Sie, das Finale in Ihrer Wahlheimat Deutschland zu bestreiten?
Nein, nicht unbedingt. Es ist dahingehend etwas Besonderes, weil es ein Endspiel ist, das hat aber nichts mit dem Spielort zu tun. Es wäre das Gleiche, wenn das Finale um den Konföderationen-Pokal in Italien stattfände. Aber es wäre sicher anders, wenn es sich um das WM-Finale handeln würde.
Haben Sie die Spiele der Argentinier gesehen? Wo sehen Sie deren Stärken?
Ja, wir haben uns das Spiel gegen Mexiko angeschaut. Argentinien hat eine sehr gute und erfahrene Mannschaft. Ich denke, dass vor allem die Erfahrung für sie spricht. Gegen Mexiko haben sie sehr gut Ball und Gegner laufen lassen, Mexiko musste viel arbeiten.
Ist es für Brasilien einfacher, gegen Argentinien zu spielen oder gegen eine europäische Mannschaft wie Deutschland?
Da gibt es keinen großen Unterschied. Beides sind Mannschaften mit großer Tradition, großer Geschichte. Deutschland war drei Mal Weltmeister, Argentinien zwei Mal. Es sind beides sehr starke Mannschaften, die auf einem sehr hohen Niveau spielen. Ich denke, beide Teams sind gleich stark.
Was erwarten Sie vom Spiel? Ist es vielleicht ein Vorteil, dass Brasilien einen Tag länger Pause hatte und nicht 120 Minuten in den Knochen hat?
Nein, ich glaube nicht. Wir hatten vor dem Halbfinale gegen Deutschland auch einen Tag weniger, um uns auszuruhen. Argentinien wird sich über die Müdigkeit hinwegsetzen. Sie werden gegen uns gewinnen wollen, aber wir sind gut vorbereitet.
Haben Sie schon mit Ihrem argentinischen Mannschaftskollegen beim FC Bayern München, Martín Demichelis, gesprochen?
Nein, nicht wegen des Spiels. Als wir vor zwei Wochen nach Deutschland kamen, haben wir kurz gesprochen, aber nicht jetzt. Wir werden uns sicher vor dem Spiel im Stadion begrüßen, kurz miteinander sprechen und uns gegenseitig Glück wünschen.
Und nach dem Finale freuen Sie sich sicherlich schon auf den Urlaub?
Ja, auf jeden Fall. Es war eine lange und anstrengende Saison, in der ich mit Bayern Meister und Pokalsieger geworden bin. Darüber bin ich sehr glücklich. Jetzt hoffe ich noch, dass ich meinen dritten Titel holen kann