Stockholm, 1912

Zum ersten Mal kam es bei diesem Olympischen Fussballturnier zu einer seltenen Konstellation: die drei Medaillengewinner waren die gleichen wie 4 Jahre zuvor in London, sogar in der gleichen Reihenfolge. Diesmal nahmen schon 11 Mannschaften am Wettbewerb teil, und zum ersten Mal wurde auch außerhalb der Olympiastadt gespielt, nämlich in Rasunda und Traneburg.

Großbritannien zog in der ersten Runde ein Freilos, setzte sich dann leicht mit 7:0 gegen Ungarn durch (Harold Walden traf sechs Mal), danach ebenso deutlich mit 4:0 gegen Finnland (wieder erzielte Walden vier Tore). Auch Dänemark gelangte relativ leicht ins Finale: am zweiten Spieltag wurde Norwegen 7:0 bezwungen, im Halbfinale die Niederlande mit 4:1. Das Endspiel gewann wiederum England gegen die Dänen. Schon zur Halbzeit führte das Mutterland des Fussballs 4:1, nachdem zwei Mal Gordon Hoare und je einmal Arthur Berry und Walden vor 25.000 Besuchern im Olympiastadion getroffen hatten. Ole Anthon erzielte beide Treffer für die Dänen, die ohne ihren besten Stürmer Poul Nielsen antreten und nach fünfzehn Minuten auch auf Mittelfeldspieler Charles Buchwald verzichten mussten, der sich verletzte. Da Auswechslungen noch nicht vorgesehen waren, musste Dänemark mit zehn Mann weiterspielen. Walden war mit elf Treffern bester Torschütze des offiziellen Turniers. Im Spiel um die Bronzemedaille deklassierten die Niederlande Finnland mit 9:0, Jan Vos erzielte fünf Treffer.

Weil es keine Gruppenspiele gab und viele Mannschaften nach nur einem Spiel ausgeschieden waren, wurde eine Trostrunde eingerichtet, auch wenn es dabei keine Medaillen zu gewinnen gab. In einem der Spiele schlug Deutschland Russland mit 16:0, und Gottfried Fuchs konnte den Rekord von Sophus Nielsen von vor vier Jahren einstellen: er erzielte zehn Tore in einem Spiel. Der Zar war angeblich so ungehalten über die Höhe der Niederlage, dass er sich weigerte, die Rückreise der Spieler zu bezahlen.

Im Endspiel der Trostrunde setzte sich Ungarn mit 3:0 gegen Österreich durch.