Seoul, 1988

Die Sowjetunion schrammte zwar bei den Sommerspielen 1988 einige Male hart am Abgrund vorbei, war aber letztlich doch nicht zu schlagen und gewann zum zweiten Mal die Olympische Goldmedaille. Die Sowjets gaben dabei nur einen Punkt ab: ein torloses Unentschieden gegen Gastgeber Südkorea war das einzige Spiel, das sie nicht gewinnen konnten. Im Finale wurde Brasilien nach Verlängerung mit 2:1 besiegt. Dabei hatte Romario, mit sieben Treffern Torschützenkönig des Turniers und sechs Jahre später in den USA der WM-Held seiner Mannschaft, die Brasilianer in der 29. Minute in Führung geschossen, doch Igor Dobrovolski konnte in der 63. Minute mit einem verwandelten Elfmeter ausgleichen. Dabei blieb es bis zum Ende der regulären Spielzeit. In der 103. Minute schließlich gelang dem eingewechselten Yuri Savichev vor 73.000 Zuschauern im Olympiastadion der Siegtreffer.

Der Sieg beeindruckte umso mehr, als die Brasilianer mit Stürmer Bebeto und Torwart Claudio Taffarel zwei weitere kommende Stars ihrer Weltmeistermannschaft von 1994 aufgeboten hatten.

Das Turnier bot einige Überraschungen. Sambia schockte Italien in der Vorrunde mit einem 4:0-Sieg, wobei Kalusha Bwalya ein Hattrick gelang (zahlreiche Spieler dieser sambischen Mannschaft kamen 1993 bei einem Flugzeugabsturz auf dem Weg zu einem Qualifikationsspiel ums Leben).

Sambia verlor im Viertelfinale gegen Deutschland, wobei diesmal Jürgen Klinsmann ein Hattrick gelang, der zwei Jahre später eine so wichtige Rolle beim Gewinn der Weltmeisterschaft in Italien spielen sollte. Die Italiener verloren das Spiel um die Bronzemedaille gegen die Deutschen mit 3:0, die Tore erzielten Klinsmann, Gerhard Kleppinger und Christian Schreier.

Im Halbfinale musste Deutschland sich Brasilien erst im Elfmeterschießen mit 3:2 geschlagen geben: nach 120 Minuten hatte es 1:1 gestanden.

Im anderen Halbfinale erwiesen sich die Sowjets als Meister der Verlängerung, denn nachdem es gegen Italien nach neunzig Minuten ebenfalls 1:1 gestanden hatte, hatten sie spektakuläre dreißig Minuten später mit 3:2 gewonnen. Arminas Narbekovas (92.) und Alexi Mikhailchenko (106.) schossen die Sieger mit 3:1 in Führung, bevor Andrea Carnevale, der später beim AS Rom wegen Doping ein Jahr gesperrt wurde, zwei Minuten vor Schluss noch der Anschlusstreffer gelang. .

Die Zuschauerzahlen entsprachen nicht den Erwartungen, welche die beiden vorangegangenen Olympischen Turniere geweckt hatten: 729.000 Zuschauer sahen die 32 Begegnungen und machten sie damit immerhin noch zum populärsten Wettbewerb der Sommerspiele.