DER TAGESRÜCKBLICK: Ein Gewitter tobte am Mittwochabend über dem Frankfurter Waldstadion. Auf dem Feld aber waren es nur die Brasilianer, die im Finale des FIFA Konföderationen-Pokal Deutschland 2005 ihre Klasse aufblitzen ließen und ihrem Trainer Carlos Alberto Parreira im Duell gegen den Erzrivalen Argentinien einen weiteren Titel bescherten.

Aber nicht nur die Seleção hatte bei ihrem deutlichen 4:1 etwas zu feiern, auch Gastgeber Deutschland kam im letzten Pflichtspiel vor der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ zu einem 4:3 nach Verlängerung gegen Mexiko und sicherte sich damit im "kleinen Finale" den dritten Platz.

In Frankfurt gab Brasilien die richtige Antwort auf die Niederlage in der WM-Qualifikation in Buenos Aires vor drei Wochen. Damals waren die Argentinier binnen 18 Minuten auf 2:0 davon gezogen, diesmal brauchten die Brasilianer nur 16 Minuten für zwei Treffer und somit die Grundlage für einen letztlich ungefährdeten Sieg.

Adriano erzielte die Führung nach elf Minuten. Es war ein weiterer Treffer der Kategorie "Tor des Turniers". Der bullige Mittelstürmer wich zunächst einer Grätsche von Gabriel Heinze aus und vollendete dann mit einem unhaltbaren Linksschuss vorbei an German Lux. Fünf Minuten später stand es schon 2:0. Torschütze war Kaká mit einem wunderbar angeschnittenen Schuss.

Falls José Pekerman zur Pause in der Kabine laut geworden ist, dürfte er zwei Minuten nach Wiederbeginn noch derber geflucht haben. Da nämlich hatte Ronaldinho, der Anheuser Busch Man of the Match, per Volley das dritte brasilianische Tor erzielt. Damit war alles klar, auch wenn Adriano und Pablo Aimar nach gut einer Stunde noch je einen Kopfballtreffer beisteuerten. Für Brasilien war es der zweite Erfolg beim FIFA Konföderationen-Pokal nach 1997, während die Argentinier weiter auf ihren ersten großen Titel seit 1993 warten.

Während in Frankfurt also vor allem das Wasser floss – vom Dach des Waldstadions ergoss sich ein Sturzbach just an einer Eckfahne – gab es im Leipziger Zentralstadion wieder einmal eine Torflut. Gastgeber Deutschland beendete das Turnier, wie es begonnen hatte: mit einem 4:3-Sieg. Die Mannschaft von Jürgen Klinsmann zeigte dabei mal wieder zwei Gesichter und machte es spannend. Freude bereiten dürften dem Trainer dabei die fünfzehn Tore in fünf Spielen. Die gleichzeitig kassierten elf Gegentreffer indes sind dazu angetan, ihm die Sorgenfalten auf die Stirn zu treiben.

In vier Minuten schaffte es die deutsche Elf, durch einen wunderschönen Schuss von Lukas Podolski in Führung zu gehen, diese durch Jose Francisco Fonseca wieder abzugeben und dann durch Bastian Schweinsteiger wieder zurück zu erobern. In der 54. Minute verloren die Gastgeber dann Mike Hanke durch eine Rote Karte. Prompt schlug Jared Borgetti mit einem seiner offenbar unvermeidlichen Kopfballtreffer zu, doch trotz Unterzahl gaben sich die Gastgeber nicht auf. Robert Huth machte das dritte Tor für Deutschland und seinen ersten Treffer in einem Länderspiel, aber Borgetti erzwang mit dem 50. Turniertor die Verlängerung. Dort sorgte Michael Ballack dann mit einem fantastischen Freistoßtor dafür, dass Deutschland das Turnier siegreich beenden konnte.

Ronaldinho beendete das Turnier mit dem Bronzenen Ball von adidas als drittbester Spieler. Der Argentinier Juan Riquelme bekam den Silbernen Ball. Der Goldene Ball als bester Spieler ging an Adriano, für den es jedoch nicht die einzige Auszeichnung bleiben sollte. Dank seiner beiden Tore im Endspiel wurde er mit insgesamt fünf Turniertreffern auch Torschützenkönig, wofür er mit dem Goldenen Schuh von adidas ausgezeichnet wurde. Ballack, John Aloisi und Luciano Figueroa kamen auf jeweils vier Tore.

Den Hauptpreis freilich haben die Brasilianer gewonnen, und nach ihrem Auftritt an diesem stürmischen Abend in Frankfurt haben sie ihren Favoritenstatus für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft im kommenden Jahr sicher nicht eingebüßt. Zunächst aber hieß es für die Spieler in den kanariengelben Trikots den Gewinn des FIFA Konföderationen-Pokals zu feiern – und das taten sie auch. Ausgiebig.