Entgegen aller Voraussagen setzte sich Auckland City gegen den Lokalrivalen und amtierenden Meister Waitakere United durch und steht jetzt im Finale der OFC O-League. Nach einem 3:1-Triumph muss Auckland nun in Hin- und Rückspiel gegen den FC Koloale antreten. Damit trifft im Finale genau wie letztes Jahr ein Team aus Neuseeland auf einen Klub der Salomon-Inseln. Damals hatte sich Waitakere gegen den FC Kossa durchgesetzt.

Zunehmendes Interesse
Außer den beiden Nationen der Finalteilnehmer waren in der O-League-Saison 2008/09 auch Vereine aus Fidschi, Papua-Neuguinea und Vanuatu vertreten. Das Turnier stieß auf reges Interesse, und die Spiele in Fidschi und Papua-Neuguinea waren ausgesprochen gut besucht. Im Lawson-Tama-Stadion von Honiara (Salomon-Inseln), waren bei einigen Begegnungen sogar über 10.000 Zuschauer anwesend. Nachdem die Nationalmannschaft des Pazifikstaates in der Qualifikation für die FIFA WM 2006 das Playoff gegen Australien erreicht hat, kennt die Fussballbegeisterung dort keine Grenzen.

Auch in Papua-Neuguinea war das Interesse groß, obwohl das Land traditionell eine Rugby-Hochburg ist. Hekari Souths United, der Vertreter Papuas in der O-League, schrammte nur knapp am Finaleinzug vorbei. Nicht zuletzt dank so hochklassiger Importe wie Jack Samani von den Salomon-Inseln und dem Stürmer Veresa Toma aus Fidschi sicherte sich das Team aus Port Moresby, der Hauptstadt von Papua-Neuguinea, in der Gruppenrunde zwei späte Siege. Damit hätte man fast das kontinentale Finale erreicht.

Am Ende hatte dann aber doch Koloale die Nase vorn. Das Team setzte sich im letzten Gruppenspiel mit 1:0 gegen Ba (Fidschi) durch. Torschütze des Siegtreffers war Nicholas Muri in der 34. Minute. Im Falle eines Unentschiedens wäre zum ersten Mal eine Mannschaft aus Papua-Neuguinea ins Finale eingezogen.

Ba lag nach der knappen Niederlage in Honiara drei Punkte hinter dem Gruppenersten, was vor allem auf Defizite im Abschluss zurückzuführen war. Nur drei Tore in vier Gruppenspielen reichten am Ende einfach nicht aus, um an den Erfolg von 2007 anzuknüpfen und erneut ins Finale der O-League einzuziehen.

Neuseeland dominiert
Waitakere konnte die beiden letzten Auflagen der OFC O-League im aktuellen Wettbewerbsformat für sich entscheiden. Der letztjährige neuseeländische Meister vertrat Ozeanien anschließend auch bei der FIFA Klub-Weltmeisterschaft 2008 in Japan. Dieses Jahr sollte es jedoch anders kommen. Obwohl man im heimischen Wettbewerb konstant an der Spitze lag und die neuseeländische Football Championship mühelos gewann, musste sich der Klub aus den westlichen Vororten Aucklands im Großen Finale gegen den Lokalrivalen Auckland City geschlagen geben. Eine Woche später standen sich die beiden Teams im Gruppenspiel der O-League erneut gegenüber. Für den Sieger winkte der Einzug ins Finale des prestigeträchtigsten Wettbewerbs des Kontinents.

Obwohl man eher in der Außenseiterrolle war, entschied Auckland das spannungsgeladene Derby am Ende mit 3:1 für sich und trifft damit Ende des Monats auf Koloale. Treffer von Matt Friel, Top-Torjäger Keryn Jordan und Adam McGeorge, die allesamt in der zweiten Halbzeit fielen, machten den Sieg für Auckland perfekt. Waitakere gelang in Gestalt von Roy Krishna (Fidschi) zwar noch der Ehrentreffer, aber das war nur noch Kosmetik. "Es ist einfach super, im Finale der O-League zu stehen, und ich finde, die Jungs haben sich das wirklich verdient", so Aucklands Coach Paul Posa triumphierend. "Sie haben in dieser Saison immer gut gespielt, wenn es darauf ankam."

Das Hinspiel findet am 25. April im Lawson-Tama-Stadion von Honiara (Salomon-Inseln) statt. Das Rückspiel wird acht Tage später, am 3. Mai, wird in der Kiwitea Street, dem Heimstadion von Auckland City, ausgetragen. Die Neuseeländer gehen als Favoriten an den Start, allerdings wird Koloale im Hinspiel zweifellos auf die frenetische Unterstützung zahlreicher Zuschauer zählen können. Schließlich wartet auf den Sieger die Teilnahme an der prestigeträchtigen FIFA Klub-Weltmeisterschaft VAE 2009.