Tokio, 1964

Das Olympische Fussballturnier wurde um eine Ausscheidungsrunde verlängert: auch die zweitplatzierten Mannschaften der Vorrundengruppen kamen ins Viertelfinale.

Doch noch vor dem Eröffnungsspiel fiel ein Schatten über das Turnier von 1964. In Lima kamen 364 Menschen bei Ausschreitungen nach einem Qualifikationsspiel zwischen Argentinien und Peru ums Leben. Weitere Probleme folgten: Korea DVR wurde von der Olympiade ausgeschlossen, weil einige Schwimmer und Leichtathleten an nicht genehmigten Wettkämpfen teilgenommen hatten.

Auch Italien verzichtete auf die Teilnahme, als dem Verband vorgeworfen wurde, Profis einzusetzen. Einige Fussballer der Olympiamannschaft spielten für Inter Mailand, das gerade Real Madrid im Finale des Europapokals der Landesmeister besiegt hatte.

Doch das Fussballturnier bot auch sportliche Höhepunkte. Zum ersten Mal erreichten zwei afrikanische Teams das Viertelfinale - Ghana und Ägypten standen sich gegenüber, und die Ägypter behielten mit 5:1 die Oberhand. Im Halbfinale waren die Ägypter gegen Ungarn chancenlos. Ferenc Bene steuerte vier Treffer zum 6:0-Sieg der Magyaren bei.

Dabei war das nicht einmal seine bemerkenswerteste Leistung: beim 6:0-Triumph in der Vorrunde hatte er Marokko ganz allein abgeschossen und alle Tore erzielt. Insgesamt war er mit 12 Treffern natürlich der mit Abstand beste Torschütze des Wettbewerbs. Im Halbfinale gelangen den Ungarn in einem turbulenten Spiel gegen Jugoslawien wieder sechs Tore, doch mussten sie auch fünf Gegentreffer hinnehmen. Diesmal sorgte Tibor Csernai für vier Tore, Bene steuerte eines bei. Zur Halbzeit hatte es bereits 5:4 für Ungarn gestanden. Das Finale fiel dagegen etwas ab, mit einem mühevollen 2:1 gegen die CSSR gewann Ungarn zum zweiten Mal Gold. Ein Eigentor des tschechischen Verteidigers Vladimir Weiss und ein weiteres Tor von Bene sorgten vor 65.610 Zuschauern im Nationalstadion für den Sieg.

Die DDR sicherte sich durch ein 3:1 gegen Ägypten zum ersten Mal in ihrer Geschichte die Bronzemedaille im Fussball.