Die FIFA und das Lokale Organisationskomitee des FIFA Konföderationen-Pokals Deutschland 2005 haben am 28. Juni auf einer Sitzung die Organisation des Turniers diskutiert und anschließend im Frankfurter Waldstadion eine Pressekonferenz hierzu gegeben. Bei der Sitzung waren anwesend: FIFA-Präsident Joseph S. Blatter, FIFA-Generalsekretär Urs Linsi, LOK-Präsident Franz Beckenbauer und der Vorsitzende des FIFA-Organisationskomitees Chuck Blazer.
Der FIFA-Präsident ergriff als erster das Wort: "Es ist eine angenehme Pflicht, über die Dinge zu berichten, die bisher geschehen sind und zwei Spiele stehen ja noch aus. Der FIFA Konföderationen-Pokal hat zwei wichtige Ziele: 1) Den Meistern der jeweiligen Konföderationen bietet er die Gelegenheit, in einem offiziellen Turnier gegeneinander anzutreten, was sie sonst nur beim FIFA Weltpokal tun können, und 2) Er dient als "Generalprobe" für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft in Deutschland im kommenden Jahr. Ich habe nur positive Dinge zu berichten. Es war ein hochklassiger Wettbewerb, sowohl in sportlicher wie auch in organisatorischer Hinsicht. Ich möchte ganz besonders den Fans und den freundlichen und kompetenten Freiwilligen ein großes Lob aussprechen: wir haben uns hier wie zu Hause gefühlt getreu dem offiziellen Motto "Die Welt zu Gast bei Freunden."
Vielen Dank für die fantastische Atmosphäre hier in Deutschland. Wir haben unsere Aktionen für Unicef, für die SOS-Kinderdörfer durchgeführt, die Anti-Rassismus-Tage, und wir haben Marc-Vivien Foe gedacht, der bei dem gleichen Turnier vor zwei Jahren auf dem Fussballfeld verstorben ist."
Chuck Blazer: "Ich bin außerordentlich zufrieden mit der Organisation, und noch mehr mit dem Niveau des Fussballs, das hier gezeigt wurde. Die Organisation hier ist hervorragend strukturiert. Für das Publikum war dieser Wettbewerb äußerst unterhaltsam. Die teilnehmenden Mannschaften kamen mit dem Willen, gut zu spielen hierher und haben sich einen intensiven und interessanten Wettkampf geliefert. Ich bin als Vorsitzender (des Organisationskomitees der FIFA) sehr zufrieden und glücklich."
Franz Beckenbauer: "Ich möchte vor allem den Medien für ihre umfangreiche Berichterstattung danken, die zu der tollen Atmosphäre in und außerhalb der Stadien beigetragen hat. Es war ein wirklicher Erfolg für die Organisation und ein großer Erfolg auch für den Wettbewerb. Von Beginn an war es ein Test für die Organisatoren und für die Teams. Ich bin sehr zufrieden, dass wir ein, zwei Probleme erkannt haben. Jetzt haben wir ein Jahr Zeit, diese Probleme zu lösen. Insbesondere die Störenfriede, die auf den Platz rennen, müssen gestoppt werden."
Urs Linsi: "Für die FIFA und ihre Angehörigen war es eine äußerst positive Erfahrung. Es gab eine großartige Zusammenarbeit im richtigen Leben. Wir haben Hand in Hand gearbeitet, und nicht wie sonst oft nur von Computer zu Computer. Es war eine hervorragende Erfahrung, die beiden Organisationsteams verschmelzen zu sehen."
Es folgten Fragen von den Medienvertretern:
Zum Spielkalender:
Joseph S. Blatter: "Wenn man den Spielkalender betrachtet, stellt man fest, dass der Zeitraum von Mitte Juni bis Ende Juli ausschließlich für Länderspiele reserviert ist. Die Organisation und Zeitplanung für den FIFA Konföderationen-Pokal Deutschland 2005 wurde schon vor langer Zeit begonnen. Wir waren daher davon ausgegangen, dass die Mannschaften in der Copa Libertadores nicht davon betroffen sein würden. Ich muss den Ball an die Organisatoren der Copa Libertadores zurück spielen."
Zu den Störenfrieden, die auf den Platz vordringen:
Franz Beckenbauer: "Dieses Problem müssen wir in den Griff bekommen. Es wird sicher immer ein paar Verrückte irgendwo geben, aber ich bin sicher, dass unsere Sicherheitsexperten eine Lösung finden werden."
Zur neuen Auslegung der Abseitsregel:
Joseph S. Blatter: "Wir können darüber debattieren, so lange wir wollen. Die Tatsache bleibt, dass diese Maßnahme vom International Football Association Board (IFAB) beschlossen wurde. Es ist keine Regeländerung, sondern nur eine Änderung der Regelauslegung. Die Analysen sind bisher positiv. Wenn die Trainer sich daran gewöhnt haben und das entsprechend umsetzen, werden sich mehr Möglichkeiten zu Torchancen ergeben."
Franz Beckenbauer: "Es gab in der Vergangenheit immer wieder Unsicherheiten darüber, ob ein Spieler nun aktiv oder passiv war. Fussball ist ein direktes und unkompliziertes Spiel. Daher müssen auch die Regeln unkompliziert sein. Ich finde das gut."
Zu den mexikanischen Dopingfällen:
Joseph S. Blatter: "Wir lernen aus Erfahrung. Einerseits beglückwünschen wir den mexikanischen Verband dazu, dass vor dem Turnier Dopingkontrollen durchgeführt wurden. Aber natürlich sollte das geschehen, bevor die Liste der Spieler für das Turnier zusammengestellt wird. Alle Spieler sollten zu diesem Zeitpunkt 'clean' sein"
Zum Schutz der Sponsoren der FIFA
Joseph S. Blatter: "Natürlich kann jeder bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft im nächsten Jahr beliebige T-Shirts oder sonstige Dinge tragen, die ihm gefallen. Unsere Sponsoren müssen vor dem so enannen Ambush Marketing geschützt werden, aber das hat nichts damit zu tun, was für ein T-Shirt ein Fan trägt."
Linsi:Ambush Marketing kann ein Problem darstellen. Wir müssen unsere Sponsoren in und um die Stadien herum schützen. Aber es gibt natürlich einen Unterschied zwischen Fans, die Spaß haben wollen, und Geschäftemachern, die auf Profit aus sind. Die Emotionen der Fans sind es schließlich, die den FIFA-Weltpokal ausmachen.