Chelsea baut auf spanisches Erfolgsduo
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Seit mehreren Jahren schon kann im Fussball immer dieselbe Gleichung aufgestellt werden: Wo ein bedeutendes Finale stattfindet, sind mit Sicherheit spanische Spieler beteiligt. Ein weiterer Beweis für diese Gesetzmäßigkeit ist auch das Endspiel bei der FIFA Klub-Weltmeisterschaft Japan 2012, für das sich der englische Klub Chelsea FC dank der tadellosen Arbeit seiner iberischen Legion, die aus Rafael Benítez, César Azpilicueta, Juan Mata und Fernando Torres besteht, qualifiziert hat.

Der Trainer, der seit einem Monat im Amt ist, hat bereits damit begonnen, einer Mannschaft seinen Stempel aufzudrücken, in der er in jedem Mannschaftsteil auf einen seiner Landsleute bauen kann. "Seit der Ankunft von Rafa herrscht wieder die Intensität, die uns in vielen Phasen der Saison fehlte", erklärte Torres, der bereits beim FC Liverpool mit seinem Trainer zusammenarbeitete, im Interview mit FIFA.com. "Wir haben viele talentierte Spieler, die auch taktische Disziplin brauchen, und mit Benitez arbeiten wir daran. Uns als Team zu bewegen und dementsprechend anzugreifen und zu verteidigen", ergänzte er.

Torres, der beim 3:1 im Halbfinale gegen Monterrey das zweite Tor erzielte, zeigte sich entspannt und stolz auf die gute Phase der Blues – und des spanischen Fussballs. "Wir hatten das Glück, in einer Zeit geboren zu sein, in der es eine großartige Generation spanischer Spieler gibt. Wir haben zwei Europameisterschaften, die Weltmeisterschaft in Südafrika und die Champions League gewonnen. Es ist eine Freude, dies sowohl beim FC Chelsea wie auch in der Nationalmannschaft zu genießen. Ich hoffe, dieses Finale ist nicht das letzte!"

An seiner Seite, etwas schüchterner, lächelte Juan Mata. Der offensive Mittelfeldspieler zeichnete für das erste Tor des FC Chelsea in der Geschichte des Wettbewerbs verantwortlich. Er unterschrieb die Worte seines Landsmannes und räumte ein, das sie sowohl auf wie neben dem Feld eine besondere Beziehung verbindet. Fast schon legendär sind die gemeinsamen Abendessen "mit Jamoncillos und ähnlichen Dingen."

Das Ritual, so erzählen es die Protagonisten, begann in der Nationalmannschaft und hielt sich auch beim FC Chelsea mitten in London. Es besteht darin, sich vor jedem Spiel zum Abendessen zu treffen und danach heiße Schokolade mit Süßspeisen zu essen, um sich etwas näher an der Heimat zu fühlen. "Es sind die Leute, denen ich am meisten vertraue, deshalb ist es logisch, dass wir Zeit miteinander verbringen", erklärte Mata, der davon träumt, "hier in Japan alles das zu wiederholen, was wir mit der Nationalmannschaft erreicht haben. Klub-Weltmeister zu werden, wäre ein einzigartiger Erfolg, und ich würde mich sehr freuen, auch dieses Wappen auf diesem Trikot zu tragen."

Das Ziel Corinthians
Denn unabhängig von den Nationalitäten steht für beide Halbfinal-Torschützen fest, dass das Ziel darin besteht, die Fahne des FC Chelsea auf der höchsten Stelle in der Rangliste der Klubs zu hissen. "Wir sind hier, um einen englischen Klub zu vertreten", stellt Mata gegenüber FIFA.com klar. Und um dies zu erreichen, werden sie sich gegen die Brasilianer von Corinthians, welche das Spiel der Blues im International Stadium Yokohama persönlich beobachteten, durchsetzen müssen. "Wir haben sie auf den Rängen gesehen, natürlich", sagte der ehemalige Spieler des FC Valencia lachend. "Das ist einer der besten südamerikanischen Klubs mit Spielern wie (Paolo) Guerrero, die in jedem Moment in der Lage sind, ein Tor zu erzielen. Ich weiß nicht, ob sie einen guten oder schlechten Eindruck von uns hatten, aber Hauptsache, wir gewinnen am Sonntag gegen sie", versicherte er.

Für Torres ändert sich im Hinblick auf das große Finale nichts durch den "Besuch" des nächsten Rivalen. "Ich denke nicht, dass sie uns zum ersten Mal gesehen haben. Mit Sicherheit kennen sie uns schon aus den letzten Spielen. Sie wissen, was der FC Chelsea ist, seit Rafa angekommen ist: Ein gut gerüstetes Team, das im Angriff gefährlich ist und sich jetzt auch defensiv verbessert hat."

Was die Qualität der brasilianischen Mannschaft angeht, räumte El Niño ein, was in der englischen Mannschaft ein offenes Geheimnis ist: "Wir waren alle überrascht vom guten taktischen Konzept des Teams. Nach der Führung gegen Al Ahly organisierten sie sich sehr gut und hatten kaum Probleme." Heißt das implizit, dass die Südamerikaner am Sonntag eine Überraschung landen könnten? "Ich denke nicht. Wir haben vier Brasilianer im Team, die uns schon von ihnen erzählt haben. Es wird mit Sicherheit ein sehr ausgeglichenes Spiel, mit jeweils 50 Prozent der Chancen pro Mannschaft", kündigte der Spieler an, der einmal mehr Spanien in einem entscheidenden Finale vertritt. Auf diesen Höhen eine gesunde Angewohnheit.