Montreal, 1976

Mit den Olympischen Sommerspielen 1976 begann eine Boykottserie: drei afrikanische Länder - Ghana, Nigeria und Sambia - zogen ihre Teilnahme aus politischen Gründen zurück, ebenso (aus anderen Gründen) Uruguay.

Titelverteidiger Polen musste sich diesmal mit der Silbermedaille zufrieden geben, denn im Endspiel setzte sich die DDR mit 3:1 durch. Die Treffer für die Sieger fielen zu Beginn und am Ende der Begegnung. Schon nach fünfzehn Minuten stand es 2:0 durch Tore von Hartmut Schade und Martin Hoffmann; sechs Minuten vor Schluss stellte Reinhard Häfner vor 71.617 Zuschauern im Olympiastadion den Endstand sicher. Grzegorz Lato hatte die Polen zwischenzeitlich herangebracht. Der polnische Mittelstürmer Andrzej Szarmach erzielte mit sechs Toren die meisten Treffer im Turnier.

Die Spiele von Montreal bleiben außerdem als Sprungbrett für die Karriere verschiedener internationaler Fussballstars in Erinnerung: ein 21-jähriger französischer Mittelfeldspieler namens Michel Platini (damals noch mit der Rückennummer 11 statt der 10), der spanische Torhüter Luis Arconada und Mexikos 18-jähriger Stürmer Hugo Sanchez, der später bei Real Madrid in Spanien und mit der mexikanischen Nationalmannschaft berühmt und berüchtigt wurde.

Platini, der schon bald ein Schlüsselspieler im französischen Nationalteam und bei Juventus Turin werden sollte, erzielte in der Vorrunde drei Tore, zwei beim 4:1-Sieg gegen Guatemala und das dritte zehn Minuten vor Schluss beim 1:1 gegen Israel. Frankreich scheiterte im Viertelfinale an der DDR, nachdem die Franzosen beim Stand von 0:1 in der 58. Minute zwei Spieler - Jean Fernandez und Francisco Rubio - durch Platzverweise verloren. Die Ostdeutschen gewannen schließlich mit 4:0.

Im Spiel um die Bronzemedaille schlug die Sowjetunion Brasilien vor 55.647 Zuschauern mit 2:0. Obwohl die ersten Vorrundenspiele in Toronto, Ottawa, Sherbrooke und Montreal stattfanden, wurden die 32 Spiele von insgesamt zufriedenstellenden 580.156 Zuschauern gesehen.