London, 1908

Nachdem man es in Athen (1896), Paris (1900) und St. Louis (1904) vergeblich versucht hatte, wurde 1908 in London das erste Olympische Fussballturnier ausgespielt, und Gastgeber Großbritannien gewann wie auch vier Jahre später bei der zweiten Auflage die Goldmedaille. Acht Mannschaften meldeten zusätzlich zu Gastgeber Großbritannien für den Wettbewerb - zwei aus Frankreich, je eine aus Schweden, den Niederlanden, Dänemark, Ungarn und Böhmen, obwohl die beiden letzten Länder ihre Teilnahme später wieder absagten.

Das kleine Teilnehmerfeld hatte ungewöhnliche Konsequenzen: wegen der Absage Ungarns und Böhmens standen die Niederlande und Frankreich im Halbfinale, ohne ein Spiel bestritten zu haben.

Im ersten offiziellen Olympischen Fussballspiel kam Dänemark vor geschätzten 2.000 Zuchauern im Stadion von Shepherds' Bush am 19. Oktober 1908 zu einem leichten 9:0-Sieg gegen das Team Frankreich B; Vilhelm Wolfhagen erzielte vier Tore. Das andere Vorrundenspiel gewann Gastgeber Großbritannien gegen Schweden mit 12:1.

Hubert Stapley gelang im ersten Halbfinale gegen die Niederlande ein Hattrick, Großbritannien siegte 4:0. Das zweite Halbfinale ist immer noch das torreichste Spiel aller Olympischen Turniere: die Dänen deklassierten Frankreichs A-Mannschaft mit 17:1. Wieder gelangen Wolfhagen vier Tore, aber er wurde noch weit übertroffen von seinem Mannschaftskameraden Sophus Nielsen, der zehn Mal ins Netz traf. Diese außergewöhnliche Leistung wurde zwar vier Jahre später von einem deutschen Spieler wiederholt, aber seither nie wieder erreicht. Im Finale vor 8.000 Zuschauern im White City Stadion blieb Nielsen jedoch ohne Tor, und England setzte sich mit 2:0 durch. Die Tore erzielten Frederick Chapman in der 20. Minute und Vivian Woodward von den Tottenham Hotspurs in der ersten Minute der zweiten Hälfte. Obwohl sie ihr bis dahin einziges Spiel verloren hatten, holten sich die Niederlande ebenfalls durch ein 2:0 gegen Schweden die Bronzemedaille.